Weltweite Krise

Lager leer wie seit 30 Jahren nicht: Experten sagen Preisexplosion bei Nudeln voraus

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Wer gerne Nudeln kauft, erlebt beim Blick auf den Kassenbon wohl künftig eine böse Überraschung. Die Preise sollen deutlich klettern.

Kassel – Fast jeder liebt Nudeln: Ob Penne, Fusilli oder Spaghetti – Hauptsache Pasta. Dabei zeigt sich, dass es nicht immer Markennudeln sein müssen, viele greifen auch gerne zu den Eigenmarken. Doch künftig könnte es für Verbraucher seltener dazu kommen, dass sie in den Genuss ihres Lieblingsessens kommen. Denn Nudeln sollen nach Einschätzung von Experten deutlich teurer werden.

Nudeln wohl bald deutlich teurer: Hartweizenpreise in Europa schon um zwölf Prozent angestiegen

Genauer gesagt ist Hartweizen das Problem. Innerhalb kurzer Zeit sind die Preise für Durum (bestimmte Weizen-Art) innerhalb Europa um 20 Prozent angestiegen. Das berichtet Agrarheute.com. Die hohen Preise rühren von geringer Produktion, denn dem International Grains Council zufolge wird die weltweite Produktion von Durum in der Saison 2023/24 voraussichtlich auf dem niedrigsten Stand seit 22 Jahren liegen.

Die Preise für Hartweizen-Nudeln sollen laut Expertenmeinung zufolge künftig drastisch anziehen. Bereits jetzt sind sie um zwölf Prozent gestiegen. (Symbolfoto)

Die Lagerbestände werden folglich Tiefstwerte erreichen, wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr. Die Gründe sollen schlechte Ernten wegen der Dürre bei Top-Exporteur Kanada sowie schlechtes Wetter in Europa sein. Laut Angaben des Marktforschungsunternehmens Nielsen sind die Einzelhandelspreise in Europa bereits um etwa zwölf Prozent angestiegen, in den Vereinigten Staaten von Amerika um acht Prozent. Weitere Anstiege werden erwartet.

„Angespannte Situation“: Experte führt Teuerung von Nudeln auf Hitze und Dürre zurück

So kostet eine Tonne Hartweizen aktuell in Bologna 412 Euro, was 70 Euro (20 Prozent) mehr als im Juli entspricht. Im französischen La Palice sind die Preise ebenfalls um 55 Euro seit Juli gestiegen, dort liegt der Tonnenpreis bei 415 Euro. Laut der Nachrichtenagentur Reuters hatte die italienische Regierung im Mai gar eine Krisensitzung einberufen, als die Preise für Grundnahrungsmittel um mehr als das doppelte der nationalen Inflationsrate stiegen.

„Es gibt einen großen Mangel in Tunesien, eine angespannte Situation in Algerien, einen großen Mangel in Marokko, schlechte oder sehr schlechte Qualität in Italien, und im Grunde eine Abschreibung der Ernte in Spanien“, analysiert Neil Townsend laut kanadischen OnIineportal 620ckrm.com. Laut dem Chief Market Analyst von Grain Fox zufolge, musste Algerien wegen der hohen Preise eine Durum-Ausschreibung bereits stornieren. Hoffnung liegt indes auf der Türkei: „Es gibt Anzeichen dafür, dass die Türkei in der Lage sein könnte, etwa fünf bis sechshunderttausend Tonnen zu exportieren, was den Preisanstieg, den wir sehen könnten, ein wenig abmildert“, so Townsend.

Wer noch mehr aus den Nudeln herausholen möchte, sollte das Nudelwasser nicht wegschütten. Denn damit kann das wohl künftig kostbare Lebensmittel noch den Pflanzen etwas Gutes tun. (cgsc)

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