Katzengeschirr

Mit Katzen Gassi gehen – nicht artgerecht oder zumindest eine Prise Freiheit?

Manche nennen es Quälerei, für andere ist Gassi-Gehen mit Leine der beste Kompromiss für Stubentiger aus der Großstadt. Wann ist ein Katzengeschirr sinnvoll?

Katzen durchstreifen in der Natur meist große Reviere. Doch was, wenn Sie in der Großstadt an einer Hauptstraße wohnen? Hier ist die Unfallgefahr für Freiläufer einfach zu groß. Ist Gassi-Gehen an der Katzenleine dann eine sinnvolle Alternative?

Katzen bewegen sich anders als Hunde

Katze an der Leine. (Symbolbild)

Katzen bewegen sich normalerweise schleichend durch ihr Revier: Sie huschen von Versteck zu Versteck, zwängen sich durch kleine Lücken oder kauern auch mal minutenlang vor einem Busch. Außerdem lieben sie erhöhte Strukturen wie Mauern, Zäune oder Vordächer als Laufstege.

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Mit einem Katzengeschirr schränken Sie diese angeborenen Bewegungsabläufe natürlich erheblich ein. Darum sollte sich das Gassigehen mit Ihrer Katze zumindest klar von der abendlichen Runde mit einem Hund unterscheiden. Die Katze sollte, so weit es geht, die Führung übernehmen: Sie folgen der Katze, nicht umgekehrt. Es wird also bestimmt keine brave Runde um den Block werden.

Das richtige Katzengeschirr finden

Auch das Geschirr sollte sich klar von einem Hundehalsband unterscheiden. Denn an einem normalen Halsband kann sich eine Katze leicht strangulieren. Deshalb gibt es im Fachhandel spezielles Katzengeschirr, das den gesamten Oberkörper des Tieres abdeckt. Achten Sie beim Kauf darauf, dass es nicht einschnürt oder zu locker sitzt. Am besten greifen Sie hier nicht zu einem Geschirr von der Stange, sondern messen die Katze vorher aus.

Mit kleinen Schritten anfangen

Gewöhnen Sie Ihre Wohnungskatze möglichst behutsam an das Geschirr. Lassen Sie es zunächst beschnuppern, zeigen Sie die Leine vor. Dann können Sie das Geschirr ohne Leine probeweise in der Wohnung anlegen, damit das Tier sich daran gewöhnen kann. Arbeiten Sie hierbei am besten mit Belohnungen wie Leckerlis oder Streicheleinheiten. Bis eine Katze sich an das Geschirr gewöhnt hat, können zwei bis vier Wochen vergehen. Erst, wenn Sie Ihr Tier problemlos durch die Wohnung führen können, sollten Sie mit ihm nach draußen gehen.

Katzensprache verstehen: Zehn Signale, die zeigen, dass Ihre Katze Sie liebt

1. Zeichen: Fühlen sich Katzen in der Nähe ihres Menschen pudelwohl, fordern sie meist ausgiebige Kuscheleinheiten ein.
1. Zeichen: Fühlen sich Katzen in der Nähe ihres Menschen pudelwohl, fordern sie meist ausgiebige Kuscheleinheiten ein. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Im Allgemeinen gelten Katzen als sehr intelligent.
2. Zeichen: Schnurrt eine Katze beim Schmusen, ist das ein eindeutiger „Liebesbeweis“. (Symbolfoto) © Westend61/Imago
3. Zeichen: Reibt Ihre Katze an den Beinen entlang, verteilt sie bestimmte Duftstoffe und markiert Sie damit als geliebtes Familienmitglied.
3. Zeichen: Reibt Ihre Katze an den Beinen entlang, verteilt sie bestimmte Duftstoffe und markiert Sie damit als geliebtes Familienmitglied. (Symbolbild) © Ardea/Imago
4. Zeichen: Mit einem „Katzenkuss“ drücken Samtpfoten ihre Liebe aus. Das machen sie oft, wenn man sich ihrem Gesicht mit der Stirn nähert.
4. Zeichen: Mit einem „Katzenkuss“ drücken Samtpfoten ihre Liebe aus. Das machen sie oft, wenn man sich ihrem Gesicht mit der Stirn nähert. (Symbolbild) © Westend61/Imago
5. Zeichen: Ihre Katze legt sich beim Kraulen auf den Rücken? Dann fühlt sie sich geborgen und sicher.
5. Zeichen: Ihre Katze legt sich beim Kraulen auf den Rücken? Dann fühlt sie sich geborgen und sicher. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago
6. Zeichen: Drücken Katzen ihre Vorderpfoten abwechselnd auf den Boden, ist das ein klares Signal für Wohlbefinden. Der Milchtritt ist ein Verhalten aus der Kinderstube. (Symbolbild)
6. Zeichen: Drücken Katzen ihre Vorderpfoten abwechselnd auf den Boden, ist das ein klares Signal für Wohlbefinden. Der Milchtritt ist ein Verhalten aus der Kinderstube. (Symbolbild) © Shotshop/Imago
7. Zeichen: Tiefe Zuneigung zeigen Katzen, wenn sie Ihnen beim Streicheln die Hand oder den Arm abschlecken. Gegenseitiges Putzen ist unter Samtpfoten ein wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens. (Symbolbild)
7. Zeichen: Tiefe Zuneigung zeigen Katzen, wenn sie Ihnen beim Streicheln die Hand oder den Arm abschlecken. Gegenseitiges Putzen ist unter Samtpfoten ein wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens. (Symbolbild) © Imaginechina-Tuchong/Imago
8. Zeichen: Wenn Ihre Katze beim Streicheln vorsichtig an der Hand knabbert, tut sie das nicht, um Sie zu verletzen. Denn der „Liebesbiss“ ist eine zärtliche Geste.
8. Zeichen: Wenn Ihre Katze beim Streicheln vorsichtig an der Hand knabbert, tut sie das nicht, um Sie zu verletzen. Denn der „Liebesbiss“ ist eine zärtliche Geste. (Symbolbild) © Westend61/Imago
9. Zeichen: Ihre Katze liebt es, ausgelassen mit Ihnen zu spielen? Herzlichen Glückwunsch! Dann sind Sie ein geliebter Spielkamerad.
9. Zeichen: Ihre Katze liebt es, ausgelassen mit Ihnen zu spielen? Herzlichen Glückwunsch! Dann sind Sie ein geliebter Spielkamerad. (Symbolbild) © Westend61/Imago
10. Zeichen: Schläft Ihre Katze auf dem Schoß ein, zeigt sie damit vollkommenes Vertrauen in Sie. Mehr Liebe geht nicht.
10. Zeichen: Schläft Ihre Katze auf dem Schoß ein, zeigt sie damit vollkommenes Vertrauen in Sie. Mehr Liebe geht nicht. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Beschränken Sie sich beim ersten Rausgehen auf ein paar Schritte vor der Haustür. Dann erweitern Sie den Radius der Ausflüge von Mal zu Mal ein wenig.

Gassi gehen mit Katzi: Es kommt auf den Charakter an

Sie sollten jedoch bedenken, dass so ein Ausflug nach draußen auch ein gewisses Risiko darstellt. Wenn Ihre Samtpfote von Geburt an in der Wohnung gehalten wurde, wird sie die freie Natur auch nicht vermissen. Hat sie die große Welt da draußen jedoch einmal kennengelernt, könnte sie innerhalb der Wohnung unzufrieden werden. Das kann bei eigenwilligen und freiheitsliebenden Katzen zu ernsthaftem Protestverhalten wie Möbel zerkratzen und urinieren in der Wohnung führen.

Geruhsame Stubentiger hingegen sind oft absolut zufrieden in der sicheren und bekannten Umgebung ihrer Wohnung. Sie könnten durch unfreiwillige Ausflüge auf die Straße eher verunsichert oder sogar verängstigt werden. Und dann gibt es sicher auch Stubenkatzen, für die ein kleiner Ausflug ab und an genau das Richtige ist. Überlegen Sie also gut, ob es zu dem Charakter Ihres Tieres passt, bevor Sie Geld für ein Katzengeschirr ausgeben.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/christopher koch

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