Nach knapp drei Jahren

VW ID.3: Facelift als Reaktion auf Dauerkritik

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Der VW ID.3 bekommt nach knapp drei Jahren ein Facelift, um Kritikpunkte auszumerzen. Obwohl der Stromer noch nicht vorgestellt wurde, kann man ihn bereits bestellen.

Mehr als eine halbe Million Elektroautos hat Volkswagen seit der Markteinführung des ID.3 produziert. So richtig glücklich ist man in der Wolfsburger Konzernzentrale aber dennoch nicht. Die Folge: eine komplette Neuausrichtung der Elektrostrategie und der Designsprache. Als Erstes bekommt das der ID.3 zu spüren, der 2023 nach knapp drei Jahren schon das erste Facelift spendiert bekommt.

Das Vorgehen von Volkswagen ist dabei eher ungewöhnlich. Denn normalerweise erfolgt eine Produktaufwertung – wie es in Wolfsburg intern genannt wird – erst zur Mitte des Modelzyklusses. Und obwohl das Facelift noch nicht offiziell vorgestellt wurde, sind die Preise und Ausstattungspakete bereits bekannt. Volkswagen hatte den ID.3 Anfang Dezember deutlich teurer gemacht und den Konfigurator auf die neue Generation umgestellt.

VW ID.3: Facelift als Reaktion auf Dauerkritik

Heißt: Wer aktuell einen ID.3 bei Volkswagen bestellt, weiß nicht, wie sein Auto letztlich wirklich aussehen wird. „Aufgrund des hohen Auftragsbestandes wird bei einer aktuellen Bestellung voraussichtlich ab dem vierten Quartal 2023 der neue ID.3 ausgeliefert“, heißt es in einer Mitteilung von Volkswagen.

Der VW ID.3 rückt optisch näher an den Golf.

Und auch der noch immer anhaltende Halbleitermangel spielt eine Rolle. Erst im Frühjahr 2023 soll das Facelift offiziell präsentiert werden, doch ganz so lange will Volkswagen die Kunden nicht im Dunklen lassen und zeigt erste Skizzen des neuen ID.3.

VW ID.3: Skizzen vermitteln Eindruck von Facelift

Wie so oft muss man außen genau hinsehen, um die Veränderungen zu erkennen. So fallen die Lufteinlässe an der Front größer aus. Die Wabenstruktur verschwindet ebenso wie die Dekorelemente an der C-Säule. Dafür gibt es in den vorderen Türen neue Schriftzüge für die einzelnen Varianten, wie Auto, Motor und Sport berichtet.

Elektroautos: Die zehn beliebtesten Modelle in Deutschland

BMW i3
Platz 10: BMW i3. Schon seit 2013 auf dem Markt, und immer noch recht beliebt: 12.178 BMW i3 wurden 2021 neu zugelassen. Trotzdem läuft die Produktion des City-Stromers mit knapp 300 Kilometern Reichweite nach insgesamt 250.000 Einheiten dieses Jahr ohne Nachfolger aus. Preis: ab 39.000 Euro. © BMW
Fiat 500
Platz 9: Fiat 500. Das aktuelle Modell des Kleinstwagens, auch als Fiat 500e oder Fiat 500 Elektro bezeichnet, wird ausschließlich als E-Auto angeboten. 2021 fand er 12.516 Kunden. Je nach Akku-Größe schafft der kleine, aber charakterstarke Cityflitzer aus dem Stellantis-Konzern 190 bis über 300 Kilometer. Preis: ab 26.790 Euro. © Fiat/Stellantis
VW ID.5
Platz 8: VW ID.4. Die Crossover-Variante des braven Grundmodells ID.3 mit größerem Innenraum und etwas Off-Road-Fähigkeit wurde im vergangenen Jahr 12.734 mal zugelassen. Die Reichweite der Top-Version gibt VW reichlich optimistisch mit 518 Kilometern an. Preis: Ab 46.515 Euro. © Ingo Barenschee/VW
Skoda Enyaq iV
Platz 7: Škoda Enyaq iV. Der technische Ableger des VW ID.3 und ID.4 auf der MEB-Plattform ist mit 4,65 Metern etwas länger, und erfüllt somit das übliche Marken-Image als Alternative für die Familie. 13.026 Käufer und Leasingnehmer überzeugte das E-SUV mit offiziell bis zu 500 Kilometern Reichweite. Preis: ab 46.515 Euro. © Skoda Auto a.s.
Hyundai Kona Elektro
Platz 6: Hyundai Kona Elektro. Im Gegensatz zum neuen Ioniq 5 bietet Hyundai den seit Kona mit verschiedenen Antriebsversionen an, das seit 2018 verkaufte Elektroauto brachte es auf 17.240 Neuzulassungen. Die Motoren leisten 136 oder 204 PS, die Reichweite beträgt maximal 484 Kilometer. Preis: ab 35.650 Euro.  © Hyundai
Smart EQ fortwo Edition Bluedawn smart EQ fortwo edition bluedawn: stylish and electrifying eye-catcher
Platz 5: Smart EQ Fortwo. Wie beim BMW i3 ist auch das Ende des Elektrozwergs besiegelt. Künftig kommen die Elektroautos aus China und als größere SUV daher. Das Original fand trotz seiner mickerigen Reichweite von offiziell 153 Kilometer noch 17.413 Abnehmer. Preis: ab 21.940 Euro. © Mercedes-Benz AG
Renault Zoe
Platz 4: Renault Zoe. Beim Crashtest versagte die aktuelle Version des französischen City-Stromers (null Sterne!), aber mit 24.736 Neuzulassungen war er hierzulande durchaus beliebt. Dank bis zu 395 Kilometern maximaler Reichweite eignet er sich auch für längere Trips. Preis: ab 33.140 Euro. © Renault
VW ID.3
Platz 3: VW ID.3. Das Grundmodell des „Modularen E-Antriebs-Baukastens“ des VW-Konzerns gilt längst als elektrischer VW Golf, auch wenn sich manch Stromer-Fan einen etwas aufregenderen Auftritt gewünscht hätte. Europaweit brachte es der ID.3 mit seinen offiziell bis zu 553 Kilometern Reichweite schon auf über 100.000 Verkäufe, auf Deutschland entfielen 26.693 Zulassungen. Preis: ab 36.960 Euro. © VW
VW e-Up
Platz 2: VW e-Up. Seine große Beliebtheit führt zu seinem größten Nachteil: Immer wieder ist der kleine, 30.797 mal zugelassene Stromer ausverkauft, was letztendlich auch zu einer kräftigen Preissteigerung führte. Bis zu 260 Kilometer Reichweite gehen für diese Größe ok. Preis: ab 26.895 Euro. © VW
Tesla Model 3
Platz 1: Tesla Model 3. Das Einstiegsmodell des Elektroauto-Pioniers sicherte sich mit 35.262 Neuzulassungen klar die Pole-Position, und schaffe es wochenweise sogar an die Spitze der Gesamt-Charts aller Pkw. Die Reichweite beträgt laut Werksangabe bis zu 547 Kilometer. Preis: ab 52.965 Euro. © Tesla

Ebenfalls ungewöhnlich: Volkswagen spendiert dem ID.3 eine neue Motorhaube. Sie wirkt – dank Vertiefungen – deutlich länger und verzichtet auf den schwarzen Streifen unter der Windschutzscheibe. Der ID.3 rückt somit optisch näher an den Golf (der ebenfalls bald als ID-Modell kommen soll). Der bisher funktionslose Teil der geteilten Rücklichter leuchtet künftig nachts ebenfalls rot.

VW ID.3: Facelift kommt mit aufgewertetem Innenraum

Auch im Innenraum hat man in Wolfsburg bei dem Elektroauto Hand angelegt. Die neue Generation wird mit der neuesten Software-Generation ausgeliefert. Diese verbessert die Systemperformance und ist in der Lage, Updates Over-the-Air zu empfangen. Funktionen wie Plug & Charge und der intelligente e-Routenplaner sollen das Laden noch einfacher machen. Das 12-Zoll-Display ist nun Standard. Druckknöpfe sucht man am Lenkrad des neuen ID.3 allerdings vergebens, obwohl diese bei VW grade ein Comeback feiern.

Auch der Innenraum des VW ID.3 wird deutlich aufgewertet.

Optisch hat sich der Innenraum ebenfalls deutlich verändert und den oft kritisierten Kunststoff im Sichtbereich ersetzt. Unterschäumter Kunststoff und neue Materialien sorgen nach dem Facelift für mehr Wohlfühlatmosphäre. Je nach Ausstattung sind die Türverkleidungen mit Stoff oder Mikrofasermaterial bezogen. Ebenfalls neu: die Lüftungsdüsen. Ungelöst bleibt jedoch das Problem mit den nachts unbeleuchteten Slidern für Lautstärke und Temperatur. Abhilfe kommt hier erst 2024, da die notwendige Hardware erst mit VW ID.7 sowie Passat und Tiguan auf den Markt kommt. Beim Antrieb des ID.3 bleibt derweil alles beim Alten – auch die Ladeleistung verändert sich nicht.

VW ID.3: Kunden-Feedback bei Facelift berücksichtigt

Mit dem Facelift will Volkswagen mit dem oft kritisieren ID.3 auch den eigenen Ansprüchen gerecht werden. „Das spiegelt sich nicht zuletzt in neuen Komfort- und Assistenzsystemen wider: Mit der Nutzung von Schwarmdaten im neuesten ‚Travel Assist‘ gehen wir den nächsten Schritt auf dem Weg zum hochautomatisierten Fahren“, erklärt Entwicklungsvorstand Kai Grünitz.

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Zeitgleich hat man in der Entwicklung aber auch auf die Wünsche der Kunden gehört und diese mit aufgenommen und umgesetzt. „Die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden stehen bei uns im Mittelpunkt. Deswegen hören wir genau zu und richten unser Produktportfolio an ihren Anforderungen aus“, sagt Vertriebsvorständin Imelda Labbé.

Rubriklistenbild: © Volkswagen AG

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