VonRobin Dittrichschließen
Im Sommer freuen sich viele Menschen in Deutschland auf frische Erdbeeren. Verschiedene Angebote beim Discounter Aldi sorgen jetzt für Gesprächsstoff.
München – Wer Hunger auf Erdbeeren verspürt, hat zum Einkaufen viele Möglichkeiten. Einige bevorzugen es, die Erdbeeren selbst auf einem Feld zu sammeln. Andere machen es sich hingegen einfacher und fahren zum Supermarkt oder Discounter – dort können sie deutlich günstiger sein.
„Kannst sie meistens wegwerfen“ – Kunden sprechen sich für frische Erdbeeren aus
Unter anderem die Stuttgarter Nachrichten berichteten über ein Angebot bei Aldi, bei dem eine 500-Gramm-Schale Erdbeeren für rund 2,50 Euro zu haben war. Heimische Obstbauern können bei diesem Preis nur schwer oder gar nicht mithalten, dort ist die Schale meist doppelt so teuer. „Supermärkte wie Aldi geben manche Produkte zum Einkaufspreis weiter, um Kunden anzulocken“, wird der Obstbauer Jens Eisenmann von den Stuttgarter Nachrichten zitiert.
Qualitativ könnten die Erdbeeren in Supermärkten und Discountern nicht mithalten, kritisiert Jens Eisenmann. „Das Aroma bildet sich bei Erdbeeren aus dem Supermarkt oft nicht heraus, wenn sie dort erst noch zwei, drei Tage nachreifen müssen“, sagte er. Das konnten in dem entsprechenden Post auf Facebook auch die Nutzer nachvollziehen: „Kaufst du beim Discounter (egal welcher), kannst sie meistens am nächsten Tag wegwerfen“, schrieb einer.
Wirklich anfreunden mit den Erdbeeren vom Discounter konnte sich in dem Facebook-Post keiner der Nutzer. „Kaufe schon lange keine Erdbeeren mehr beim Aldi oder Lidl. Lieber direkt beim Bauer, dann zahle ich mehr und die schmecken auch nach Erdbeeren“, meinte einer. Ein anderer kritisierte weitere Kunden aber dennoch: „Ich möchte nicht wissen, wie viele von denen, die regionale Erdbeeren zu schätzen wissen, selbst Temu- oder Amazon-Besteller sind.“
„Warum sind Menschen so?“ – Aldi-Kunde beklagt Diebstahl
Obwohl die Erdbeeren bei Aldi mehr als günstig zu sein scheinen, gingen einige dreiste Kunden einen Schritt weiter. In einem Post auf Thread gab ein User an, dass beim Discounter zwei verschiedene Erdbeer-Produkte angeboten werden. Eine Schale habe acht Euro pro Kilogramm gekostet, die andere fünf Euro. Statt sich über das günstige Fünf-Euro-Angebot zu freuen, hätten viele Kunden die Erdbeeren aus der teuren Schale in die der günstigen Schale umgefüllt, heißt es. „Warum sind Menschen so?“, fragte sich der Thread-Nutzer deshalb.
In den Kommentaren fand er allerdings nicht nur Anklang. „Sind das deine Erdbeeren? Machst du gerade persönlich Minus deshalb? Denkst du, arme Menschen dürfen sich nicht auch mal die guten Erdbeeren schmecken lassen, oder sollen arme Menschen einfach hungern?“, fragte ein Nutzer. Dieser Meinung waren andere User aber nicht: „Ich schäme mich für solche Menschen. Hab das schon sehr oft beobachtet und auch gemeldet.“
Auch der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) reagierte auf Anfrage des Münchner Merkurs auf das Umpacken der Erdbeeren. „Das ist unser töglich Brot“, gab Philipp Hennerkes, Geschäftsführer des BVLH, an. „Es wird immer wieder mal umetikettiert – oder so wie das Thema dieses Posts: einfach mal was obendrauf gepackt. Beim Obst wird gerne getrickst.“ Teilweise soll Obst bereits im Laden verzehrt werden, an anderen Stellen wird laut Hennerkes absichtlich falsch abgewogen. „Die Verlockung ist groß“, gab er an. Importierte Erdbeeren können einige Risiken mit sich bringen. (rd)
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