1,5 Liter oder mehr?

Studie zeigt: Wer zu wenig trinkt, riskiert Schlaganfall und frühzeitigen Tod

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US-amerikanische Forscher fanden heraus, dass ein Zusammenhang zwischen Trinkmenge und der Entstehung von Schlaganfall, Herzversagen und Demenz besteht.

Sie trinken zu wenig? Dann sollten Sie ab sofort häufiger zu Wasser, Tee oder Fruchtschorlen greifen. Diese gelten als gesund, weil sie wenig bis keinen Zucker enthalten. Ausreichend viel zu trinken ist deshalb so wichtig, weil es den Stoffwechsel anregt, die Konzentration steigert und Kopfschmerzen vorbeugt. Auch die körperliche Fitness wird der Barmer Krankenkasse zufolge gesteigert, wenn wir viel trinken. 1,5 Liter oder mehr? Je nach körperlicher Aktivität und Körpergewicht variiert die individuell optimale Trinkmenge.

Wie viel Sie am Tag trinken sollten – perfekte Flüssigkeitszufuhr berechnen

Kilogramm Körpergewicht x 35 Milliliter Flüssigkeit – mit dieser Formel können Sie die für Sie optimale Dosis Flüssigkeit pro Tag ermitteln. Mehr zum Thema erfahren Sie hier.

US-amerikanische Forscher fanden zudem heraus, dass eine zu geringe Trinkmenge sogar das Leben verkürzen kann. Grund dafür: Das Risiko für lebensbedrohliche Ereignisse wie Herzversagen und Schlaganfall steigt und auch chronische Krankheiten wie Gefäßerkrankungen würden durch zu wenig Flüssigkeitszufuhr getriggert, so die Forschenden.

Vor allem bei sportlicher Aktivität sollten Sie darauf achten, ausreichend zu trinken.

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Wer zu wenig trinkt, erhöht das Demenz- und Schlaganfall-Risiko

Die Wissenschaftler um Natalia I. Dmitrieva vom National Heart Lung and Blood Institute im US-amerikanischen Maryland legten ihrer Studie die Gesundheitsdaten von 11.255 Erwachsenen zugrunde. Der Beobachtungszeitraum betrug 25 Jahre. Interessiert war das Team um Dmitrieva vor allem am Serumnatriumspiegel der Studienteilnehmer, der im Blut gemessen werden kann. Ein erhöhter Wert kann auf eine geringe Flüssigkeitsaufnahme zurückgeführt werden.

Bei denjenigen Probanden, die dauerhaft zu wenig getrunken hatten, waren die Natriumwerte im Blut erhöht. Außerdem konnten die Wissenschaftler in dieser Gruppe ein erhöhtes Risiko für frühzeitigen Tod durch Ereignisse wie Schlaganfall nachweisen. Ihr Fazit haben sie in der Medizinzeitschrift eBioMedicine veröffentlicht: „Unsere Analyse (hat) gezeigt, dass Serumnatrium in der Lage ist, eine schnellere biologische Alterung und ein erhöhtes Risiko für die künftige Entwicklung chronischer Krankheiten vorherzusagen, und zwar weit vor dem Alter, in dem chronische Krankheiten in der Allgemeinbevölkerung mit hoher Rate auftreten“. Darunter fallen den Forschenden zufolge Herzversagen, Demenz, chronische Lungenerkrankungen, Schlaganfall, Diabetes, periphere Gefäßerkrankungen und Vorhofflimmern.

Stress nachhaltig reduzieren – mit bewährten Entspannungstechniken

Frau macht Yoga-Pose
Meditation ist eine Technik, mit deren Hilfe man in den Moment findet, statt sich in Gedanken zu verlieren. Wie die Techniker Krankenkasse weiter informiert, lernen Sie im Rahmen der Mediation, Gedanken kommen und gehen zu lassen, ohne diese festzuhalten oder zu bewerten. Das Ziel: Abstand zum alltäglichen Stress gewinnen. Krankenkassen, Yoga-Studios und auch viele Fitnessstudios bieten Kurse an. Auch mithilfe von Apps kann man ausprobieren, ob Meditation etwas für einen ist.  © Marcos Castillo/Imago
Frau macht Yoga-Übung
Yoga kräftigt und dehnt auch die tiefliegenden Muskelgruppen. Doch die fernöstliche Lehre, die viele körperliche, aber auch geistige Übungen umfasst, kann mehr. Denn die Entspannungsübungen im Yoga verlangsamen die Atmung, was beruhigende Wirkung auf den gesamten Organismus hat. Wer sich ausprobieren möchte, sieht sich mit einer Fülle von Angeboten konfrontiert. Yoga- und Fitnessstudios, aber auch Krankenkassen und Volkshochschulen bieten Kurse an.  © svyatoslav lipinskiy/Imago
Junge Frau liegt in Sportklamotten auf einer Yoga-Matte.
Viele Menschen schwören auf progressive Muskelentspannung, wenn sie zur Ruhe kommen wollen. Das Prinzip dahinter: Durch gezielte An- und Entspannung der Muskeln verringert sich die Aktivität der Nerven und die psychische Anspannung nimmt ab. Wie die AOK weiter informiert, kann man nach vorheriger Anleitung durch einen entsprechend ausgebildeten Therapeuten die Übungen auch selbstständig durchführen. © Ivan Gener/Imago
Frau liegt mit geschlossenen Augen im Gras
Autogenes Training ist ein Entspannungsverfahren, das über gedankliche Konzentration zur Ruhe finden lassen soll. Hier werden nicht, wie bei der progressiven Muskelentspannung, Muskeln bewusst angespannt und entspannt. Wie die Neurologen und Psychiater im Netz weiter informieren, ist es viel mehr eine Art Selbsthypnose, die beim autogenen Training stattfindet. Mithilfe von Mantra-artigen Übungsformeln (z. B. „Der rechte Arm ist ganz schwer“ oder „Der rechte Arm ist ganz warm“) soll erreicht werden, dass der gesamte Organismus zur Ruhe kommt. Kurse finden Sie unter anderem bei Ihrer Krankenkasse und der Volkshochschule.  © Olga Pankova/Imago
Frau atmet tief durch an der frischen Luft.
Atemtechniken helfen dabei, starken Stress zu reduzieren. Bei Anspannung flacht die Atmung in der Regel ab, die Luft wird nicht weiter als in den Brustraum eingeatmet. Eine ruhige, regelmäßige Bauchatmung führt aber dazu, dass sich Muskeln entspannen und der Körper besser durchblutet wird. Auch der Blutdruck kann so gesenkt werden. Und so sieht eine gesunde und tiefe Bauchatmung nach der 4/7/11-Regel aus: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden ausatmen und das ganze 11 Minuten durchhalten. © Imago
Fröhliche, in eine Decke gehüllte junge Frau sitzt mit einer Tasse heißer Schokolade auf der Terrasse eines Bungalows
Achtsamkeit hat sich der Techniker Krankenkasse zufolge in vielen Studien als wirksam zur Stressreduktion erwiesen. In anerkannten Kursen zur „Mindfulness Based Stress Reduction“ würden Techniken erlernt werden, die helfen, im Hier und Jetzt statt in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu sein – und das nicht nur körperlich, sondern auch mental. Ein wichtiger Aspekt: Achtsam sein bedeutet, jegliche Bewertung aus den Gedanken zu verbannen. Der Moment, die Atmung, die Geräusche im außen werden also ausschließlich wahrgenommen, man denkt an nichts.  © Aleksei Isachenko/Imago
Frau wandert auf den Heimgarten
Viele Menschen machen intuitiv das Richtige, wenn sie sich gestresst fühlen. Sport empfinden viele als sehr gutes Ventil, um Druck abzulassen. Der Techniker Krankenkasse zufolge zählt Sport zwar nicht zu den typischen Entspannungstechniken, man spricht vielmehr von einer sogenannten passiven Methode.  © Imago
Frau liegt in der Badewanne
Zu den sogenannten passiven Methoden zählt nicht nur der Sport. Auch eine entspannte Auszeit in der Badewanne, ein Spaziergang oder Zeit mit einem guten Buch können den Stresslevel enorm senken, indem sie Zufriedenheitserlebnisse schaffen, so die Techniker Krankenkasse.  © Imago

Zu hoher Natriumserum-Wert als Warnhinweis

Problematisch ist den Wissenschaftlern zufolge ein Natriumwert im Blut, der im oberen Bereich des Normalbereichs (135-146 mmol/l) liegt. „In unserer Analyse wurde auch ein Schwellenwert von 142 mmol/l ermittelt, der zur Identifizierung von Risikopersonen verwendet werden kann, die von einer gründlicheren klinischen Untersuchung profitieren könnten“, so die Schlussfolgerung der Forschenden.

Das Problem an der Studie: Es kann keine kausale Wirkung nachgewiesen werden. Das bedeutet, dass nicht eindeutig klar ist, ob neben dem Natriumserum-Wert noch andere Faktoren für die Studienergebnisse mitverantwortlich sind.

Mehr Informationen zur Studie „Middle-age high normal serum sodium as a risk factor for accelerated biological aging, chronic diseases, and premature mortality“

Veröffentlichungsdatum: 2. Januar 2023

Veröffentlicht im Fachjournal eBioMedicine (Teil der Fachzeitschrift The Lancet)

Umfang: 11.255 Studienteilnehmer

Studienautoren: US-amerikanisches Forscherteam um Natalia I. Dmitrieva vom National Heart Lung and Blood Institute

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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