Reichweitenverlust im Winter: Elektroauto von Audi schlägt sich am besten
VonSimon Mones
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Die Reichweite von Elektroautos sinkt im Winter deutlich. Das zeigt eine Studie aus den USA. Zwischen den Modellen gibt es jedoch deutliche Unterschiede.
Rund um das Elektroauto ranken sich zahlreiche Mythen, von denen sich viele schnell widerlegen lasse. Etwa, dass die Stromer öfter brennen als ein Verbrenner. Und auch die Reichweite ist ein Punkt, mit dem viele Kunden noch hadern. Diese sei noch immer zu gering und schrumpft im Winter noch weiter. Doch wie groß fallen diese Verluste bei Minusgraden aus?
Dieser Frage ist das US-Start-up Recurrent nachgegangen und hat dazu die Daten von etwa 10.000 Elektroautos aus 18 unterschiedlichen Baureihen ausgewertet. Mit einem deutlichen Ergebnis: Durchschnittlich sank die Reichweite bei Kälte um fast ein Drittel. Der Analyse zufolge kamen die Stromer bei Minusgrade nur noch auf 70,3 Prozent ihrer Batteriekapazität bei idealen äußeren Bedingungen.
Elektroreichweite sinkt im Winter: Audi e-tron top, VW ID.4 Flop
Es zeigte sich aber auch, dass es zwischen den untersuchten Modellen eklatante Unterschiede gibt. Besonders gut schlug sich der Audi e-tron (Modelljahr 2021/22), der seit dem letzten Facelift als Q8 e-tron verkauft wird. Bei niedrigen Temperaturen verliert das Elektroauto aus Ingolstadt nur 16 Prozent seiner Reichweite. Dicht dahinter liegt der Nissan Leaf (2019) mit einem Verlust von 23 Prozent. Auch die Tesla Modelle 3, X und Y schneiden in der Analyse von Recurrent gut ab. Sie verlieren jeweils nur 24 Prozent ihrer Akkukapazität.
Interessanterweise zählt ein Konzernbruder des Audi e-tron zu den Hinterbänklern im Test. Die US-Version des VW ID.4 (2021) verliert im satte 46 Prozent an Reichweite. Der Chevrolet Bolt (2017-2022) schlägt sich mit einem Verlust von 42 Prozent kaum besser. Und auch der Nissan Leaf findet sich hier wieder, allerdings in der Version von 2015. Im Vergleich zu den idealen Bedingungen sinkt dessen Reichweite um 34 Prozent.
Elektroauto-Reichweite sinkt im Winter: ADAC und AAA bestätigen Recurrent-Ergebnisse
Die Ergebnisse von Recurrent decken sich mit einem Versuch des ADAC. Im Reichweitentest des deutschen Automobilklubs büßte der Ford Mustang Mach-E 33 Prozent seiner Reichweite ein. Die Daten des US-Start-ups weisen für den Elektro-SUV ein Minus vom 33 Prozent aus. Ähnliche Ergebnisse erzielte auch der AAA, das amerikanische Gegenstück des Automobilklubs.
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Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.