VonLaura Wittstruckschließen
Für viele Katzen ist der Tierarztbesuch vor allem mit Angst verbunden. Doch Besitzer können es den Vierbeinern etwas einfacher machen.
Vor dem Tierarztbesuch graut es vielen Katzen und Katzenbesitzern gleichermaßen – schließlich ist oft schon die Hinfahrt mit herzzerreißendem Mauzen verbunden. In der Praxis fahren viele Samtpfoten dann die scharfen Krallen aus oder verstecken sich in der hintersten Ecke des Transportkorbs. Schöne Erfahrungen machen die Vier- und Zweibeiner auf diese Weise nicht – und das Spiel wiederholt sich jedes Mal, wenn die Katze krank wird. Damit es für alle Parteien etwas angenehmer wird, gibt es einige Tricks.
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Tipp 1: Katze mit Transportbox vertraut machen
Die erste stressige Phase für Katzen beginnt mit der Vorbereitung für den Besuch in der Tierarztpraxis. Erst einmal sollen sie in die Transportbox– diese fühlt sich fremd an, bietet wenig Platz und schaukelt unangenehm, wenn Frauchen oder Herrchen sie hochnehmen. Ein weiteres Problem: Die Box kommt in der Regel nur aus dem Keller, wenn ein Ausflug bevorsteht. Viele Katzen verknüpfen sie also mit unangenehmen Erfahrungen und verschwinden allein bei ihrem Anblick unter dem nächsten Schrank. Dem können Sie entgegenwirken:
- Wählen Sie eine geeignete Transportbox, die insbesondere groß genug ist.
- Lassen Sie die Box eine Weile in der Wohnung stehen, auch wenn Sie sie gerade nicht nutzen. So gewöhnt sich die Katze an deren Anblick.
- Legen Sie eine kuschelige Decke in die Transportkiste und lassen Sie die Tür offen – dann kann Ihre Samtpfote sie erkunden und es sich direkt gemütlich machen.
- Geben Sie etwas Katzenminze in den Korb: Damit wird dieser für den Vierbeiner interessant und er traut sich möglicherweise von sich aus hinein.
- Auch mit Lieblingsleckerlis oder Spielzeug sorgen Sie für positive Verknüpfungen.
Tipp 2: entspannt Autofahren mit Katze
Der nächste kritische Punkt auf dem Weg zum Tierarzt ist die Fahrt mit Auto, Bus oder Bahn. Auch hier gilt: Mit Geduld und ausreichend Übung lässt sich das Ganze deutlich entspannter gestalten. Machen Sie öfter einmal kleine Testfahrten auf kurzen Strecken.
Währenddessen können Sie beruhigend mit der Samtpfote sprechen. Spielzeug und Leckerlis in der Box oder etwas Katzenminze helfen. Im Auto sollten Sie das Radio ausstellen, um die empfindlichen Katzenohren zu schonen. Auch die Fenster sollten geschlossen bleiben, da Zugluft den Vierbeinern schlecht bekommt.
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Tipp 3: abschalten im Wartezimmer
Nicht nur Katzen müssen zum Tierarzt: Im Wartebereich einer Praxis sitzen neben den Artgenossen auch Hunde, Kaninchen, Vögel und weitere Tiere. Das bedeutet ein hohes Stresspotenzial. Um das etwas abzumildern, können Sie beispielsweise eine Decke über den Korb legen, sodass die Katze insbesondere Hunde nicht sehen muss. Alternativ drehen Sie die offene Seite des Korbs zu Ihnen bzw. gegen eine Wand. Bei sehr ängstlichen Tieren macht es Sinn, sich einen Termin mit möglichst kurzer Wartezeit geben zu lassen.
Tipp 4: mit der Katze im Behandlungsraum
Die eigentliche Untersuchung ist für Katzen meistens unangenehm – ob der Tierarzt Fieber misst, sie wiegt oder eine Spritze gibt. Hier können Besitzer Vorarbeit leisten, um einen Teil der Anspannung zu nehmen. Sinnvoll ist es etwa, mit dem Vierbeiner zu trainieren, damit dieser sich zumindest stressfrei anfassen lässt. Bei wenig verschmusten Tieren halten beispielsweise Leckerlis als Bestechung her. Belohnen Sie zudem während der Untersuchung immer mal wieder mit beruhigenden Worten oder einem kleinen Snack.
Tipp 5: Bei tierischen Angstpatienten helfen Beruhigungsmittel
Bei extrem ängstlichen Katzen hilft oft alle Vorbereitung und Geduld nichts – für sie bleibt der Tierarztbesuch ein echter Albtraum. Das erkennen sie an bestimmten Stresssignalen, die Katzen zeigen: Beispielsweise hechelt die Samtpfote, faucht oder knurrt. Manche sind von der Angst auch wie gelähmt oder urinieren in ihr Körbchen. Einige Katzen rasten so aus, dass sie sediert werden müssen. Reagiert der Vierbeiner so extrem, macht es Sinn, medikamentös vorzubeugen. Das Antiepileptikum Gabapentin wirkt laut dem Fachjournal Kleintier konkret sehr beruhigend auf Katzen und hat kaum Nebenwirkungen. Viele Praxen geben es ihren ängstlichen Patienten gleich für den nächsten Besuch mit.
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