VonFranziska Kaindlschließen
Die Zeitumstellung am Wochenende hat auch Auswirkungen auf Verkehrsteilnehmer. Bei Dämmerung herrscht aufgrund schlechterer Sicht eine größere Unfallgefahr.
In der Nacht vom 28. Oktober zum 29. Oktober dürfen Sie sich über eine Stunde länger Schlaf freuen. Dafür wird es morgens früher hell und abends eine Stunde früher dunkel. Gleichzeitig bedeutet es auch für Verkehrsteilnehmer, dass sie im Herbst wachsamer sein müssen: „Mit der Zeitumstellung wird bei einigen der Biorhythmus durcheinandergebracht und sie tun sich schwer bei der Anpassung an den neuen Rhythmus zwischen Tag und Nacht. Dabei kann die Anpassungszeit bis zu mehreren Tagen dauern. Müdigkeit und Sekundenschlaf beim Autofahren sind unterschätzte Probleme“, sagt Verkehrsexperte Alexander Kreipl vom ADAC Südbayern.
Unfallrisiko bei Dämmerung steigt: Worauf Autofahrer achten sollten
Unfallzahlen des Statistischen Bundesamts von 2022 zeigen, dass 30 Prozent aller im Straßenverkehr getöteten Menschen bei Dämmerung oder Dunkelheit ums Leben gekommen sind. Der Anteil an Fußgängern ist mit 41 Prozent enorm hoch. Daher ist es wichtig, dass Fußgänger – inklusive Schulkinder – gerade zu diesen Tageszeiten mit heller Kleidung oder Reflektoren ausgestattet sind, um von Autofahrern besser gesehen zu werden. Laut ADAC sind Personen mit reflektierender Kleidung auf bis zu 140 Meter sichtbar – ohne diese Sicherheitsmaßnahme sind Fußgänger bei schlechten Sichtverhältnissen erst auf 25 Meter zu erkennen.
Aber auch die Autofahrer können dafür sorgen, dass sie die Zeitumstellung schneller wegstecken. Kreipl empfiehlt viel Bewegung an der frischen Luft, zum Beispiel in Form von Spaziergängen, Radfahren oder Joggen. Wer beim Autofahren merkt, dass er müde wird, sollte eine Pause einlegen oder auf einem Rastplatz für 15 bis 20 Minuten die Augen zu machen und schlafen.
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Um sicher unterwegs zu sein, sollten Sie auch das Abblendlicht frühzeitig einschalten: So haben nicht nur Sie bessere Sicht, sondern werden auch von anderen Verkehrsteilnehmern, die hinter Ihnen unterwegs sind, schneller erkannt. Tagfahrleuchten reichen bei Dämmerung hingegen nicht aus, wie der ADAC informiert.
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Vorsicht vor Wildwechsel während der Dämmerung
Nach der Zeitumstellung könnte auch das Risiko eines Wildunfalls steigen: Autofahrer sind zunehmend während der Dämmerung auf den Straßen unterwegs – genauso wie Rehe und Wildschweine. Gerade in den frühen Morgen- und Abendstunden, zwischen 7 und 9 Uhr morgens sowie 18 und 21 Uhr abends, sollten Autofahrer verstärkt auf vorausschauendes Fahren achten. Hier kommt es laut dem Deutschen Jagdverband (DJV) im Oktober und November zu den meisten Unfällen mit Dammwild.
Die Tiere verkehren häufig in der Nähe von Wäldern und Feldrändern am Straßenrand – hier gilt, Fuß vom Gas und bremsbereit sein. Wer ein einzelnes Reh sichtet, muss in der Regel davon ausgehen, dass sich noch weitere in der Nähe befinden. Läuft ein Tier auf die Fahrbahn und ist ein Zusammenstoß unvermeidlich, sollten Autofahrer auf keinen Fall unkontrolliert ausweichen. Sie könnten in den Gegenverkehr geraten oder mit einem Baum kollidieren. Stattdessen gilt: Das Lenkrad festhalten und kräftig bremsen.
Rubriklistenbild: © Oliver Mengedoht/Imago

