VonMoritz Bletzingerschließen
Endlose Schlangen, langes Warten: Überfüllte Supermärkte können frustrierend sein. Die Lidl-App bietet eine Lösung. Aber sie hat einen Haken.
Kassel – Gerade nach Feierabend oder vor dem Wochenende kann es passieren: Das Einkaufen wird zum Stresstest. Überfüllte Märkte, lange Schlangen, der geplante Kurztrip zum Supermarkt oder Discounter dauert eine gefühlte Ewigkeit.
Um den Einkauf zu beschleunigen und trotz der enormen Preisanstiege zu sparen, helfen einige Tricks. Schreiben Sie Ihren Einkaufszettel beispielsweise in Laufrichtung der Regale und setzen Sie sich ein Zeitlimit. wenn die Gänge und Kassen voll mit anderen Kunden sind.
Wann sollte ich einkaufen gehen? Lidl-Plus-App bietet Echtzeit-Info über Besucher in Filialen
Damit Sie nicht in einen überfüllten Markt stolpern, bietet Lidl in seiner App eine Info-Funktion. Nutzer können in Echtzeit einsehen, wie stark eine Filiale zu welchen Zeiten besucht wird.
In der auf dem Foto genannten Lidl-Filiale in Brieselang (Brandenburg) strömen beispielsweise zwischen 14 und 18 Uhr die meisten Besucher in den Markt. In Städten verlagert sich die beliebteste Einkaufszeit meist eher in den Abend.
Die App zeigt aber nicht nur die erfassten Zahlen an, sondern auch einen Live-Wert. Unvorbereitet geraten Sie dadurch nicht ins Lidl-Getümmel.
Kritik an der Lidl-App: Smartphone-Programm gilt als Daten-Krake – andere Supermärkte machen das Gleiche
Aber der Anti-Stress-Trick hat einen hohen Preis. Die Lidl-Plus-App gilt als Daten-Krake. Nur registrierte Nutzer haben Zugriff auf alle Funktionen. Voller Name, Adresse, Kaufverhalten, all das erfährt der Discounter über die App und speichert diese Kundendaten in großem Umfang. Für die Live-Werte fragt die App auch noch den aktuellen Standort der App-Nutzer ab.
Auch Aldi, Kaufland, Edeka und Rewe bieten eine App an. Echtzeit-Daten liefern sie aber nicht. Alle versprechen komfortable Funktionen und Sparangebote. Aber was ist wirklich dran an den Vorteilen? Kunden bekommen Coupons und aktuelle Prospekte, nehmen dafür aber in Kauf, dass ein Profil über sie erstellt wird. Und wer in der Lidl-App nicht aufpasst, zahlt am Ende sogar zu viel. (moe)
Rubriklistenbild: © Imago/Martin Wagner


