VonSimon Monesschließen
Die Verkaufszahlen für Elektroautos sinken seit Monaten kontinuierlich. Die SPD schlägt ein Fördermodell nach dem Vorbild Frankreichs vor. Sie ist dabei nicht allein.
Das Elektroauto ist ein elementarer Teil der Verkehrswende. Dass der schnelle Umstieg gelingen kann, sieht man in Norwegen. Dort spielen Verbrenner bei den Zulassungen kaum noch eine Rolle. Hierzulande sieht die Situation aber anders aus: Seit dem überraschenden Ende der Umweltprämie Ende 2023 brechen die Zulassungszahlen der Stromer immer weiter ein. Nun denkt die SPD über neue Subventionen nach, die sich an Frankreichs Modell orientieren könnten.
„Geprüft werden muss auch, inwiefern zielgenau Klein- und Mittelklasse-E-Autos europäischer Hersteller nach französischem Vorbild gefördert werden können, um einen Beitrag zur Antriebswende und Stärkung der Automobilindustrie zu leisten“, sagte Dirk Müller, SPD-Fraktionsvize im Bundestag, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Frankreich setzt auf Elektro-Leasing für Menschen mit geringem Einkommen
In Frankreich wurde zu Jahresbeginn ein staatliches E-Auto-Leasing eingeführt, das Menschen mit geringem Einkommen unterstützt. Die monatlichen Raten liegen zwischen 100 und 150 Euro, und die Nachfrage war so hoch, dass bereits 50.000 Leasingverträge abgeschlossen wurden. Diese Initiative soll 2025 erneut angeboten werden. Voraussetzung ist, dass der Kaufpreis des Fahrzeugs unter 47.000 Euro liegt und es bestimmte Gewichtsgrenzen nicht überschreitet.
Die französische Regierung hat ehrgeizige Ziele: Bis 2027 sollen jährlich 800.000 Elektroautos produziert werden, ab 2030 sogar zwei Millionen. Zudem sind bis 2030 rund 400.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte geplant. An Hauptstraßen sollen 25.000 Ladepunkte mit mindestens 50 kW installiert werden. Das wären dreimal so viel wie bisher.
Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023




VW-Betriebsratschefin Cavallo fordert: E-Auto-Kaufprämie muss zurückkehren
Mit Blick auf die aktuelle Krise bei Volkswagen, wo jüngst die Beschäftigungsgarantie gekündigt wurde, sagte Müller: „Die Automobilhersteller müssen alles dafür tun, wettbewerbsfähig zu sein. Das darf nicht zulasten unseres Standortes und der Beschäftigten geschehen.“ Eine Ansicht, die auch die IG Metall, DGB und der Betriebsrat von Volkswagen teilen. „Aus unserer Sicht sollte die im Dezember beendete E-Auto-Kaufprämie auch für private Haushalte wieder gewährt werden. Besser gestern als heute. Das wäre für uns immens wichtig“, betonte VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo im Interview mit dem Focus.
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Die deutsche Bundesregierung hat bereits steuerliche Anreize für gewerblich zugelassene Elektrofahrzeuge beschlossen. Diese machen rund zwei Drittel der neu verkauften Elektrofahrzeuge aus. Eine Wachstumsinitiative sieht eine neue Sonderabschreibung für gewerblich genutzte E-Autos vor. Über einen Zeitraum von sechs Jahren können die Ausgaben von der Steuer abgeschrieben werden. Zudem wird der förderfähige Brutto-Listenpreis für E-Fahrzeuge bei der Dienstwagenbesteuerung auf 95.000 Euro angehoben.
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