VonSimon Monesschließen
In San Francisco dürfen Robotaxis alleine auf den Straßen fahren. Die staatliche Verkehrsbehörde greift nun aber durch. Der Grund dafür sind die „jüngsten Vorfälle“.
Autonome Fahrzeuge sollen uns eines Tages wie von Geisterhand ans Ziel bringen. In San Francisco ist das längst nicht mehr nur Zukunftsmusik, sondern Realität. Dort bringen Robotaxis von Cruise und Waymo Fahrgäste von A nach B. Sie zeigen aber auch, dass das autonome Fahren längst noch nicht ausgereift ist. Deswegen hat jetzt auch das California Department of Motor Vehicles (DMV) durchgegriffen.
Die Behörde ist in dem US-Bundesstaat für die Erprobung und den Einsatz autonomer Fahrzeuge verantwortlich. Die GM-Tochter Cruise hat das DMV nun aufgefordert, seine Flotte an Robotaxis in San Francisco um 50 Prozent zu reduzieren. Auslöser war ein Unfall mit einem Feuerwehrauto im Noteinsatz.
Robotaxi kracht in Feuerwehrauto: DMV untersucht „jüngste Vorfälle“
Erst eine Woche vor dem Unfall hatten Cruise und die Google-Schwester Waymo die Genehmigung bekommen, ihre fahrerlosen Taxis in San Francisco rund um die Uhr zu betreiben. Schon am nächsten Tag blieben zehn Robotaxis von Cruise wegen Problemen mit der Funkverbindung mitten auf der Grant Avenue stehen und blockierten den Verkehr in der Gegend für 20 Minuten. Wenige Tage später blieb ein Fahrzeug in einer Baustelle im nassen Beton stecken.
Wie TechCrunch berichtet, untersucht die staatliche Straßenverkehrsbehörde „jüngste Vorfälle“ mit Cruise-Fahrzeugen in San Francisco. Das Unternehmen wurde daher aufgefordert, bis zum Ende der Untersuchung tagsüber nicht mehr als 50 fahrerlose Fahrzeuge und nachts nicht mehr als 150 Robotaxis auf die Straßen zu schicken.
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„Die Sicherheit der reisenden Öffentlichkeit hat für die kalifornische Straßenverkehrsbehörde oberste Priorität“, betont die Behörde in einer letzte Woche veröffentlichten Erklärung. „Das Hauptaugenmerk der DMV-Vorschriften liegt auf dem sicheren Betrieb von autonomen Fahrzeugen und der Sicherheit der Öffentlichkeit, die die Straße mit diesen Fahrzeugen teilt.“
Cruise akzeptiert Reduzierung: DMV behält sich drastischere Maßnahme vor
Cruise hat der Reduzierung der Flotte um 50 Prozent zugestimmt und soll Verbesserungen zur Verkehrssicherheit ergreifen, erklärt das DMV. Zudem behält sich die Behörde „das Recht vor, nach einer Untersuchung des Sachverhalts die Test- und/oder Einsatzgenehmigungen auszusetzen oder zu widerrufen, wenn sich herausstellt, dass ein unangemessenes Risiko für die öffentliche Sicherheit besteht.“
Cruise erklärt, dass das Robotaxi das Einsatzfahrzeug fast sofort erkannte, als es in Sichtweite kam, und dass ein Mitarbeiter aus der Ferne feststellte, dass das Fahrzeug zu bremsen begann und seine Geschwindigkeit verringerte. Die Kollision konnte das Robotaxi aber nicht mehr vermeiden. Zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes befand sich ein Insasse im Fahrzeug, der „nicht schwere Verletzungen“ erlitt und für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht wurde.
Rubriklistenbild: © Achille Abboud/Imago

