Katzenverhalten deuten

„Warum tritt meine Katze mitten in der Nacht auf mich?“ – Es liegt nicht nur am Hunger

+
Weshalb wecken Katzen uns mitten in der Nacht oder morgens wirklich auf? Landtiere.de hat nachgefragt.
  • schließen

Viele Katzenbesitzer glauben, dass ihre Katze sie weckt, weil sie Hunger hat. So ganz stimmt das jedoch nicht – sagt zumindest eine Katzenbesitzerin in einem viralen Instagram-Video. Was ist dran?

Eine Instagrammerin aus Kanada (@bbymisogrey) behauptet etwas über Katzen, das vielen Katzenbesitzern über ihre Lieblinge neu ist: „Wenn Sie glauben, dass Ihre Katze morgens besonders anhänglich ist, weil sie hungrig ist, liegen Sie falsch.“ Diese Aussage macht die Besitzerin von „miso the bsh kitten“ auf Instagram.

„miso the bsh kitten“ ist ein ziemlich niedlicher, neun Monate alter grauer Britisch-Kurzhaar-Kater aus Kanada. Auf ihrem Account hält die Besitzerin ihre Follower täglich über die Abenteuer der lilac-farbenen Katze auf dem Laufenden. Zuletzt überraschte sie mit Neuigkeiten hinsichtlich des Verhaltens von Katzen: Die Samtpfoten wecken uns aus den verschiedensten Gründen – und das meist nicht, weil sie Hunger haben, sagt das Frauchen. Doch woran liegt es dann, dass Katzen ihre Besitzer häufig morgens recht ungeduldig aufwecken und scheinbar nach Futter verlangen?

Katzen wecken uns, weil sie sich Sorgen um uns machen – stimmt das?

Weshalb wecken Katzen uns mitten in der Nacht oder morgens wirklich auf? Landtiere.de hat nachgefragt. (Symbolbild)

„Katzen sind von Natur aus Leichtschläfer, weil sie nach Beute und Raubtieren Ausschau halten müssen“, sagt @bbymisogrey. „Da deine Katze denkt, dass du auch eine Katze bist und mietfrei in ihrer Kolonie lebst, macht sie sich Sorgen um dich, wenn du in der Nacht völlig k.o. bist, sodass sie nach dir sieht, um sich zu vergewissern, dass du noch am Leben bist, und sie freut sich sehr, dass du morgens wieder aufwachst.“ Doch was ist an dieser Behauptung dran? Landtiere.de hat bei der international renommierten Katzenexpertin Birga Dexel nachgefragt und eine eindeutige Antwort erhalten:

Katzen wissen sehr genau, dass wir Menschen keine anderen Katzen sind. Wir stellen keine Konkurrenz wie Artgenossen in Bezug auf ihre wichtigen Ressourcen dar; ganz im Gegenteil, wir stellen ihnen diese zur Verfügung wie z. B. Fressen, Interaktion, Kuschelorte zum Dösen und Schlafen, liebevolle Hände zum Streicheln. Katzen sind Gewohnheitstiere mit genauem Zeitgefühl. Sie wecken uns morgens auf, wenn sie beispielsweise spielen, raus in den Garten oder auch ihr Fressen wollen.

Birga Dexel, Cat Institute Birga Dexel, www.birgadexel.com

Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Newsletter von Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.

Kommentare auf Instagram: User äußern ihre Meinung

Die User erzählen in den Kommentaren ihre ganz eigenen Geschichten, die sie mit ihren Samtpfoten erleben und zeigen sich erstaunt über die Herleitung der Instagram-Userin:

  • „Ist das der Grund, warum ich aufwache und er mich buchstäblich anstarrt?“
  • „Es ist wie ein Uhrwerk, jede Nacht wache ich zur gleichen Zeit auf und die Augen starren mich an. 🤣“
  • „Das klingt verdächtig nach dem, was eine hungrige Katze sagen würde.“
  • „Meine Katze nimmt einfach an, dass ich tot bin und schaut dann nicht nach mir.“
  • „Meine Katze schläft tief und fest und normalerweise wecke ich sie auf.“
  • „Ich hebe meinen Kater hoch und bewege ihn, wenn er schläft und er wacht nicht auf. 😂 So oft bin ich erschrocken, dass er tot ist. Bedeutet das, dass er das Alphatier ist und ich nachts nach ihm sehen soll? 😮“

Innerhalb von zwei Wochen erreichte das niedliche Video zwar 5,5 Millionen Klicks und fast 550.000 Likes – dennoch sollten die User nicht alles einfach übernehmen, was ihnen in den sozialen Medien glaubhaft gemacht wird.

Von Regenbogen bis Glitzer? Die Top Ten der seltensten Fellfarben bei Katzen

Eine lilac-farbene Katze liegt mit umgelegten Pfoten auf einem Fliesenboden.
Katzen in Lilac zeichnen sich durch ihre hellbeige Fellfarbe mit dem warmen Grundton Creme und einer lavendelfarbenen Bänderung aus. Bei Lilac handelt es sich um eine Verdünnung der Farbe Chocolate. An Pfoten, Nase, Ohren und Schwanzspitze kann ein leicht bläulicher Ton auftreten. © agefotostock/Imago
Eine smoke-farbene Katze sitzt vor einem himmelblauen Hintergrund.
Tragen Katzen Smoke als Fellfarbe, wirken sie für den Betrachter zunächst schwarz. Erst in der Bewegung erkennt man die weißen Fellspitzen. © imagebroker/Imago
Eine Perserkatze mit großen grünen Augen und langem, wuscheligem Fell blickt direkt den Betrachter an.
Ihre Fellfarbe nennt sich Chinchilla, sie sind aber nur Katzen: Bei dieser seltenen Fellfarbe hat jedes Haar zwei verschiedene Farben. Die Katze auf dem Bild beispielsweise hat schwarze und weiße Haare. © Anka Agency International/Imago
Eine junge Katze mit Tupfern sitzt auf einem Sofa mit Leopardendesign.
Getupfte Katzen tragen dunkle Tupfer in ihrem Fell – diese Farbe erscheint nicht ungewöhnlich und ist dennoch eine der seltensten Fellfarben. © blickwinkel/Imago
Eine dunkelbraune Katze liegt ausgestreckt mit übereinandergelegten Pfoten auf dem Boden.
Das Fell der dunkelbraunen Katzen wird Chocolate genannt, weil es an Schokolade erinnert. Andere Namen für diese Fellfarbe ist Chestnut, Brown, Bronze oder Havanna. © agefotostock/Imago
Eine Katze liegt wie ein Mensch gebettet in einem Bett mit weißer Bettwäsche.
Die Farbe Cinnamon ist eine besondere Fellfarbe: Die Katzen besitzen ein kupferrotes Fell mit einer schokoladenbraunen Bänderung. Im Internet findet man die verschiedenen Varianten. Andere Bezeichnungen lauten: Gold, Sorrel oder Zimt. © imagebroker/Imago
Eine Katzenmutter steht mit vier Katzenbabys in einem hölzernen Regal.
Das Fellkleid dieser Katzenmama nennt sich Fawn. Der Farbton ist matt-beiges Creme mit einer ebenfalls cremefarbenen Bänderung. Fawn ist eine der Verdünnungen von Cinnamon. Die Nase und die Pfotenballen bei Fawn-Katzen sind rosa gefärbt.  © Anka Agency International/Imago
Eine dreifarbige Katze blickt mit großen Augen in Richtung des Betrachters.
Katzen mit dreifarbigem Schildpatt-Muster (Rot, Weiß, Schwarz – auch in den jeweiligen Verdünnungen Blau oder Caramel, Creme oder Apricot) werden gerne als Glückskatzen bezeichnet. © Wirestock/Imago
Ein Bengal sitzt in einem Käfig und hat Spielzeug neben sich liegen.
Das gefleckte Tabby-Muster, auch als Rosettenmuster bezeichnet, ist ebenfalls ein seltenes Fellmuster. Dabei sind die Tupfer im Fell dunkelt umrandet. Die Katzen mit diesem Muster sehen aus wie Mini-Leoparden. Hybridrassen wie die Bengalen (im Bild) sind bekannte Vertreter dieser Fellzeichnung. © Julian Stähle/dpa
Eine Norwegische Waldkatze liegt der Kamera zugewandt auf dem Fußboden.
Bei Katzen, die Amber ausführen, müssen Sie genau hinschauen: Sie tragen zimtfarbenes Fell und haben eine schwarze Schwanzspitze. Amber gilt außerdem als Vollfarbe: Amber-Kitten sehen bei ihrer Geburt schwarz aus. Ein bestimmtes Gen sorgt dafür, dass das Fell (bis auf die Schwanzspitze) innerhalb des ersten Lebensjahres zimtfarben erscheint. Diese seltene Färbung ist bisher nur bei Norwegischen Waldkatzen bekannt. Die Variante Light Amber ist eine Verdünnung der Vollfarbe Amber. Diese Katzen tragen ein sehr helles apricot- oder cinnamon-farbenes Fell. © Wirestock/Imago

Ganz egal, aus welchem Grund Katzen ihre Besitzer zu nächtlicher Stunde oder am Morgen wecken – meist wollen sie wahrscheinlich einfach mitteilen, dass sie ihre Lieblingsmenschen liebhaben.

Kommentare