Wie Tierhalter vorsorgen können

Was passiert mit dem Haustier, wenn ich sterbe?

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Einem trauernden Haustier sollte man stets mit Verständnis und liebevoller Zuwendung begegnen. (Symbolbild)
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Häufig spricht man nur über den Abschied vom eigenen Haustier. Was, wenn sie sich von ihren Besitzern verabschieden müssen? Was Halter beachten sollten.

Verstirbt ein geliebter Mensch, ist das nicht nur für die Angehörigen und Freunde schmerzhaft, sondern auch für das Haustier des Betroffenen. Tritt der Tod unvorhergesehen ein und der Halter hat nicht vorgesorgt, sind vermutlich Verwandte oder das Tierheim die erste Anlaufstelle für verwaiste Haustiere. Wer bereits zu Lebzeiten rechtzeitig die richtigen Vorsorgemaßnahmen ergreift, kann seinem Tier im Fall der Fälle jede Menge Leid ersparen – und den Hinterbliebenen einiges an Stress abnehmen.

Erste Trauer-Hilfe für Haustiere – was muss man beachten?

Vor allem Haustiere, die eine tiefe Verbindung zum Halter aufgebaut haben, leiden stark unter dem Verlust ihres Menschen. Betreuungspersonen sollten daher verständnisvoll mit einem trauernden Tier umgehen. Seien Sie einfühlsam und ermöglichen Sie dem Tier eventuelle Trauerrituale. Gelingen Versuche, den Hund oder die Katze abzulenken, nicht so richtig, sollten Sie ihnen dennoch das Gefühl von Geborgenheit und Anwesenheit vermitteln.

Außerdem ist es wichtig zu erkennen, ob das trauernde Tier ein erhöhtes Bedürfnis nach Nähe hat oder ob es lieber in Ruhe gelassen werden möchte. Ist bereits etwas Zeit vergangen, können Sie versuchen, den pelzigen Gefährten für ein Ballspiel oder eine Gassirunde zu gewinnen.

Für den Fall der Fälle – wie können Haustierbesitzer vorsorgen?

Bereits vor der Anschaffung eines Haustieres sollte man sich Gedanken über die jeweilige Lebenserwartung machen und in ein vernünftiges Verhältnis mit seiner eigenen setzen. Im Fall von Reptilien wie beispielsweise Schildkröten hilft es, sich bewusst zu machen, dass sie einen Menschen gut und gerne überleben könnten. Welche Vorsorgemaßnahmen Sie rechtzeitig treffen sollten, wenn Sie ein Haustier haben oder überlegen, sich eines zu holen, erfahren Sie hier.

  • Lassen Sie gesunden Menschenverstand walten. Seien Sie dabei ehrlich mit sich selbst: Sind Sie krankheits- oder altersbedingt mit der Betreuung Ihres Haustiers überfordert, sollten Sie noch zu Lebzeiten einen neuen Besitzer finden. Dieser Schritt mag schwerfallen, doch Sie ersparen Ihrem Liebling damit unnötiges Leid.
  • Finden Sie für die Zeit nach Ihrem Tod rechtzeitig ein neues und liebevolles Zuhause für Ihren Liebling. Damit ersparen Sie Ihrem Tier nach Ihrem Tod nicht nur den Aufenthalt im Tierheim, sondern Ihren Angehörigen auch den Stress mit der Unterbringung. Verwandte, Freunde oder Nachbarn sind dafür meist die geeigneten Ansprechpartner.
  • Bestimmen Sie einen Erben und fertigen Sie ein Testament an. Dort kann auch hinterlegt werden, welcher Geldbetrag zur Versorgung des Tieres regelmäßig zur Verfügung gestellt werden soll. Gemäß dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB § 1940 und § 2075) können Erben zu bestimmten Auflagen, beispielsweise zur entsprechenden Versorgung eines Tieres, verpflichtet werden. Erfüllt der Vermächtnisnehmer die Auflagen nicht (geprüft durch den Testamentsvollstrecker), so muss er vom Erbe zurücktreten oder wird davon ausgeschlossen. Als Haustierbesitzer sollten Sie für diesen Fall einen Ersatzerben bestimmen. Noch leichter ist es, wenn Sie schon vor Ihrem Ableben mit der angedachten Person besprechen, ob sie dazu bereit ist, nach Ihrem Tod für Ihren Liebling zu sorgen.
  • Stellen Sie für Ihr Haustier frühzeitig eine Betreuungsvollmacht aus. Diese regelt, wer sich bis zur Testamentsvollstreckung um das hinterbliebene Tier kümmern soll, wenn Sie aus verschiedenen Gründen selbst nicht mehr dazu in der Lage sein sollten. Dort können Sie im Sinne einer Anleitung hinterlegen, welche Bedürfnisse, Vorlieben und Eigenheiten Ihr Liebling hat, aber auch Angaben zu seiner Gesundheit machen. Um sicherzugehen, dass sie in den richtigen Händen landet, übergeben Sie die Vollmacht dem Bevollmächtigten direkt. So ist sichergestellt, dass Ihre Angelegenheiten – zumindest, was das Haustier angeht – nach Ihrem Tod geregelt sind.

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Eine Frau arbeitet am Laptop, während ihr Hund daneben sitzt.
Die wichtigste Frage, die Sie sich vor der Anschaffung eines Haustieres stellen sollten: Habe ich ausreichend Zeit für das neue Familienmitglied? Dabei kommt es nicht nur auf Ihre Arbeitszeiten, sondern auch auf Ihre Freizeit an. Sind beispielsweise Ihre Unternehmungen tierfreundlich? Beachten Sie auch, dass ein Hund mehr Zeit in Anspruch nimmt als zum Beispiel eine Katze. © Panthermedia/Imago
Ein Mädchen führt einen Hund Gassi, im Hintergrund laufen die Eltern.
Wünscht sich nicht nur ein Familienmitglied, sondern die ganze Familie das Tier? Bevor Sie im Alleingang entscheiden oder jemandem eine Freude bereiten möchten, sollten Sie lieber mit der gesamten Familie besprechen, wie die einzelnen Mitglieder zu einem Haustier stehen. In diesem Zug können Sie gleich über eine mögliche Aufgabenverteilung sprechen. © Wavebreak Media Ltd/Imago
Ein Hund mit allerlei Hunde-Ausstattung um sich.
Haustiere sind nicht günstig. Können Sie sich das gewünschte Tier aus finanzieller Sicht auch wirklich leisten? Überlegen Sie sich vor der Anschaffung ausführlich, ob Sie auch zukünftig in der Lage sind, die monatlichen Kosten für das neue Familienmitglied zu stemmen. Während Hunde pro Monat etwa zwischen 30 und 200 Euro kosten, sitzt Ihnen eine Katze mit rund 40 Euro monatlich auf der Tasche. © Pond5 Images/Imago
Eine Frau reagiert allergisch auf eine Katze.
Manche Menschen stellen erst dann fest, dass sie allergisch auf ihr Haustier reagieren, wenn sie es sich bereits in die Wohnung geholt haben. Um der beidseitigen Enttäuschung vorzubeugen, sollten Sie sich vor der Anschaffung ausgiebig mit Ihrer eigenen Gesundheit und der Ihrer Familie beschäftigen. Sind Sie gesund und haben keine Allergien, stehen die Zeichen auf Grün. Bestehen Zweifel, sollten Sie sich zur Sicherheit von einem Arzt durchchecken lassen. Zusätzlich zu einem Test auf Tierhaarallergien sollten Sie sich mit der Frage auseinandersetzen, ob Ihre Fitness ausreicht, um einem Tier gerecht zu werden. Ein Hund will beispielsweise täglich, meist auch mehrmals täglich, Gassi geführt werden. © BSIP/Imago
Ein Hund mit grauen Haaren um die Nase schläft auf einem Teppich.
Stellen Sie sich die Frage, ob Sie die komplette Lebensdauer Ihres zukünftigen Haustieres für es da sein können. Eine angemessene und artgerechte Betreuung erfordert nicht nur körperliche, sondern auch geistige Fitness. © Cavan Images/Imago
Ein Hund sitzt in einem Haus, das von einem Umzug gezeichnet ist.
Wie sieht die Zukunft aus? Hat ein Haustier darin Platz oder sollten Sie mit der Anschaffung besser noch eine Weile warten? Steht beispielsweise ein Umzug oder eine längere Reise an, ist es wohl besser, wenn Sie mit dem neuen Tier noch warten, bis mehr Stabilität gewährleistet ist. Haustiere benötigen nicht nur viel Geduld und Zeit, sondern auch Liebe und Aufmerksamkeit. © Mint Images/Imago
Eine Katze springt an ihrem Kratzbaum hoch.
Könnte ich dem neuen Haustier ausreichend Platz bieten? Zu einer artgerechten Haltung gehört auch ein großzügiges Lebensumfeld. Wünschen Sie sich eine Katze, sollten Sie genug Platz für mindestens ein Katzenklo und einen Kratzbaum habe. Soll es ein niedlicher Nager werden, benötigt der mindestens einen großen Käfig, im Optimalfall ein zusätzliches Freilaufgehege. Wohnen Sie zur Miete, sollten Sie in jedem Fall Rücksprache mit Ihrem Vermieter halten. © Zoonar/Imago
Eine rote Katze miaut.
Wie ist Ihr Kenntnisstand über das Tier, das Sie sich ins Haus holen möchten? Seien Sie ehrlich mit sich selbst und beantworten Sie diese Frage aufrichtig. Sollten Sie feststellen, dass Sie nur wenig über die Tierart und ihre Verhaltensweisen wissen, sollten Sie das vor einer Anschaffung nachholen. Erst wenn Sie wirklich über das Tier und seine Eigenheiten wie Erziehung, Haltung, mögliche Erkrankungen oder Besonderheiten der Rasse Bescheid wissen, ist es unbedenklich, über einen Kauf oder eine Adoption nachzudenken. © agefotostock/Imago
Eine Schildkröte paddelt in einem Aquarium.
Ist das Tier, das Sie und Ihre Familie sich wünschen, ein Einzelgänger oder ein Rudeltier? Während die meisten Haustiere alleine wunderbar zurechtkommen, gibt es Ausnahmen, die unbedingt Artgenossen benötigen, um sich wohlzufühlen. Sind Sie unsicher, wie es sich bei Ihrem Wunschtier verhält, stellen Sie eine kurze Recherche an oder befragen Sie im Zweifel einen Experten. Egal, zu welcher Gruppe Ihr Haustier gehört – ausreichend Beschäftigung und Aufmerksamkeit durch Sie ist in jedem Fall ein Muss. © Anka Agency International/Imago
Hund allein zuhause
Wäre die Versorgung Ihres Haustieres gewährleistet, wenn Sie im Urlaub sind? Sofern Sie Ihren neuen Liebling nicht mit in die Ferien nehmen können, muss mit Sicherheit geklärt werden, wer sich in Ihrer Abwesenheit um Ihr Tier kümmern könnte. Am besten denken Sie schon im Voraus über geeignete Kandidaten nach und nicht erst, wenn Sie schnell jemanden finden müssen. Zur Unterbringung während Ihrer Urlaubszeit eignen sich auch Tierpensionen ganz wunderbar. Am Einfachsten ist es mit einem Hund, sofern Sie ihn mit in die Unterkunft nehmen dürfen. © Christin Klose/dpa-tmn
Zwei Katzen sitzen nebeneinander in der Wiese.
Zu guter Letzt sollten Sie noch einmal in sich gehen und sich fragen, ob Sie sich auch ausreichend Zeit für eine Entscheidung genommen haben. Überstürzen Sie nichts und durchdenken Sie jede der oben genannten Fragen gemeinsam mit Ihrer Familie oder dem Partner. Sollten Sie zu dem Schluss kommen, dass ein Haustier in Ihrem Leben keinen Platz hat, sollten Sie zu Ihren eigenen Gunsten und zum Wohl des Tieres ehrlich mit sich sein und von einem Kauf absehen. © Pond5 Images/Imago

Übrigens: Das eigene Haustier als Erben einzusetzen ist keine gute Idee, warnt Wolfgang Roth, Fach­anwalt für Erbrecht, gegenüber Stiftung Warentest. Im schlimmsten Fall könne dadurch das gesamte Testament ungültig werden, so der Jurist.

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