So konnten die Wissenschaftler um Nien-Pei Tsai von der University of Illinois (USA) ein bestimmtes Eiweiß identifizieren, das „PSD-95“, das bei der Entstehung von Alzheimer eine wichtige Rolle spielt. Dabei handelt es sich um ein „Gerüstprotein“, das zu Veränderungen an den Synapsen (Kontaktstellen zwischen Nervenzellen) führen kann. Bei der Alzheimer-Krankheit ist die synaptische Übertragung zunehmend beeinträchtigt.
Darüber hinaus kündigen weitere Anzeichen die Alzheimer-Krankheit an, darunter ein Anstieg der Gehirnzellen-Aktivität. Die Experten vermuten, dass diese Überregbarkeit und anfallsartige Aktivität der Nervenzellen durch eine Schädigung der Zellen entsteht, bevor diese absterben. Der Verlust der Nervenzellen zieht dann die typischen Alzheimer-Symptome nach sich. Diese sind laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft:
Gedächtnis- und Orientierungsstörungen
Sprachstörungen
Störungen des Denk- und Urteilsvermögens
Veränderungen der Persönlichkeit
Rund ein Drittel der Menschen mit genetischer Veranlagung für Alzheimer erleidet diese Anfälle. Eine Studie zeigt, dass bei Personen mit starken Spitzen in der Gehirnaktivität Alzheimer oft früher erkannt wird.
Hemmung von Alzheimer-Protein könnte Verlauf der Krankheit verlangsamen
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass PSD-95 entscheidend zur Übererregbarkeit in den frühen Stadien der Alzheimer-Krankheit beiträgt“, erklärt der Molekularbiologe und Hauptautor der Studie Nien-Pei Tsai. Damit sei das Protein ein „früher Biomarker“ für die Krankheit.
Im Maus-Experiment gelang es den Forschern sogar, die Bildung des Proteins zu stoppen und die anfallsartige Aktivität der Nervenzellen zu reduzieren. Tsai: „Die Hemmung von PSD-95, zumindest während der frühen Phase der Krankheit, kann das Fortschreiten der Symptome verlangsamen.“ Damit könnte das Eiweiß eine wichtige Rolle bei künftigen Therapien spielen.
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