Verunreinigung

Gesundheitsschäden durch Leitungswasser: Wann ist Vorsicht geboten?

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Leitungswasser ist der ideale Durstlöscher. Es schont die Umwelt und den Geldbeutel. Doch Vorsicht: Es kann mit gesundheitsschädlichen Stoffen verunreinigt sein.

München – Leitungswasser ist der perfekte Durststiller. Es ist nicht nur klima- und umweltschonender als Wasser aus der Flasche, sondern entlastet auch das Budget und ist in der Regel stets vorhanden. Gerade bei hohen Temperaturen ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr enorm wichtig. Doch Leitungswasser kann gesundheitliche Risiken bergen – beispielsweise, wenn es mit toxischen Substanzen kontaminiert ist.

Stoffe, die ins Leitungswasser gelangen könnenMögliche Folgen
BleiAblagerung im Körper, Schädigung des Nervensystems
KupferMagen-Darm-Beschwerden bei Säuglingen
NickelAllergische Reaktionen bei Nickelallergie
LegionellenGrippeartige Beschwerden bis hin zu Lungenentzündungen

Mit verschiedenen Tests können Verbraucher herausfinden, ob womöglich Blei im Leitungswasser ist

Stiftung Warentest weist darauf hin, dass Bleirohre eine mögliche Ursache für solche Verunreinigung sein können. Die genaue Anzahl der Haushalte, die noch Bleirohre nutzen, ist unbekannt – seit diesem Jahr besteht jedoch ein offizielles Verbot. Dieses legt fest, dass die Rohre bis zum 12. Januar 2026 ausgetauscht werden müssen. Falls Sie den Verdacht haben, dass in Ihrem Eigenheim Bleirohre eingebaut sind, stehen Ihnen verschiedene Tests zur Verfügung, die Sie anwenden können:

  • Sichtbare Leitungen kontrollieren: Bleileitungen sind deutlich weicher als andere Rohre. Sie lassen sich mit einem Messer leicht einritzen und sind silbergrau.
  • Vermieter fragen: Sie können in der Regel sagen, wann die Leitungen eingebaut wurden und ob es sich womöglich um Bleileitungen handelt.
  • Labormessung: Messungen geben Aufschluss darüber, ob das Wasser mit gesundheitsschädlichen Stoffen verunreinigt ist.
  • Quellen: Stiftung Warentest, Umweltbundesamt

Wenn Blei in den menschlichen Körper gelangt, kann es nicht abgebaut werden – es sammelt sich in Knochen, Muskeln und Gehirn an. Selbst geringste Mengen Blei können das Nervensystem beeinträchtigen, wie das Umweltbundesamt auf seiner Webseite informiert. Besonders gefährdet sind Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder. Darüber hinaus mache Blei „dumm, besonders wenn sich das Gehirn noch in der Entwick­lung befindet“, so Stiftung Warentest.

Verunreinigtes Trinkwasser durch alte Armaturen: Das Risiko von Blei

Blei kann nicht nur durch entsprechende Rohre ins Trinkwasser gelangen, sondern auch durch veraltete Armaturen. Dies ist bei Messingarmaturen der Fall, die aus Kupfer und Zink bestehen. Um diese beiden Materialien effektiver zu verbinden, wird Blei hinzugefügt. „Insbesondere bei neuen Armaturen kann Blei am Anfang ins Trink­wasser übergehen“, so Stiftung Warentest.

Generell gilt: Lassen Sie stets etwas Wasser abfließen, bevor Sie es in ein Glas geben oder zum Kochen nutzen. Dies ist besonders wichtig, wenn das Wasser längere Zeit gestanden hat. Wasserfilter erweisen sich oft als wenig nützlich. Statt das Wasser zu säubern, stellen sie häufig sogar ein Risiko für die Verbreitung von gesundheitsschädlichen Keimen im Wasser dar.

Leitungswasser kann mit einer Reihe weiterer Stoffen verunreinigt sein

Nicht nur Blei, sondern auch eine Vielzahl anderer Substanzen können unbemerkt ins Trinkwasser gelangen oder in überhöhter Konzentration vorhanden sein. Hierzu gehören Kupfer, Nickel und Legionellen. Obwohl der Grenzwert für Kupfer laut Stiftung Warentest relativ hoch ist, kann Trinkwasser mit hohem Kupfergehalt bei empfindlichen Säuglingen Magen-Darm-Probleme verursachen. Nickel hingegen stellt nur dann ein Risiko dar, wenn eine Unverträglichkeit vorliegt. In diesem Fall sollten Betroffene das Wasser kurz aus dem Hahn laufen lassen, bevor sie es nutzen.

Eine wichtige Regel lautet: Das Wasser erst kurz laufen lassen, bevor man es trinkt.

Eine Kontamination mit Legionellen stellt ein erheblich größeres Problem dar. Diese Bakterien vermehren sich in warmem Wasser. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) können sie beim Menschen Symptome ähnlich einer Grippe bis hin zu Lungenentzündungen hervorrufen. Um eine Kontamination zu verhindern, rät Stiftung Warentest, Wasserleitungen regelmäßig zu benutzen, um einen Stillstand des Wassers zu verhindern. Zudem sollten Duschköpfe beispielsweise nicht in schmutziges Spülwasser gelegt werden.

Prostatakrebs und Leitungswasser: Spanische Studie entdeckt gefährlichen Zusammenhang

Eine spanische Studie hat einen Zusammenhang zwischen einer hohen Nitrat-Konzentration im Trinkwasser und Krebs aufgezeigt: Die Wissenschaftler stellten fest, dass das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, mit steigender Nitrat-Aufnahme zunimmt.

Wenn Sie Zweifel an der Trinkbarkeit Ihres Leitungswassers haben, ist eine Untersuchung die beste Lösung. Wie Stiftung Warentest erläutert, bieten einige Wasserversorger kostenlose Tests an, wenn sich Schwangere oder Säuglinge im Haushalt befinden. (tt)

Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteurin Teresa Toth sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © Francis Joseph Dean/imago

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