Wildtieren helfen

Lebensretter oder Todesfalle? Wasserschalen für Igel, Eichhörnchen und Insekten

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Wer Wildtieren im Sommer etwas Gutes tun will, kann eine Schale mit frischem Wasser aufstellen. Aber Vorsicht – sie kann auch schnell zur Todesfalle werden.

Hitze und Trockenheit bedeuten für viele Tiere den sicheren Tod. Kleine Teiche, Bäche und Pfützen trocknen schnell aus. In der Folge finden Vögel, Igel, Mäuse und Eichhörnchen in heißen und trockenen Sommermonaten kaum etwas zu trinken. Auch Insekten wie Hummeln und Bienen brauchen dringend Wasser zum Überleben. „Eine Schale mit frischem Wasser kann Tierleben retten“, schreibt die Tierschutzorganisation Vier Pfoten in einer Pressemitteilung und gibt wichtige Tipps, damit die ersehnte Abkühlung nicht zur Todesfalle wird.

Flache Terrakottaschalen eignen sich gut als Wasserschale für kleine Säugetiere wie den Igel.

Flache Schalen schützen Igel, Eichhörnchen und Maulwürfe vor dem Ertrinken

Große, flache Schalen machen das Trinken für kleine Säugetiere wie Igel oder Eichhörnchen nicht nur einfacher, sie schützen auch vor dem Ertrinken, sollte das Tier hineinfallen. Raues Material bietet zudem besseren Halt als glatte Oberflächen, rät der Deutsche Tierschutzbund. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) nennt Terrakottaschalen oder Blumenuntersetzer aus Ton oder Stein als geeignete Wasserschalen für Wildtiere. Vogeltränken zum Aufhängen gibt es hingegen im Baumarkt oder Fachhandel. Der Klimawandel macht dem Igel besonders zu schaffen, hier erfahren Sie, wie Sie dem kleinen Stachelträger helfen können.

Rettungsinseln sind ein Muss für Insekten und kleine Säugetiere

Auch Insekten freuen sich an heißen, trockenen Tagen über Wasser. Damit sie nicht ertrinken, sollte man unbedingt Rettungsinseln in die Wasserschalen legen, beispielsweise Äste oder Steine, über die Insekten sicher ans kühle Nass gelangen und auch wieder hinausklettern können. Zudem machen Steine Kunststoffschalen standsicher. Auch in Pools und Gartenteichen sind Inseln aus Steinen und Ästen oder Stege für kleine Säugetiere Lebensretter. Nachts sollten Gartenteiche oder Pools möglichst abgedeckt werden. Schon gewusst? So können sie geschwächte Bienen wieder aufpäppeln.

Fotogalerie: Die Tiere des Jahres 2024 – Ist Ihr Lieblingstier dabei?

Europaeischer Igel trinkt aus einer Schale mit Wasser
Wildtier des Jahres 2024: Die Deutsche Wildtierstiftung hat den Igel zum Wildtier des Jahres 2024 gekürt. Der stachelige Insektenfresser hat es immer schwerer, passenden Lebensraum zu finden. Übrigens: Igel freuen sich im Sommer über eine Schale Wasser in Ihrem Garten. © F. Hecker/IMAGO
Ein männlicher Apollofalter auf einer Wiese.
Schmetterling des Jahres 2024. Der Mosel-Apollofalter. Die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. haben die bedrohte Unterart des Apollofalters gemeinsam gekürt.  © blickwinkel/Imago
Der Stierkäfer ist ein Käfer aus der Familie der Mistkäfer mit drei Hörnern.
Zum Insekt des Jahres 2024 wurde der imposante Stierkäfer von der BFA Entomolgoie im Nabu gekürt. Er gilt als talentierter Tunnelbauer und ist als Mistkäfer für das Ökosystem wichtig.  © Steffen Schellhorn/Imago
Eine Blaue Holzbiene auf einer gelben Portulakröschen
Zur Wildbiene des Jahres 2024 wurde die Blauschwarze Holzbiene vom Arbeitskreis Wildbienen-Kataster gewählt.  © imagebroker/Imago
Kiebitz-Männchen bei der Futtersuche auf einer Wiese und beim Fressen eines Regenwurms.
Vogel des Jahres 2024. An der Vogelwahl haben sich fast 120.000 Menschen beteiligt. Sieger ist der Kiebitz, der inzwischen in Deutschland als stark gefährdet gilt. Gekürt wurde er von der Nabu (Naturschutzbund Deutschland e.V.) © imagebroker/Imago
Kabeljau, Dorsch schwimmend im Atlantic
Fisch des Jahres 2024: Der Dorsch. Er gilt als einer der beliebtesten Speisefische. Doch seine Bestände sind durch Klimawandel und Überfischung stark zurückgegangen. Gekürt wurde er vom Deutscher Angelfischerverband (DAFV) © blickwinkel/Imago
Hoehlenspinne sitzt auf einem Stein
Zur Spinne des Jahres und gleichzeitig Höhlentier des Jahres 2024 wurde die Gefleckte Höhlenspinne von der Arachnologische Gesellschaft gewählt.  © blickwinkel/Imago
Kreuzotter zusammengerollt in auffälliger Pose
Reptil des Jahres 2024: Die Kreuzotter. Da diese Art die Kälte besonders liebt, gilt sie als Verliererin des Klimawandels und verdient besonderen Schutz, berichtet die DGHT (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde). © imagebroker/Imago

Wasserschalen schattig und geschützt aufstellen

Was den Standort für die Wildtiertränke angeht, sollte man einerseits ein schattiges Plätzchen wählen, allerdings nicht in unmittelbarer Nähe zu Büschen oder Sträuchern. Sonst könnten Katzen oder Raubtiere sich unbemerkt anschleichen und zur großen Gefahr für die durstigen Wildtiere werden. Wer Haustiere wie Hunde oder Katzen hat, sollte die Schalen außer deren Sichtweite platzieren. Vogeltränken sollten außerdem nicht zu nah an Glastüren oder Fensterscheiben hängen, Vögel könnten dagegen fliegen und sich verletzen. Mit diesem Tipps können Sie Wildvögeln im Garten helfen.

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Vorsicht, Keimschleuder

Damit die Wasserschalen nicht zur Bakterienschleuder werden, sollte man das Wasser mindestens einmal täglich wechseln und die Schalen bei Bedarf spülen. Besonders für Singvögel, die auch gerne mal in Wasserschalen baden, ist verkeimtes Wasser eine große Gefahr, schreibt das LANUV.

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, tun Sie den heimischen Wildtieren und Insekten einen großen Gefallen. Mehr noch, Sie retten vielen von ihnen womöglich das Leben.

Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago

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