Ein Geschenk?

Katze bringt lebendige Mäuse nach Hause: Warum machen die Stubentiger das?

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Eine Frage, die sich viele Katzenbesitzer stellen: Warum bringen Freigängerkatzen ihre Beute lebendig mit nach Hause? Den einfachen Grund erklärt eine Expertin.

Schon wieder steht die Katze aufgeregt in der Wohnung. In ihrem Maul hält sie stolz einen ungebetenen grau-braunen Gast: eine Maus. Wo sich die einen Katzenbesitzer ekeln, weil sie sich vor Mäusen fürchten, bekommen andere Mitleid mit dem hilflosen Wesen. Doch egal, wie sie zu dem kleinen Nager stehen, stellen sich die meisten Katzenhalter dieselbe Frage: Warum bringt meine Katze Mäuse mit nach Hause? Das Gleiche gilt natürlich für andere Kleintiere wie Vögel, Frösche oder Eidechsen. Warum die Katze ein lebendiges Kaninchen mit nach Hause bringt, erfahren Sie hier.

Ein Geschenk? Warum bringen Katzen Mäuse mit nach Hause?

Es gibt zahlreiche Theorien rund um die Frage, warum Freigängerkatzen lebendige Mäuse mit nach Hause bringen. Was es wirklich mit dem unliebsamen Verhalten auf sich hat und ob es sich tatsächlich um ein Geschenk handelt, hat die Biologin Willa Bohnet, die akademische Rätin am Institut für Zoologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover ist, gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) verraten.

Die Katze hat Ihnen wieder eine lebendige Maus vor die Füße gesetzt? Ein Geschenk soll das Tierchen jedenfalls nicht sein, oder? (Symbolbild)

Mit dem Mythos, dass Katzen ihren Menschen durch das Mitbringsel beibringen wollen zu jagen, räumt die Expertin gleich zu Anfang auf. Katzen wüssten schließlich „ganz genau, dass der Mensch einfach eine Tüte öffnen könne, um Futter herauszuholen“, so das RND. Auch die Annahme, dass sich die Stubentiger mit dem lebendigen „Geschenk“ für ihre tägliche Fütterung bedanken, stellt sich als zu romantisch gedacht heraus.

Der wahre Grund, weshalb Katzen lebendige Kleintiere mit nach Hause bringen, ist viel naheliegender: „Am wahrscheinlichsten ist es, dass die Tiere ihre Beute einfach für später aufbewahren wollen“, erklärt Bohnet. Die jagdlustigen Freigänger wollen sich sozusagen einen Vorrat anlegen, von dem sie zehren können, falls das menschengemachte Mahl einmal ausfällt. Ihre Vorratskammer würden sie zudem immer dort anlegen, „wo sie sich am wohlsten und sichersten fühlten“, berichtet das RND – bei den meisten Katzen ist das die Wohnung, in der sie gemeinsam mit ihren Menschen wohnen.

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Warum bringen Katzen ihre Beute lebend mit nach Hause?

Bei der Jagd gelten für die meisten Katzen bestimmte Regeln. Denn während die Beute Bohnet zufolge anfangs noch direkt verspeist würde, seien die im Anschluss gejagten Tiere zum Aufheben gedacht. Ihre Errungenschaften bringen die Katzen schließlich an einen sicheren Ort, zu dem auch Artgenossen keinen Zutritt haben: die Wohnung ihrer Besitzer. Auch auf die entscheidende Frage, warum die erbeuteten Tiere zu diesem Zeitpunkt noch leben, weiß die Biologin eine Antwort: „Katzen arbeiten ständig an ihrem Jagdverhalten – das können sie natürlich nur mit Beutetieren, die noch leben“, so Bohnet gegenüber dem RND.

Natürliches Jagdverhalten: Sollte man Katzen ihre Beute lassen?

Obwohl der erste Impuls ist, der Katze ihre lebendige Beute wegzunehmen, um dieser so womöglich das Leben zu retten, sollten Halter nicht voreilig handeln. Katzen besitzen einen natürlichen Jagdinstinkt und verstehen nicht, wenn sie für etwas bestraft werden, das zu ihrem normalen Verhaltens-Repertoire gehört. Was Sie tun können, wenn Ihre Katze lebendige Kleintiere nach Hause bringt, verrät der Katzenfutter-Hersteller Miamor in seinem Magazin: „Wenn die Beute Ihrer Katze noch lebt, sollten Sie versuchen, sie einzufangen und an einem sicheren Ort auszusetzen. Nehmen Sie das Beutetier dabei aber niemals direkt aus dem Maul Ihrer Katze. Das kann dazu führen, dass sie noch fester zubeißt.“

Bei ihnen verblassen Mäuse vor Neid: zehn Katzenrassen mit grauem Fell

Zwei junge Katzen der Rasse Ägyptische Mau.
Die grazile Ägyptische Mau ist eine seltene und wunderschöne Erscheinung. Das getupfte Muster ihres grauen Fells erkennen Katzenfreunde sofort. © Depositphotos/Imago
Eine grau getigerte Katze springt von einem Betonsockel zum anderen.
Die American Shorthair ist zwar keine ausschließlich graue Katzenrasse, die rauchigen Exemplare sind jedoch zu schön, um sie Ihnen vorzuenthalten. © Anka Agency International/Imago
Nebelung Katze
Die Nebelung trägt ihren mysteriösen Namen nicht umsonst: Das silbrig schimmernde Fell erinnert an einen Nebelschleier und ist das Markenzeichen dieser relativ jungen Katzenrasse. In Kombination mit ihren gelblich-grünen bis reingrünen Augen ist die Katze eine echte Erscheinung. © IMAGO / Leemage
Eine junge Britisch Kurzhaar Katze blickt mit großen Augen direkt in die Kameralinse.
Jede Britisch Kurzhaar (BKH) ist einmalig und in jeder Farbe, egal ob ein- oder mehrfarbig, der wahr gewordene Traum einer Katze. In Grau wirken die niedlichen Samtpfoten allerdings besonders geheimnisvoll. © Panthermedia/Imago
Eine graue Korat-Katze schläft auf einem Stuhl.
Die Korat stammt aus Thailand, wo sie als Glücksbotin verehrt wird. Dort bezeichnet man ihre Fellfarbe als Regenwolken-grau. Die verschiedenen Grautöne ihres Fells verleihen ihr einen einzigartigen Glanz. Die paradiesgrünen Augen in ihrem herzförmigen Gesicht blicken Katzenliebhabern direkt in die Seele. © Pond5 Images/Imago
Chartreux, Kartäuser, liegt auf dem Sofa.
Ihr blaugraues Fell zusammen mit den teils fast kupferfarbenen Augen ist das Markenzeichen der Chartreux, die auch als Kartäuser bekannt ist. Experten nennen ihre Fellfarbe schlicht „Blau“. © Zoonar/Imago
Blaue Perser-Hauskatze
Auch dieser grimmig dreinschauende Zeitgenosse gehört zu den geheimnisvollen Katzenrassen, die es im grauen Fellkleid gibt. Dabei handelt es sich um eine Blaue Perserkatze. Auch Schwarz, Weiß, Rot, Braun/Chocolate, Taubengrau (Lilac) und Creme gehören zu den Farben, in denen einfarbige Perserkatzen vorkommen. © imagebroker/Imago
Russisch Blau Katze
Die Rasse Russisch Blau macht ihrem Namen alle Ehre. Bei ihr ist nur die blaue Fellfarbe anerkannt. Ihre Augen sind grün, und es kann einige Zeit dauern, bis sie ihre endgültige Farbe erreicht haben. Spätestens im Alter von zwei Jahren müssen sie jedoch in smaragdgrüner Farbe erstrahlen. © Nailia Schwarz/Imago
Grau getigerte Katze der Rasse Australian Mist
Die Australian Mist, auch Australische Schleierkatze genannt, ist die einzige australische Katzenrasse. Ihr Fell gibt es in sieben Farbvarianten, darunter auch Lilac und Blau. Wie bei der Nebelung wurde der Name von ihrem Aussehen abgeleitet, das an einen zarten Nebel erinnert. © Pond5 Images/Imago
Eine graue Schottische Faltohrkatze liegt auf einem rosafarbenen Sofa.
Taylor Swift hat diese umstrittene Katzenrasse weltweit bekannt gemacht: Das Fellkleid der Schottische Faltohrkatze (Scottish Fold) darf offiziell fast alle Fellfarben haben, auch grau – ausgenommen sind die Färbungen Chocolate, Siam-Point und Lilac. © Marcel Lorenz/Imago

Dabei sei es jedoch nicht nur wichtig, Handschuhe zu tragen, um Verletzungen zu vermeiden. Auch der passende Moment, um das Tier in die Freiheit zu entlassen, sei entscheidend: „Wenn Sie das Tier nach draußen bringen, achten Sie immer darauf, dass Ihre Katze davon nichts mitbekommt.“ Ist die Beute bereits zu schwer verletzt, sollten Sie der Natur ihren Lauf lassen und das Kleintier der Katze überlassen. Haben Sie das Beutetier bereits aus den Klauen Ihres Stubentigers befreit und sind sich nicht sicher, ob das verwundete Tier draußen überleben wird, können Sie in einem Tierheim oder beim Tierarzt um Rat fragen. Eine Katze, die vergebens eine Maus sucht, amüsiert die Instagram-User.

Rubriklistenbild: © Depositphotos/Imago

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