Behörde greift durch

Nach Unfall mit Feuerwehrauto im Noteinsatz: Robotaxi-Flotte von Cruise muss halbiert werden

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In San Francisco dürfen Robotaxis alleine auf den Straßen fahren. Die staatliche Verkehrsbehörde greift nun aber durch. Der Grund dafür sind die „jüngsten Vorfälle“.

Autonome Fahrzeuge sollen uns eines Tages wie von Geisterhand ans Ziel bringen. In San Francisco ist das längst nicht mehr nur Zukunftsmusik, sondern Realität. Dort bringen Robotaxis von Cruise und Waymo Fahrgäste von A nach B. Sie zeigen aber auch, dass das autonome Fahren längst noch nicht ausgereift ist. Deswegen hat jetzt auch das California Department of Motor Vehicles (DMV) durchgegriffen.

Die Behörde ist in dem US-Bundesstaat für die Erprobung und den Einsatz autonomer Fahrzeuge verantwortlich. Die GM-Tochter Cruise hat das DMV nun aufgefordert, seine Flotte an Robotaxis in San Francisco um 50 Prozent zu reduzieren. Auslöser war ein Unfall mit einem Feuerwehrauto im Noteinsatz.

Robotaxi kracht in Feuerwehrauto: DMV untersucht „jüngste Vorfälle“

Erst eine Woche vor dem Unfall hatten Cruise und die Google-Schwester Waymo die Genehmigung bekommen, ihre fahrerlosen Taxis in San Francisco rund um die Uhr zu betreiben. Schon am nächsten Tag blieben zehn Robotaxis von Cruise wegen Problemen mit der Funkverbindung mitten auf der Grant Avenue stehen und blockierten den Verkehr in der Gegend für 20 Minuten. Wenige Tage später blieb ein Fahrzeug in einer Baustelle im nassen Beton stecken.

Am Tag dürfen nur noch 50 Robotaxis von Cruise durch San Francisco fahren.

Wie TechCrunch berichtet, untersucht die staatliche Straßenverkehrsbehörde „jüngste Vorfälle“ mit Cruise-Fahrzeugen in San Francisco. Das Unternehmen wurde daher aufgefordert, bis zum Ende der Untersuchung tagsüber nicht mehr als 50 fahrerlose Fahrzeuge und nachts nicht mehr als 150 Robotaxis auf die Straßen zu schicken.

Das sind die zehn meistgebauten Elektroautos Europas

Ein Renault Zoe
Platz 10 – Renault Zoe: Der französische Stromer ist inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen, dennoch gehört der Renault Zoe auch im Jahr 2022 noch zu den meistproduzierten Elektroautos Europas. © Renault
Ein Audi e-tron
Platz 9 – Audi e-tron: Der erste reine Stromer von Audi gehört auch 2022 zu den meistgebauten E-Autos in Europa. Das Foto zeigt die Sportback-Variante. © Audi
Mehrere Tesla Model Y in Grünheide
Platz 8 – Tesla Model Y: Für den europäischen Markt wird das Tesla Model Y in der Gigafactory in Grünheide bei Berlin gebaut – und es reicht für den achten Platz im Produktions-Ranking. © IMAGO/Jochen Eckel
Ein Audi Q4
Platz 7 – Audi Q4: Ein weiterer Audi gehört zu den meistproduzierten E-Autos Europas: Der Q4 wird wie einige weitere Stromer des VW-Konzerns in Zwickau gefertigt. © Audi
Ein Hyundai Kona
Platz 6 – Hyundai Kona: Ein Koreaner hat es ebenfalls unter die zehn meistproduzierten E-Autos Europas geschafft – der Hyundai Kona wird im tschechischen Hyundai-Werk in Nosovice gebaut. © Hyundai
Ein Peugeot e-208
Platz 5 – Peugeot e-208: Mit dem Peugeot e-208 hat es ein Fahrzeug aus dem Stellantis-Konzern auf den fünften Platz geschafft. © Peugeot
Ein Skoda Enyaq
Platz 4 – Skoda Enyaq: 50.765 Einheiten des Skoda Enyaq verließen im Jahr 2022 das Werk in Tschechien – das reicht für den vierten Platz im europäischen Elektroauto-Produktionsranking. Das Foto zeigt die RS-Version des Stromers. © Skoda
Ein VW ID.3
Platz 3 – VW ID.3: Die Elektro-Kompaktlimousine VW ID.3 wird in Zwickau gebaut – 52.229 Exemplare rollten im Jahr 2022 dort vom Band. © Volkswagen
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4: Auch den zweiten Platz belegt ein Volkswagen – der ebenfalls in Zwickau produzierte ID.4 wurde 63.685 Mal gebaut. © Volkswagen
Ein Fiat 500e
Platz 1 – Fiat 500e: 66.325 Exemplare des italienischen Stromers liefen 2022 in Mirafiori vom Band – damit war er das meistgebaute E-Auto Europas. © Fiat

„Die Sicherheit der reisenden Öffentlichkeit hat für die kalifornische Straßenverkehrsbehörde oberste Priorität“, betont die Behörde in einer letzte Woche veröffentlichten Erklärung. „Das Hauptaugenmerk der DMV-Vorschriften liegt auf dem sicheren Betrieb von autonomen Fahrzeugen und der Sicherheit der Öffentlichkeit, die die Straße mit diesen Fahrzeugen teilt.“

Cruise akzeptiert Reduzierung: DMV behält sich drastischere Maßnahme vor

Cruise hat der Reduzierung der Flotte um 50 Prozent zugestimmt und soll Verbesserungen zur Verkehrssicherheit ergreifen, erklärt das DMV. Zudem behält sich die Behörde „das Recht vor, nach einer Untersuchung des Sachverhalts die Test- und/oder Einsatzgenehmigungen auszusetzen oder zu widerrufen, wenn sich herausstellt, dass ein unangemessenes Risiko für die öffentliche Sicherheit besteht.“

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Cruise erklärt, dass das Robotaxi das Einsatzfahrzeug fast sofort erkannte, als es in Sichtweite kam, und dass ein Mitarbeiter aus der Ferne feststellte, dass das Fahrzeug zu bremsen begann und seine Geschwindigkeit verringerte. Die Kollision konnte das Robotaxi aber nicht mehr vermeiden. Zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes befand sich ein Insasse im Fahrzeug, der „nicht schwere Verletzungen“ erlitt und für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht wurde.

Rubriklistenbild: © Achille Abboud/Imago

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