VonUlrike Hagenschließen
Die meiste Wäsche landet schon nach einmal Tragen wieder in der Waschmaschine. Dabei ist das gar nicht gut. Bestimmte Kleidungsstücke sollen nicht so oft gewaschen werden.
Kassel– Vorsichtshalber alle Klamotten nach dem Tragen sofort in die Waschmaschine packen: Das ist keine gute Lösung. Denn nicht nur der Strom- und Wasserverbrauch steigt, sondern Verschleiß und Farbverlust machen den Textilien zu schaffen, wenn sie zu oft durch die Trommel gejagt werden. Bei manchen Kleidungsstücken ist es auch schlichtweg völlig unnötig.
Auch mal die Finger weglassen – diese Kleidungsstücke waschen viele Menschen zu oft
„Bei der Entscheidung, ob ein Kleidungsstück gewaschen werden muss, geht es in erster Linie um die Verschmutzung“, so Rainer Stamminger, Professor im Bereich Haushalts- und Verfahrenstechnik an der Uni Bonn zum Spiegel. Was nicht verschmutzt sei, sollte darum auch nicht gewaschen werden. „Jeder Waschgang ist eine Belastung für die Kleidung“, erklärt er. „Teile der Fasern können abbrechen, die Fasern verlieren an Stärke. Wenn man zum Beispiel ein T-Shirt 50-mal gewaschen hat, dann merkt man, dass die innere Struktur verloren geht.“ Das Gleiche gelte für Farben, die ebenfalls unter zu häufigen Waschgängen leiden.
Jeans in der Waschmaschine? Laut Experten völlig unnötig
Jeans sind ein unverzichtbares Kleidungsstück in den meisten Kleiderschränken und werden von vielen Menschen nahezu täglich getragen. Doch sollten wir deshalb unsere Jeans häufig in die Waschmaschine werfen? Auf keinen Fall, so die Überzeugung von Levi’s CEO Chip Berg. Er argumentiert, dass Jeans durch das Waschen lediglich an Passform und Farbe verlieren. Stattdessen sei es ausreichend, die Jeans öfter mal an die frische Luft zu hängen oder sie über Nacht in die Gefriertruhe zu legen. Dies soll unangenehme Gerüche beseitigen.
Machen Sie beim Wäsche waschen bloß nicht diese Fehler




Beim Waschen nicht übertreiben: Röcke und Hosen können auch länger getragen werden
Dasselbe gilt auch für andere Hosen und Röcke. Wenn sie keiner außergewöhnlichen Beanspruchung ausgesetzt sind, können sie hygienisch unbedenklich mindestens drei Tage getragen werden (natürlich nicht unbedingt an aufeinanderfolgenden Tagen).
Zu häufige BH-Wäschen: Material und Form leiden schneller als gedacht
Unterhosen wechselt man jeden Tag, dementsprechend oft werden sie auch gewaschen, doch Büstenhalter können mehrmals getragen werden, da sie in der Regel weniger Schweiß und Fett aufnehmen. BHs sollten weniger oft in die Wäsche, als wohl viele glauben: laut Experten reicht es aus, BHs nach drei bis viermal Tragen zu waschen, im Gegensatz zu anderer Unterwäsche. Häufigere Waschgänge belasten das Material dagegen nur unnötig.
Funktionskleidung: Dankbare Textilien, die nicht so oft gewaschen werden müssen
Auch Sport- und Outdoor-Bekleidung ist speziell für bestimmte Belastungen entwickelt und daher strapazierfähiger. Sie kann besser mit Schweiß und Keimen umgehen. Wenn diese Kleidung während des Trainings oder beim Wandern durchgeschwitzt wurde, sollte sie gewaschen werden. Wenn jedoch keine unangenehmen Gerüche vorhanden sind, reicht es aus, sie gründlich auszulüften, rät Ökotest.
Strickjacken, Hoodies und Pullover: Sie können ruhig ein paar Tage getragen werden
Pullover, Hoodies, Sweatshirts, Cardigans, und Pullunder können ebenso ohne Bedenken mehrere Male getragen werden, bevor sie gewaschen werden müssen, insbesondere in der kalten Jahreszeit, erklärt das Magazin. Sie gehören zu den Kleidungsstücken, die über anderen Textilien getragen werden und daher wenig mit Schweiß in Kontakt kommen.
Eins gilt allerdings für alle Kleidungsstücke: Synthetikklamotten sind nicht nur ungeeignete Textilien für den Trockner, sie lassen Sie auch mehr schwitzen, weshalb sie grundsätzlich häufiger gewaschen werden sollten.
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