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Schützen Sie Ihren Garten vor gefährlichen Pflanzen! Einige Gewächse können für Kinder und Haustiere giftig sein. Einige Pflanzen sollten Hobbygärtner meiden.
Kassel – Ein blühender Garten ist eine Freude für die Sinne, besonders im Sommer. Doch manche botanischen Schönheiten bergen unerwartete Gefahren. Für Kinder und Haustiere können bestimmte Pflanzenarten sogar toxisch sein. Wir verraten, welche Pflanzen Sie besser aus Ihrem Garten verbannen sollten, um Vergiftungen vorzubeugen.
Hochgiftige Schönheiten im Garten: Fingerhut und Blauer Eisenhut
Fingerhut (Digitalis purpurea) und Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) sind zwar sehr schön anzusehen, zählen aber auch zu den giftigsten Pflanzen in heimischen Gärten. Beide enthalten hochgiftige Glykoside und Alkaloide, die laut Goethe Universität Frankfurt bei Berührung oder Verzehr schwere Vergiftungserscheinungen wie Herzrhythmusstörungen und neurologische Ausfälle verursachen können. Besonders Kinder sollten von diesen Pflanzen ferngehalten werden, da bereits kleine Mengen gefährlich sein können. Die giftige Schönheit Eisenhut umfasst rund 300 Arten, von denen viele aus Asien stammen.
Gleiches gilt auch, für weniger auffallende Gewächse. Die scheinbar harmlosen Heckenpflanzen Efeu (Hedera helix) und Liguster (Ligustrum vulgare) sind nicht zu unterschätzen. Die Beeren dieser Pflanzen sind giftig und können beim Verzehr zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Haustiere, die gerne an Pflanzen knabbern, sind somit ebenfalls gefährdet.
Blütenpracht mit Risiko: Lilien, Pfingstrosen und Wandelröschen
Einige Gartenpflanzen wie Lilien (Lilium spp.), Pfingstrosen (Paeonia spp.) und Wandelröschen (Lantana camara) sind in geringen Mengen unbedenklich, können aber, laut Plantura Magazin, bei übermäßigem Verzehr giftig wirken. Besonders Kinder, die dazu neigen, alles in den Mund zu nehmen, sollten von diesen Pflanzen ferngehalten werden.
Die Tollkirsche (Atropa belladonna) und der Stechapfel (Datura stramonium) sind klassische Beispiele für giftige Pflanzen, die in keinem kinderfreundlichen Garten stehen sollten. Beide enthalten, wie Fingerhut und Blauer Eisenhut, Alkaloide, die das Nervensystem beeinflussen und zu schweren Vergiftungen führen können. Die Symptome reichen von Halluzinationen und Sprachstörungen bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen.
Auch die allergieauslösende Ambrosia und Riesenbärenklau breiten sich in Deutschland aus, und sind nicht nur für Allergiker gefährlich. Ambrosia wird in der Regel weniger als einen Meter groß, einige Exemplare dagegen können bis zu etwa zwei Metern erreichen. Laut Umweltbundesamt wächst die Pflanze ab Juni in die Höhe und ist dann besonders gut erkennbar.
Vorsicht im Garten: Diese zehn Pflanzen entpuppen sich als Gesundheitsgefahr
- Fingerhut (Digitalis purpurea)
- Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)
- Efeu (Hedera helix)
- Liguster (Ligustrum vulgare)
- Lilien (Lilium spp.)
- Pfingstrosen (Paeonia spp.
- Wandelröschen (Lantana camara)
- Tollkirsche (Atropa belladonna)
- Stechapfel (Datura stramonium)
- Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)
Giftige Pflanzen im eigenen Garten: So schützen Sie Kinder und Tiere
Um Ihren Garten sicher für Kinder und Haustiere zu gestalten, sollten daher ein paar Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Gartenbesitzer sollten sich gründlich über die Pflanzen in ihrem Garten informieren und die Etiketten gekaufter Pflanzen auf mögliche Giftwarnungen überprüfen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, Pflanzen, mithilfe von Apps wie PlantNet, zu identifizieren.
So können potenziell schädliche Pflanzen im Zweifelsfalls beseitigt werden. Wenn Kinder bei der Gartenarbeit helfen, sollten auch sie Handschuhe tragen. Außerdem sollte der Nachwuchs darüber aufgeklärt werden, welche Pflanzen und Beeren besser nicht in den Mund genommen werden. Besonders wichtig ist das bei Beeren tragenden Ziersträuchern. Übrigens: Das Pflanzen mancher Gewächse wird in Deutschland mit immensen Strafen geahndet. In besonders harten Fällen droht sogar Gefängnis.
Im Notfall: Schnelles Handeln ist gefragt
Falls es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einer Vergiftung kommt, ist schnelles Handeln entscheidend. Kontaktieren Sie sofort die Giftinformationszentrale oder rufen Sie im Notfall die Rettungsstelle über 112. Der Giftnotruf der Giftinformationszentrale der Universitätsmedizin Mainz ist beispielsweise rund um die Uhr unter der Telefonnummer 06131 19240 erreichbar. Das Bundesamt für Verbraucherschutz hat sogar eine ganze Liste der Giftnotrufzentralen und Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und Schweiz bereitgestellt.
Ein schöner Garten muss nicht gefährlich sein. Durch das Bewusstsein über giftige Pflanzen und deren Entfernung können Sie einen sicheren und blühenden Rückzugsort für Ihre Familie schaffen. Achten Sie auf die Auswahl der Pflanzen und nehmen Sie potenzielle Gefahren ernst, damit Sie, Kinder und Haustiere gemeinsam unbeschwert die Natur genießen zu können. (ls)



