VonSimon Monesschließen
Autonomes Fahren gewinnt an Präsenz. Mercedes will die Funktion durch türkise Leuchten sichtbar machen. Verkehrsbehörden und Polizei könnten profitieren.
Geht es nach dem Film-Klassiker „Zurück in die Zukunft 2“, wären wir bereits seit 2015 mit fliegenden Autos unterwegs. Ganz falsch lagen die Macher des Films nicht, tatsächlich kommt 2024 ein Flugauto auf den Markt. Und auch beim autonomen Fahren machen die Hersteller immer mehr Fortschritte. So darf der neue 7er BMW mit bis zu 60 km/h alleine fahren. Eine Funktion, die Mercedes-Benz mit seinem Drive Pilot bereits seit längerem im Angebot hat. Künftig soll das dank türkiser Markierungsleuchten auch von außen sichtbar sein.
Autonomes Fahren wird immer präsenter: Markierungsleuchten von Mercedes sorgen für mehr Sichtbarkeit
„Je mehr automatisiert fahrende Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, desto wichtiger werden die Kommunikation und Interaktion zwischen dem Fahrzeug und seiner Umgebung“, betont Mercedes-Benz-CTO Markus Schäfer. Hier kommen die türkisen Markierungslichter ins Spiel, die den automatisierten Fahrmodus kenntlich machen.
Dies könnte für mehr Akzeptanz und Sicherheit sorgen. Und auch für Verkehrsbehörden und die Polizei könnte die Anzeige hilfreich sein. So würde ein Blick reichen, um festzustellen, ob ein Mensch das Auto steuert oder ob dieser sich seinem Smartphone widmen darf.
Mercedes entwickelt Markierungslichter für autonomes Fahren: Warum leuchten sie Türkis?
Zu finden sind die Markierungslichter für autonomes Fahren dabei in den Front- und Heckleuchten sowie beiden Außenspiegeln. Doch warum ausgerechnet Türkis? Laut Mercedes-Benz gibt es dafür mehrere Gründe. So sei etwa eine „zuverlässige und schnelle Erkennung für andere Verkehrsteilnehmer:innen“ gewährleistet. Zudem unterscheidet sich die Farbe deutlich von den „bereits bestehenden Fahrzeugbeleuchtungen und Verkehrssignalen wie Ampeln oder Notbeleuchtungen“.
Darüber hinaus habe Türkis in Studien mit Probanden sowohl bei physiologischen als auch bei psychologischen Faktoren höhere Werte als andere Farben erzeilt. „Für die Entwicklung und Genehmigung des neuen Lichtkonzeptes haben Ingenieure, Compliance-Manager, Datenschützer und Experten für Ethik fachübergreifend als interdisziplinäres Team zusammengearbeitet“, erklärt der Autobauer.
Türkise Markierungslichter für autonomes Fahren: Mercedes bekommt Ausnahmegenehmigung in den USA
Ab 2024 kommen die Markierungslichter erstmals im Rahmen der Weiterentwicklung des Drive Pilot in Kalifornien zum Einsatz. In dem US-Bundesstaat hat Mercedes eine Ausnahmegenehmigung bis 2026 erhalten. In Nevada dürfen die Serienfahrzeuge ab dem Modelljahr 2026 ebenfalls türkis leuchten. Hier ist die Genehmigung unbefristet gültig. Ob es Mercedes gelingt, weltweit einen neuen Standard für autonomes Fahren zu etablieren, wird sich aber noch zeigen.
Rubriklistenbild: © Mercedes-Benz AG

