VonSimon Monesschließen
Im Rahmen einer Testfahrt mit dem Tesla Model Y wäre das 'Full Self-Driving' fast in einen Unfall verwickelt gewesen. William Stein musste handeln. In anderen Szenarien war das System ebenfalls überfordert.
Die Zukunft gehört dem autonomen Fahren. Das glaubt auch Elon Musk. Immer wieder stellte der Tesla-Chef ein selbstfahrendes Auto in Aussicht. Geliefert hat er bisher nur die zwei Assistenzsysteme „Autopilot“ und „Full Self-Diving“. Letzteres sei laut Musk wichtig für das Verständnis des Unternehmens. Das ließ sich der Analyst William Stein von Truist Securities nicht zweimal sagen und machte die Probe aufs Exempel.
Wirklich gut lief die Testfahrt mit einem Model Y jedoch nicht, wie Bloomberg berichtet. Stein sei demnach nur knapp einem Unfall entgangen. „Das Model Y beschleunigte auf einer Kreuzung, als das Auto vor uns nur teilweise nach rechts abgebogen war“, schrieb Stein am Montag in einem Bericht an seine Kunden. „Mein schnelles Eingreifen war absolut notwendig, um einen ansonsten sicheren Unfall zu vermeiden“. Der Analyst war nach dem Vorfall „verwirrt, was Tesla zeigen könnte“, wenn im Oktober das Robotaxi vorgestellt werden soll. Dessen Premiere hatte Musk jüngst verschoben.
Full Self-Driving baut fast Unfall: Analyst muss mehrfach eingreifen
Doch das sollte nicht der einzige Vorfall mit dem Elektroauto sein. So musste Stein auch eingreifen, als ein Polizist ihn per Handzeichen aufforderte, an die Seite zu fahren, um einen Trauerzug vorbeizulassen. Zudem überholte das Model Y zweimal auf einem kurvigen Straßenabschnitt – trotz durchgezogener weißer Linie.
Hinzu kommt, dass das FSD über längere Zeit aktiv blieb, auch wenn der Analyst die Hände vom Lenkrad nahm oder den Blick von der Straße abwendete. Selbst als er seinen Kopf komplett von der Straße abwendete und sein Sohn diese im Blick behielt, dauerte es 20 bis 40 Sekunden, bis eine Warnung kam. Und das, obwohl das System ständig durch den Fahrer überwacht werden muss, um Unfälle zu verhindern.
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Trotz beinahe Unfall: Analyst zeigt sich von Full Self-Driving beeindruckt
Stein war dennoch beeindruckt von den Fähigkeiten des FSD, insbesondere wie es sich an Fahrbahnsperrungen, Schlaglöcher und Verkehrsströme anpasste. Nach einer ersten Testfahrt im April 2024 fand er das System daher „umwerfend gut, aber aktuell noch nicht nützlich“. Nach dem neuerlich Test im Juli laute das Urteil „nicht besser, eher schlechter“.
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Doch nicht nur Stein hat Probleme mit dem FSD. In Ohio konnte ein Tesla-Fahrer grade noch den Zusammenstoß mit einem Zug verhindern. Und auch auf einer Testrunde mit Elon Musk versagte das System an einer Ampel.
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