Um Absatz anzukurbeln

Umweltbonus für E-Autos vor Rückkehr? SPD blickt auf Frankreich

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Die Verkaufszahlen für Elektroautos sinken seit Monaten kontinuierlich. Die SPD schlägt ein Fördermodell nach dem Vorbild Frankreichs vor. Sie ist dabei nicht allein.

Das Elektroauto ist ein elementarer Teil der Verkehrswende. Dass der schnelle Umstieg gelingen kann, sieht man in Norwegen. Dort spielen Verbrenner bei den Zulassungen kaum noch eine Rolle. Hierzulande sieht die Situation aber anders aus: Seit dem überraschenden Ende der Umweltprämie Ende 2023 brechen die Zulassungszahlen der Stromer immer weiter ein. Nun denkt die SPD über neue Subventionen nach, die sich an Frankreichs Modell orientieren könnten.

 „Geprüft werden muss auch, inwiefern zielgenau Klein- und Mittelklasse-E-Autos europäischer Hersteller nach französischem Vorbild gefördert werden können, um einen Beitrag zur Antriebswende und Stärkung der Automobilindustrie zu leisten“, sagte Dirk Müller, SPD-Fraktionsvize im Bundestag, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Frankreich setzt auf Elektro-Leasing für Menschen mit geringem Einkommen

In Frankreich wurde zu Jahresbeginn ein staatliches E-Auto-Leasing eingeführt, das Menschen mit geringem Einkommen unterstützt. Die monatlichen Raten liegen zwischen 100 und 150 Euro, und die Nachfrage war so hoch, dass bereits 50.000 Leasingverträge abgeschlossen wurden. Diese Initiative soll 2025 erneut angeboten werden. Voraussetzung ist, dass der Kaufpreis des Fahrzeugs unter 47.000 Euro liegt und es bestimmte Gewichtsgrenzen nicht überschreitet.

Kann der Verkauf von Elektroautos mit einer neuen Förderung wieder angekurbelt werden?

Die französische Regierung hat ehrgeizige Ziele: Bis 2027 sollen jährlich 800.000 Elektroautos produziert werden, ab 2030 sogar zwei Millionen. Zudem sind bis 2030 rund 400.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte geplant. An Hauptstraßen sollen 25.000 Ladepunkte mit mindestens 50 kW installiert werden. Das wären dreimal so viel wie bisher.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

VW-Betriebsratschefin Cavallo fordert: E-Auto-Kaufprämie muss zurückkehren

Mit Blick auf die aktuelle Krise bei Volkswagen, wo jüngst die Beschäftigungsgarantie gekündigt wurde, sagte Müller: „Die Automobilhersteller müssen alles dafür tun, wettbewerbsfähig zu sein. Das darf nicht zulasten unseres Standortes und der Beschäftigten geschehen.“ Eine Ansicht, die auch die IG Metall, DGB und der Betriebsrat von Volkswagen teilen. „Aus unserer Sicht sollte die im Dezember beendete E-Auto-Kaufprämie auch für private Haushalte wieder gewährt werden. Besser gestern als heute. Das wäre für uns immens wichtig“, betonte VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo im Interview mit dem Focus.

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Die deutsche Bundesregierung hat bereits steuerliche Anreize für gewerblich zugelassene Elektrofahrzeuge beschlossen. Diese machen rund zwei Drittel der neu verkauften Elektrofahrzeuge aus. Eine Wachstumsinitiative sieht eine neue Sonderabschreibung für gewerblich genutzte E-Autos vor. Über einen Zeitraum von sechs Jahren können die Ausgaben von der Steuer abgeschrieben werden. Zudem wird der förderfähige Brutto-Listenpreis für E-Fahrzeuge bei der Dienstwagenbesteuerung auf 95.000 Euro angehoben.

Rubriklistenbild: © Volkswagen

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