Vorsicht vor Cyanobakterien

Blaualgen im Wasser sind eine tödliche Gefahr für Hunde – diese fünf Tipps schützen Ihr Tier

  • schließen

Blaualgen können bei Hunden schwere Vergiftungen auslösen. Mit fünf einfachen Tipps schützen Sie Ihr Tier vor der Gefahr im Wasser.

An einem heißen Sommertag gehen viele Besitzer mit ihren Hunden an Badeseen und Gewässern spazieren. Schließlich ist das kühle Nass eine willkommene Abwechslung für die Vierbeiner. Doch Vorsicht: Bei Trockenheit und Wärme fühlen sich Blaualgen besonders wohl. Vor allem in ruhigen Gewässern vermehren sich die sogenannten Cyanobakterien rasant schnell. Landtiere.de gibt Tipps, wie Sie Ihr Tier vor der tödlichen Gefahr im Wasser schützen können.

Blaualgen im Wasser sind eine tödliche Gefahr für Hunde – mit diesen fünf Tipps schützen Sie Ihr Tier

Vorsicht Blaualgen: Hat das Gewässer eine grünlich-trübe Färbung, sollten Hunde nicht darin schwimmen. (Symbolbild)

Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag oder Atemnot: Beim Menschen können diese Symptome für eine Vergiftung durch Blaualgen sprechen. Besonders gefährlich sind die Bakterien auch für Hunde. Trinken die Tiere belastetes Wasser können die Bakterien verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit haben und eine schwere Leberzerstörung oder sogar Leberversagen auslösen. Verantwortlich dafür ist ein Giftstoff der Mikroorganismen, der sich im Wasser löst.

„Im schlimmsten Fall können Vierbeiner an einer Cyanobakterien-Vergiftung sterben“, warnt Jana Hoger, Peta-Fachreferentin für tierische Mitbewohner. Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung, sollten Besitzer sofort einen Tierarzt aufsuchen. Eine Vergiftung durch Blaualgen äußert sich bei Hunden durch folgende Symptome:

  • Schwäche/Lethargie
  • Orientierungslosigkeit
  • blasse Schleimhäute
  • übermäßiger Speichelfluss
  • vermehrte Tränenproduktion
  • Muskelzittern/-starre
  • Lähmungen und Krampfanfälle
  • Atemnot
  • Bewusstlosigkeit
  • Durchfall und Erbrechen

Auch für Katzen, Pferde und Vögel ist die Aufnahme von Blaualgen sehr gefährlich. In den meisten Fällen entwickelt sich die Krankheit schnell und endet für die Tiere oft tödlich.

Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Partner-Newsletter von Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.

Warum Blaualgen für Hunde so gefährlich sind

Um den Kontakt mit Blaualgen zu vermeiden, sollten Besitzer daher beim Gassigehen genau darauf achten, wo ihr Hund ins Wasser geht. „Sind stehende Gewässer grünlich-trüb oder haben einen schleimig-grünen Film, dürfen Tiere das Wasser weder trinken noch in ihm schwimmen.“ Auch Schlieren auf der Wasseroberfläche und ein muffiger Geruch sprechen für eine starke Belastung mit Blaualgen.

„Würstchenhunde“ & Co. – Tierarzt verrät, welche zehn Hunderassen er sich nicht anschaffen würde

Ein Chow-Chow liegt im Garten auf einer Mauer und sonnt sich.
Zum Chow-Chow sagt Ben, der Tierarzt: „Ich bin mir sicher, dass es ein paar Nette unter ihnen gibt. Aber ich finde einfach, dass sie oft kein sehr nettes Temperament haben. Sie können sehr distanziert sein und beim Tierarzt sind sie oft sehr aggressiv. Es ist ziemlich schwer, ihnen einen Maulkorb anzulegen und sie leiden ziemlich häufig an Augenproblemen. Die violetten Zungen sind außerdem ein bisschen nervtötend.“ © blickwinkel/Imago
Ein Cavalier King Charles Spaniel schnüffelt in einer Wiese.
„Sie sind die liebenswertesten Hunde und wenn ich mir eine Hunderasse aussuchen würde, würde ich mich für den Cavvy entscheiden, wenn er nicht so viele gesundheitliche Probleme hätte. So gut wie alle bekommen die gleiche Art von Herzkrankheit: die Mitralklappenerkrankung, was bedeutet, dass viele von ihnen ihre letzten Tage hustend und stotternd verbringen, nach Luft ringen und schließlich an Herzversagen sterben. Meiner Meinung nach ist es nicht fair, einen Hund zu züchten, bei dem die Wahrscheinlichkeit einer Krankheit so hoch ist“, sagt Tierarzt Ben über den Cavalier King Charles Spaniel. © Zoonar/Imago
Drahthaar-, Rauhhaar- und Langhaardackel auf dem Rasen stehend.
Auch für einen Dackel würde sich der Tierarzt nicht entscheiden: „Dackel sind auch wirklich liebenswerte Hunde und einige meiner Lieblingspatienten sind ‚Würstchenhunde‘, aber jeder vierte von ihnen entwickelt im Laufe seines Lebens Rückenprobleme, die von einfachen Schmerzen bis hin zu kompletten Lähmungen reichen können. Dies bedeutet häufig, dass sie an der Wirbelsäule operiert werden müssen, was natürlich ein gewaltiges Unterfangen ist und eine sehr lange Erholungszeit nach sich zieht. Sie sind ebenfalls fantastische Persönlichkeiten, aber bieten einfach zu viel Potenzial für Herzschmerz.“ © VWPics/Imago
Zwei Shar Pei-Welpen stehen neben Holzstoß.
Der Shar Pei gehört ebenfalls zu den Hunderassen, die sich Tierarzt Ben nicht zulegen würde: „Sie haben sogar eine Krankheit, die nach ihnen benannt ist, namens Shar-Pei-Fieber. Es gibt Leute, die weniger übertriebene Shar Peis züchten, aber die meisten von ihnen sind zu faltig. Sie sind so faltig, dass man ihnen die Augenlider festtackern muss, damit die Haare nicht auf ihren Augen reiben. Sie bekommen ständig Hautprobleme und sie haben winzige, enge Ohrkanäle. Beim Tierarzt versuchen sie oft, die Mitarbeiter zu beißen. Die meisten Shar Peis, die ich sehe, haben eine Menge gesundheitlicher Probleme.“ © imagebroker/Imago
Ein Mops blickt traurig nach unten.
Flachgesichtige oder brachycephale Hunderassen: „Hunderassen wie Französische Bulldoggen oder Bulldoggen oder Möpse: Die Gesellschaft hat die Tatsache normalisiert, dass diese Hunde schnauben, weil sie nicht gut atmen können. Es gibt Exemplare, die gesünder sind als andere. Aber sie sind so anfällig für so viele Probleme. Probleme mit der Wirbelsäule, Hautprobleme, Augenprobleme. Die Tatsache, dass mehr als die Hälfte von ihnen einen Kaiserschnitt vornehmen lassen muss, um zu gebären, ist ethisch bedenklich genug, sodass ich niemals einen haben möchte. Wenn Sie damit einverstanden sind, ist das in Ordnung, aber ich persönlich finde es nicht sehr fair.“ © Panthermedia/Imago
Porträt eines Dobermanns.
Einen Dobermann würde sich Ben privat niemals zulegen: „Ich habe schon viele wirklich Liebenswürdige getroffen, aber es ist schockierend, wie viele von ihnen eine Herzkrankheit namens ‚Dilatative Kardiomyopathie‘ bekommen. Über die Hälfte, also die Mehrheit der Dobermänner, bekommt diese Art von Herzerkrankung. Die Prognose ist in der Regel recht schlecht und ich habe schon einen Dobermann gesehen, der deshalb vor meinen Augen tot zusammengebrochen ist, noch bevor ich einschreiten konnte. Das war traumatisch genug, um niemals selbst einen besitzen zu wollen.“ © Panthermedia/Imago
Ein Border Collie apportiert am Strand einen Stock.
Für manche überraschend, gehört auch der Border Collie zu den Hunderassen, die Doc Ben sich nicht zulegen würde: „Sie sind zwar ziemlich gesund, sie neigen etwas zu Epilepsie, aber ich finde einfach, dass sie eine Hunderasse sind, die sich nicht gut an das Leben als Haustier anpassen kann. Ihr Gehirn braucht konstante Stimulation, sie wollen arbeiten und wenn sie nicht durchwegs beschäftigt werden, können sie schnell durchdrehen. Ich habe schon einige Kollegen gesehen, die sehr ängstlich waren oder zwanghaftes Verhalten entwickelt haben, wie etwa sich dauernd im Kreis zu drehen. Ich würde mir einen holen, wenn ich ein Hirte wäre, aber ich bin keiner und ich glaube nicht, dass mein Lebenswandel ihnen geben könnte, was sie brauchen.“ © Shotshop/Imago
Ein Boxer sitzt im Gras und blickt aufmerksam auf etwas.
Auch einen Boxer würde der Tierarzt als Welpe für sich nicht wählen: „Ich habe viele wirklich süße Artgenossen getroffen, aber die Liste von Problemen, für die sie genetisch bedingt anfällig sind, ist ganz schön schockierend.“ Laut einem Buch, das er in die Kamera hält, gibt 74 Erkrankungen, für die Boxer anfällig sind: Dazu gehören Aortenverengung, Gehirntumore, Hautkrebs oder Hornhautgeschwüre. „Ich habe zu viele Boxer mit all diesen Problemen gesehen und ich finde das einfach nicht fair.“ © YAY Images/Imago
Eine Deutsche Dogge steht auf der Wiese und blickt in die Ferne.
Genauso zählt Ben die Deutsche Dogge zu den Hunderassen, die er für problematisch hält: „Ich glaube, tief in meinem Herzen bin ich einfach kein Fan von großen Hunden. Mein Auto ist nicht groß genug, genauso wie mein Haus, die Tierarztrechnungen sind gigantisch, weil alle Medikamente nach Gewicht berechnet werden, was mehr Geld kostet. Oft werden sie auch nur etwa sieben Jahre alt und mir würde es schwerfallen, einen Hund zu lieben und ihn dann innerhalb so kurzer Zeit zu verlieren, aber jeder so wie er meint.“ © imagebroker/Imago
Fünf Flat Coated Retriever am Strand am Wasser.
Obwohl Veterinärmediziner Ben den Flat Coated Retriever für einen wunderbaren Familienhund hält, würde er ihn sich nicht privat zulegen: „Ich weiß einfach zu viel. Wenn man ein Veterinäronkologe ist (was ich nicht bin), bekommt man viele dieser Hunde zu sehen. Sie sind sehr anfällig für eine aggressive Krebsart namens Histiozytäres Sarkom. Sie sind das Vorzeigeobjekt dieser Erkrankung: Rund 50 Prozent aller Flat Coats sterben an Krebs. Natürlich müssen sie an irgendetwas sterben, aber ich persönlich würde diesen Liebeskummer vermeiden wollen.“ © imagebroker/Imago

Zusätzlich sollten Halter auf folgende Tipps achten, um ihre Tiere vor der Hundekrankheit zu schützen:

  • 1. Badeverbote beachten: Bei Hunden, die gerne ins Wasser gehen, besteht ein höheres Risiko, mit Blaualgen in Kontakt zu kommen. Weisen Gewässer gefährlich hohe Mengen an Cyanobakterien auf, sprechen viele Gemeinden ein Badeverbot aus, an das sich Besitzer unbedingt halten sollten.
  • 2. Spaziergänge variieren: Gerade in der Hochzeit der Blaualgen (bei sehr sonnigem und warmem Wetter ab 30 Grad Celsius) sollten Besitzer Spaziergänge an Orten fernab von ruhenden Gewässern machen. So vermeiden sie den Kontakt mit den giftigen Bakterien.
  • 3. Hunde anleinen: In der Nähe von Seen, Teichen oder langsam fließenden Gewässern sollten Hundehalter ihre Vierbeiner an der Leine lassen, um kein Risiko einzugehen.
  • 4. Hunde nach dem Schwimmen reinigen: Blaualgen können sich im Fell von Tieren festsetzen und bei der Fellpflege aufgenommen werden. Nach dem Schwimmen sollten Hunde daher gründlich mit sauberem Wasser abgespült werden.
  • 5. Frisches Wasser mitnehmen: Für den Notfall sollten Besitzer immer eine Flasche frisches Wasser dabei haben. So können sie ihrem Hund an heißen Tagen etwas zu trinken geben oder sein Fell bei Bedarf kurz abspülen.

Rubriklistenbild: © D. Maehrmann/Imago

Kommentare