Vorsicht vor Betrugs-SMS

Vorsicht, neue Betrugsmasche: Deutsche Rentenversicherung warnt vor falschen SMS

  • schließen

Betrüger nutzen die Digitalisierung und nehmen Rentenempfänger ins Visier. Die Deutsche Rentenversicherung gibt Tipps, um sich vor dem Betrug zu schützen.

München – „Die Deutsche Rentenversicherung versendet keine SMS an ihre Kunden“, informiert die Behörde auf ihrer Webseite und warnt gleichzeitig vor Betrügern. Denn anscheinend geben sich die Betrüger nicht mehr nur als angebliche Mitarbeiter aus und treten telefonisch mit ihren Opfern in Kontakt. Die Betrüger modernisieren ihre Methoden und nutzen die zahlreichen Möglichkeiten der digitalen Kommunikation zu Rentenempfängern.

Denn viele Senioren sind im Internet aktiv, besitzen Smartphones und Tablets und halten durchaus mit den neuesten Technologien Schritt. Seit die Deutsche Rentenversicherung (DRV) digitalisiert wurde, wird auch dieses Angebot genutzt. Seit dem 30. Juni ist die Renteninformation der DRV nämlich online verfügbar. Mit wenigen Mausklicks können Bürger sich dort mit ihrem Personalausweis anmelden, ihre persönlichen Informationen speichern und anschließend einen Überblick über ihre Rente ohne den üblichen Papieraufwand erhalten. Die Übersicht kann per E-Mail an das persönliche Postfach gesendet werden.

Vorsicht vor Trickbetrug: Falsche Renten-SMS im Umlauf

Die Digitalisierung der DRV bringt anscheinend auch ihre Nachteile mit sich. Denn wie die DRV kürzlich berichtete, erhielt eine Rentnerin eine SMS von einer ihr nicht bekannten Nummer. „In dieser wurde sie dazu aufgefordert, sich über einen Link zu verifizieren, um eine Rückerstattung von der Rentenversicherung zu erhalten. In der Verlinkung war das Wort ‚Rentenantrag‘ enthalten“, so die Warnung der Behörde vor potenziellem Betrug. Denn die Mitarbeiter würden niemals über SMS mit den Kunden kommunizieren.

Schützen Sie sich vor Trick-Betrügern – Der Tipp der DRV

Die Deutsche Rentenversicherung fordert ihre Kunden nie telefonisch zu einer Zahlung auf. Dies geschieht immer auf schriftlichem Weg. Vergewissern Sie sich durch einen Rückruf bei der DRV über die Richtigkeit der Forderung. Verwenden Sie dazu nicht die im Display angezeigte Nummer oder die Rückruftaste, sondern die kostenlose Servicetelefonnummer: 0800 1000 4800.

Es sollte keiner „aufgrund von fingierten SMS seine persönlichen Daten wie beispielsweise die Bankverbindung preisgeben oder eine Überweisung ins In- oder Ausland tätigen“, so der dringende Appell auf der Webseite der DRV. Bei Unsicherheiten können sich Versicherte und Rentner an die gebührenfreie Hotline der Deutschen Rentenversicherung wenden.

Vorsicht vor gefälschten Rentenversicherungsbriefen: So erkennen Sie den Betrug

Einige Betrüger versuchen zudem, persönliche Informationen von Versicherten und Rentnern zu erlangen. Sie erfragen beispielsweise Kontodaten am Telefon, unter dem Vorwand, ein Computer sei ausgefallen oder überzahlte Rentenbeiträge müssten zurückerstattet werden, so die DRV. Die Behörde warnt jedoch auch hier. Mitarbeiter nehmen nur in Ausnahmesituationen telefonischen Kontakt zu Versicherten auf, etwa wenn „wenn Sie gerade einen Antrag auf Kontenklärung oder einen Rentenantrag gestellt haben“ und dabei ihre Telefonnummer für Rückfragen angegeben ist. Wie Sie sich am effektivsten vor Schockanrufen schützen können.

Die Deutsche Rentenversicherung warnt vor einer neuen Betrugsmasche per SMS. Manche Betrüger melden sich auch telefonisch. (Symbolbild)

Allerdings versuchen die Trickbetrüger auch, über den Postweg zu agieren. Die Briefe tragen das Logo der Rentenversicherung und wirken laut DRV täuschend authentisch. Der Adressat des Schreibens soll eine im Brief angegebene Telefonnummer wählen und erhält dann eine Bankverbindung, auf die er den „ausstehenden Betrag“ schicken soll. Auch hier empfiehlt die Behörde, wachsam zu sein. Wenn in dem Dokument keine Rentenversicherungsnummer aufgeführt ist, „nehmen sie direkt mit uns Kontakt auf“. Denn „in unseren Briefen ist diese immer enthalten“. Zusätzliche Betrugsmaschen hat die DRV in ihrer aktuellen Broschüre „Vorsicht Trickbetrug“ zum Download zusammengestellt.

Verbraucherzentrale warnt: Betrugsversuche per SMS und WhatsApp nehmen zu

Die Verbraucherzentrale NRW mahnt regelmäßig zur Wachsamkeit gegenüber Betrugsversuchen, die via SMS oder WhatsApp versuchen, Bürger in eine Falle zu locken. „Seien sie vorsichtig, wenn sie eine SMS erhalten, die angeblich von ihrer Bank oder dem Finanzamt ist“. In den Mitteilungen werden Internet-Links präsentiert, „die teilweise so wirken, als seien es tatsächlich Seiten der genannten Banken“. Vor kurzem warnten die Verbraucherschützer vor trügerischen E-Mails, die angeblich von der Commerzbank stammen.

  • So verhindern Verbraucher Betrugs-SMS:
  • Smartphones und Sicherheits-Apps bieten Spam-Filter an. Damit können Verbraucher die Zahl von eingehenden SMS verringern.
  • Verbraucher können in den Einstellungen vieler Nachrichten-Apps festlegen, dass nur SMS von solchen Nummern empfangen werden, die sie in den Kontakten gespeichert haben.
  • Verbraucher sollten ihre Handynummer nur angeben, wenn es unbedingt notwendig ist.
  • Im schlimmsten Fall hilft nur der Wechsel der Rufnummer.
  • Quelle: Verbraucherzentrale NRW

Kriminelle versuchen ebenso, mit erfundenen Erzählungen über vermeintliche Steuerrückerstattungen ihre Opfer auf zweifelhafte Webseiten zu führen. Doch auch hier gilt die Regel: „Das Finanzamt verschickt keine SMS zu Steuerbescheiden“, warnen die Verbraucherschützer. Wer trotzdem in die Falle von Betrügern tappt, kann Unterstützung auf der Webseite Polizei-Beratung.de oder beim Opferschutzverband Weisser-Ring.de finden. Darüber hinaus bietet die Webseite des Vereins Deutsche Seniorenliga e.V. Beratung für Betroffene in den Bereichen „Digital dabei sein“ und „Datensicherheit und Datenklau“ an. (sthe)

Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteurin Teresa Toth sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © IMAGO/David Herraez Calzada

Kommentare