Zur Entschädigung

Postbank-Kunden erhalten 1000 Euro – unter folgenden Voraussetzungen

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Anhaltende IT-Probleme und fehlender Zugriff auf Konten sorgten für Unzufriedenheit bei Postbank-Kunden. Kann eine Entschädigung die Gemüter besänftigen?

Kassel – Kunden der Postbank hatten in diesem Jahr mit einigen Hürden zu tun. Seit Monaten gibt es wegen einer IT-Umstellung nämlich massive Probleme bei der Postbank. Diese bestehen, seitdem zwölf Millionen Postbank-Kunden und sieben Millionen Deutsche-Bank-Kunden auf einer gemeinsamen Plattform zusammengeführt wurden.

Die Integration der Bankkunden erwies sich nämlich als deutlich problematischer und langwieriger als gedacht. Allein zwischen Januar und September gingen bei Verbraucherzentralen in Deutschland etwa 1700 Beschwerden zu den Deutsche-Bank-Töchtern Postbank und DSL Bank ein, berichtet der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv).

Bis zu 1000 Euro Entschädigung: Wer kann sie beantragen?

Zum Jahresabschluss gibt es aber zumindest eine gute Nachricht für Kunden der Postbank, die dieses Jahr nur wenig Grund zur Freude hatten. Denn manche von ihnen können jetzt bis zu 1000 Euro von der Bank erhalten. Das gilt allerdings nur unter bestimmten Umständen.

Für die Zahlung von bis zu 1000 Euro können Kunden der Postbank seit vergangenem Mittwoch (20.12.23) einen Online-Antrag stellen. Auf ihrer Website hat die Postbank ihren Kunden ein entsprechendes Antragsformular bereitgestellt. Gedacht ist das Angebot als eine Form der Entschädigung für die Unannehmlichkeiten, mit denen zahlreiche Kunden der Postbank in den vergangenen Monaten konfrontiert waren.

Kunden beklagten Probleme wie vorübergehenden Kontenzugriff, Kontosperrungen und nicht eingelöste Lastschriften. Einigen von ihnen wurde sogar der Zugriff auf ihr Konto verwehrt. Hinzu kamen Probleme rund um Pfändungsschutzkonten, die Menschen mit Schulden vor Pfändungen schützen sollen.

Postbank und Deutsche Bank: Digitale Zusammenführung von Kunden sorgt für IT-Probleme

Der vierte und letzte Schritt der Zusammenführung von Postbank- und Deutsche-Bank-Kunden wurde im Juli dieses Jahres abgeschlossen. Doch auch danach rissen die Probleme nicht ab, im Gegenteil: Etwa 1100 Beschwerden gingen überhaupt erst im dritten Quartal bei den Verbraucherzentralen ein. 

Anfang September mahnte die Finanzaufsicht Bafin die Deutsche Bank wegen erheblicher Beeinträchtigungen im Kundenservice und forderte, bestehende Probleme umgehend zu lösen. Der Fortschritt wird seitdem durch einen Sonderbeauftragten überwacht.

Auch hatte die Deutsche Bank entschieden, das Filialnetz des Tochterunternehmens Postbank deutlich auszudünnen. Auch darüber zeigten sich viele Kunden der Postbank erzürnt. Außerdem führten lange Bearbeitungszeiten von Kundenanliegen teilweise zu noch größeren Problemen - etwa, wenn Kundenkonten Betrügern zum Opfer fielen.

In diesen Fällen haben Postbank-Kunden Anspruch auf bis zu 1000 Euro Entschädigung

Die Möglichkeit eines Antrags auf eine Entschädigung von bis zu 1000 Euro richtet sich an Postbank-Kunden, die wegen langer Bearbeitungszeiten ihres Anliegens zu Schaden gekommen sind. Nutzer eines Postbank-Kontos kommen für eine Entschädigungszahlung infrage, wenn

  • Sie 2023 durch langwierige Bearbeitung einer Pfändung, Insolvenz oder des Pfändungsschutzes zu finanziellem Schaden gekommen sind
  • Die Gesamtsumme des entstandenen Schadens weniger als 1.000 Euro beträgt.
  • Der Schaden durch Belege nachgewiesen werden kann.

Eigentlich hatte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing im Rahmen einer öffentlichen Entschuldigung versprochen, die anhaltenden IT-Probleme bis Ende 2023 zu lösen. Das konnte jedoch nicht eingehalten werden, wie unter anderem die Tagesschau meldet. Die verbleibenden Rückstände zu bearbeiten, sei ein komplexes Vorhaben und nehme teilweise mehr Zeit in Anspruch, als man zunächst angenommen hatte. „Einen Teil dieser Fälle werden wir deshalb Anfang 2024 abschließend bearbeiten“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Rubriklistenbild: © IMAGO/Danil Shamkin

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