VonSimon Monesschließen
Das wechselhafte Aprilwetter sorgt für Unsicherheit bezüglich der Reifenwahl. Müssen jetzt wieder die Winterreifen drauf oder dürfen die Sommerpneus bleiben. Was Sie jetzt wissen müssen.
„April, April, der macht, was er will“, diese Redensart kennt wohl fast jeder Deutsche. Und aktuell zeigt sich der Frühling passenderweise wieder einmal von seiner launischen Seite. Nach fast schon sommerlichen Temperaturen am Wochenende ist es nun wieder sehr frisch in Deutschland. Nachts sind sogar wieder einstelligen Temperaturen möglich. Wer der „O bis O-Regel“ gefolgt ist und schon Sommerreifen aufgezogen hat, dürfte sich da fragen, ob er jetzt wieder auf Winterreifen zurückwechseln muss.
Temperaturen in Deutschland sinken: Keine allgemeine Winterreifenpflicht
Die Antwort auf diese Frage lautet: Jein. Anders als in anderen Ländern gibt es in Deutschland keine allgemeine Winterreifenpflicht. Hierzulande schreibt die Straßenverkehrsordnung (StVO) stattdessen eine situative Winterreifenpflicht vor. Heißt: Bei Glatteis, Schneeglätte oder Schneematsch darf nur mit den entsprechenden Pneus gefahren werden.
Und auch die Faustregel Oktober bis Ostern ist rechtlich nicht bindend. Der ADAC rät daher zu einem Blick aus dem Fenster, aufs Thermometer und den Wetterbericht. „Wenn die Außentemperatur kontinuierlich die 7-Grad-Marke knackt, können Sie guten Gewissens auf Sommerreifen umsteigen“, erklärt der Reifenhändler Vergölst.
ADAC rät, bei Winterwetter Autos mit Sommerreifen stehenzulassen
Bei winterlichen Wetter- und Straßenverhältnissen sollten Autofahrer, die bereits Sommerreifen aufgezogen haben, ihr Fahrzeug besser stehen lassen, rät der ADAC. Die Pneus für die kalte Jahreszeit erkennt man am Alpine-Symbol (Schneeflocke mit stilisiertem Berg) oder dem M+S-Zeichen. Letztere sind ab dem kommenden Winter indes verboten.
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Wer nicht wechseln will, kann zu Ganzjahresreifen greifen. Allerdings sind diese nicht für alle Autofahrer sinnvoll. Rechtlich ist es zudem erlaubt, auch im Sommer mit Winterpneus zu fahren. Sinnvoll ist das aber nicht, wie auch ein ADAC-Test zeigt. So verlängert sich der Bremsweg deutlich – vor allem auf trockenen Straßen. Und auch die Fahreigenschaften verschlechtern sich. Zudem nutzen sich die Winterreifen im Sommer stärker ab und der Spritverbrauch steigt.
Bußgeld, Punkt und Unfallmitschuld: Sommerreifen bei Winterwetter können teuer werden
Wer trotz winterlichen Wetters mit Sommerreifen unterwegs ist, geht ein hohes Risiko ein. So droht ein Bußgeld von 60 Euro. Wer andere Verkehrsteilnehmer behindert, muss 80 Euro bezahlen. Hinzu kommt ein Punkt in Flensburg. Und auch dem Fahrzeughalter drohen 75 Euro und ein Punkt.
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Und auch bei einem Unfall wird es teuer. „Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen einen Unfall mit Sommerreifen verursacht, dem können wegen grober Fahrlässigkeit Leistungen in der Kaskoversicherung gekürzt werden“, betont der ADAC. Zudem kann es auch bei unverschuldeten Unfällen Ärger mit der gegnerischen Versicherung geben. So ist etwa eine Mitschuld möglich.
Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa

