- VonCarmen Mörwaldschließen
Eine Studie zeigt große Preisunterschiede bei Hotels und Restaurants in Europa. Viele Länder überraschen positiv – besonders jene im Süden und Osten.
München – Steigende Lebenshaltungskosten belasten deutsche Haushalte zunehmend. Auch in Sachen Urlaub müssen viele jeden Euro zweimal umdrehen. Umso wichtiger wird die Frage: Wo bekommt man noch Qualität für wenig Geld? Eine Antwort liefert das Statistische Bundesamt mit seiner jährlichen Erhebung zu den teuersten und günstigsten Urlaubsländern Europas. Das überraschende Ergebnis: Vor allem im Süden und Osten des Kontinents lässt sich ordentlich sparen.
Über dem deutschen Niveau: In diesem Land in Europa kostet Urlaub 50 Prozent mehr
Doch was bedeutet „günstiger“ Urlaub konkret? Das Statistische Bundesamt vergleicht die Preisniveaus für Restaurant- und Hoteldienstleistungen verschiedener europäischer Länder direkt mit Deutschland. Die Berechnung erfolgt auf Basis der von Eurostat ermittelten Kaufkraftparitäten und zeigt, wie viel die gleiche Gaststätten- und Hoteldienstleistung in einem anderen Land kostet. Diese Methodik macht die Preisunterschiede zwischen den Ländern transparent und vergleichbar.
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Besonders kostspielig wird der Urlaub für Deutsche in der Schweiz und in skandinavischen Ländern. Spitzenreiter bei den Preisen ist die Schweiz, wo Hotelaufenthalte und Restaurantbesuche satte 52 Prozent mehr kosten als in Deutschland. Auch Island schlägt mit 49 Prozent höheren Preisen deutlich zu Buche. In Dänemark müssen Urlauber 28 Prozent und in Norwegen 25 Prozent mehr einkalkulieren. Selbst das oft als günstig beworbene Schweden liegt acht Prozent über deutschem Niveau.
Europa muss nicht teuer sein – hier können deutsche Urlauber richtig sparen
Am anderen Ende der Skala locken drei Länder mit besonders attraktiven Preisen: Albanien, Nordmazedonien und Bulgarien. Hier zahlen deutsche Urlauber für Restaurant- und Hoteldienstleistungen nur etwa die Hälfte dessen, was sie zu Hause ausgeben würden. Dabei muss auf nichts verzichtet werden: Während Albanien mit seiner unberührten Adriaküste punktet, bietet Nordmazedonien kulturelle Schätze und Bulgarien sowohl Schwarzmeerstrände als auch Berglandschaften.
Auch andere südeuropäische Länder bieten deutliche Preisvorteile gegenüber Deutschland. Montenegro lockt mit 42 Prozent niedrigeren Kosten, Portugal mit 35 Prozent Ersparnis. Selbst die Türkei (31 Prozent) und Malta (30 Prozent) bleiben deutlich unter deutschem Preisniveau. Klassische Urlaubsziele wie Spanien, Griechenland, Zypern und Kroatien bieten Ersparnisse zwischen 14 und 25 Prozent. Sogar Italien – oft als teuer verschrien – liegt noch sechs Prozent unter deutschen Preisen.
Italien zählt zu den absoluten Lieblingsdestinationen der Deutschen. Doch der Touristenansturm wird zum Problem für das Land. Um die Besucherströme zu regulieren, führt nun ein beliebtes Reiseziel in Südtirol eine Eintrittsgebühr ein – wie am Prager Wildsee. Ähnliche Maßnahmen wurden bereits in Venedig ergriffen.
Weniger zahlen als zu Hause: Günstiger Urlaub in deutschen Nachbarländern
Wer nicht weit reisen möchte, kann auch in einigen Nachbarstaaten fündig werden. Besonders attraktiv sind die östlichen Nachbarn: In Tschechien liegt das Preisniveau für Restaurant- und Hoteldienstleistungen um 33 Prozent unter deutschem Niveau, in Polen sind es immerhin 15 Prozent weniger. Frankreich bietet mit drei Prozent Ersparnis einen kleinen Preisvorteil. Anders sieht es in Österreich aus, wo Urlauber laut dem Statistischen Bundesamt exakt so viel zahlen wie zu Hause.
Selbst Städtetrips müssen nicht immer teuer sein. Europas versteckte Städte-Highlights bieten Urlaubern unvergessliche Erlebnisse – und das alles zu kleinen Preisen. Doch sollte man lieber früh buchen oder auf den letzten Drücker? Experten verraten, worauf es ankommt und wie sich am besten Geld sparen lässt. (cln)
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