VonStella Henrichschließen
Netflix erhöht in einigen Ländern die Preise für einen Teil seiner Abonnements. In Deutschland fällt ein Abo weg.
München ‒ Der Streaming-Dienst Netflix hat in diesem Jahr bereits das gemeinsame Nutzen von Passwörtern abgeschafft. Eine deutliche Veränderung für alle, die dadurch für Serien und Filme deutlich mehr zahlen müssen. Nun erhöht das US-Unternehmen mit Sitz in Kalifornien in verschiedenen Ländern die Preise für einen Teil seiner werbefreien Abos. Und in Deutschland verschwindet ein Abo sogar komplett aus der Vermarktung.
Für Kunden in den USA, Frankreich und Großbritannien wird das günstigste werbefreie Abonnement teurer. Das werbefreie Basis-Abo wird in den USA für Bestandskunden jetzt 11,99 US-Dollar pro Monat kosten, zwei Dollar mehr als zuvor, berichtet CNBC. Der werbefinanzierte Netflix-Zugang sei aber weiterhin für 6,99 Dollar zu haben, das Standard-Abo weiterhin für 15,49 Dollar. In Frankreich wird das Basis-Abo ohne Werbung und das Premium-Abo teurer. Das werbefinanzierte Abo und das Standard-Abo kosten wie gewohnt 5,99 Euro bzw. 13,49 Euro im Monat.
Netflix erhöht Preise für werbefreie Abos - in den USA, Frankreich und Großbritannien wird es teurer
In den USA wird außerdem das teuerste Netflix-Abonnement mit bester Bildqualität künftig 22,99 US-Dollar pro Monat kosten und in Frankreich 19,99 Euro. In Deutschland zahlten Kunden aktuell für dieses Premium-Abo 17,99 Euro. Diese Abo-Varianten gibt es derzeit in Deutschland.
| Abo-Preis-Modelle | USA | Deutschland |
| Werbefreie Basis-Abo | 11,99 Dollar monatlich (vorher 9,99 Dollar) | 7,99 Euro/Monat |
| Standard-Abo: | 15,49 Dollar monatlich | 12,99 Euro/Monat |
| Premium-Abo: | 22,99 Dollar monatlich (vorher 19,99 Dollar) | 17,99 Euro/Monat |
| werbefinanziertes Abo: | 6,99 Euro monatlich | 4,99 Euro/Monat |
Wie lange die Netflix-Abonnenten hierzulande noch von den günstigeren Preisen im Vergleich zum Nachbarland Frankreich profitieren, darüber gibt Netflix laut dem Bericht derzeit keine Auskunft. „Deutsche Nutzer können sich aber schon mal darauf einstellen, dass auch sie demnächst mehr für ihr Netflix-Abo bezahlen müssen“, so die Prognose des Technikportals inside-digital.de.
Netflix erhöht Preise und streicht Abo komplett
Fest steht allerdings für deutsche Abonnenten bereits, dass Netflix das Basis-Abo ohne Werbung komplett aus dem Angebot streichen wird. Die gute Nachricht für Bestandskunden von Netflix: Die Regelung gilt zunächst wohl nur für Neukunden. Offensichtlich versucht der Streaming-Dienst damit den eigenen Umsatz mit dem werbefinanzierten Basis-Abo für derzeit 4,99 Euro pro Monat zu steigern.
Angaben zum Unternehmen:
| Netflix | US-amerikanisches Medienunternehmen |
| Gründer | Reed Hastings, Marc Randolph |
| Gründungsjahr | 1997 |
| gestartet als | Online-DVD-Verleih und -verkauf |
| Einführung des DVD-Abonnement | 1999 |
| Netflix geht an die Börse | 2002 |
| Streaming von Titeln eingeführt | 2007 |
| Mitgliederzahl 2021 | über 200 Millionen |
| Weltweit verfügbar | in über 190 Ländern ub 21 Sprachen |
| Abonnements 2022 | im November wird in 12 Ländern ein neues, kostengünstigeres, werbefinanziertes Abo eingeführt |
| Internetseite | www.netflix.com |
Quelle: Netflix
Netflix streicht werbefinanziertes Basis-Abo hierzulande - Weitere Ländern sollen folgen
Ähnliches plant der Konzern nach Angaben der Tagesschau auch in Spanien, Japan, Brasilien, Mexiko und Australien. „Man setzt damit nur fort, was in den USA, Großbritannien, Kanada und Italien bereits umgesetzt ist“, teilt Netflix in einem Brief an die Aktionäre laut dem Bericht weiter mit. Die Streichung des Basis-Tarifs habe dort die Akzeptanz der anderen Abos erhöht. Was vielleicht auch daran liegen mag, dass einige beliebte Filme und Serien in der Basis-Variante mit Werbung fehlen.
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In den vergangenen Monaten hat Netflix jedenfalls mit seinen Account-Änderungen seine Kunden mächtig verärgert. Einige wollten darauf sogar dauerhaft kündigen. Ob die Rechnung am Ende für den Konzern aufgeht, wird sich noch zeigen. Die Strategie jedenfalls ist klar. Netflix versucht mit den Änderungen der Abonnements und steigender Preise seine Kunden in werbefinanzierte Angebote zu locken. Denn die Werbeeinnahmen je Kunde seien höher als die monatlichen Gebühren, so zumindest äußerten sich Experten gegenüber der Tagesschau. (sthe)
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