- VonMaksym Brikschließen
Silberfischchen machen sich in Küche und Bad breit. Viele empfinden sie in der Wohnung als unangenehm. Wer sie im Haus bekämpfen will, kann vorbeugen.
Hamm - Silberfischchen oder wissenschaftlich, Lepisma saccharina (wörtlich Zuckergast), hat wahrscheinlich jeder schon mal im Haus oder in der Wohnung gesehen. Die Krabbler sind im Grunde für Menschen harmlos und, da sie lichtscheu sind, auch größtenteils unauffällig. Allenfalls wenn man Nachts im Bad das Licht anmacht, kann man sehen, wie sie in ihre Verstecke flitzen. Trotzdem empfinden viele Menschen die Insekten als unangenehm. Dazu können Sie ein Hinweis auf größere Probleme im Haus sein.
Silberfische im Haus - Wo sie herkommen und wie man sie loswird
Silberfischchen sind Urinsekten. In der einen oder anderen Form, gibt es sie bereits seit 300 Millionen Jahren. Heutzutage sind sie etwa einen Zentimeter groß (ohne Fühler) und einfach zu erkennen an ihrem silbergrau-schuppigen, stromlinienförmigen Körper. Wie der wissenschaftliche Name schon besagt, ernähren sich die Tiere hauptsächlich von Zucker, aber auch Stärke. Dazu kommt, dass sie eine Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent benötigen. Diese zwei Tatsachen zusammen erklären, warum sich die Tiere so gerne in Küchen und Badezimmern aufhalten. Sie finden Nahrung in Krümeln und Essensresten, in Hautschuppen, Milben, Schimmelpilzen und sogar in stärkehaltigem Leim oder Tapetenkleister.
Silberfischchen auszuhungern, ist also keine Strategie. Selbst wenn man es vermeiden könnte, kleinste Mengen von Zucker oder Stärke zu hinterlassen, würden die Tiere den Hunger über Monate aushalten. Der korrekte Angriffspunkt ist dagegen die Luftfeuchtigkeit.
Ist das Haus trocken, wird es keine Silberfischchen anlocken
Das Umweltbundesamt empfiehlt zur Vorbeugung gegen einen Silberfischbefall ungünstige Lebensbedingungen für die Insekten zu schaffen. Luftfeuchtigkeit kann durch Stoßlüften und Heizen in Feuchträumen verringert werden. Extrem feuchte Stellen (etwa durch Wasserschäden) sollten schnellstmöglich baulich beseitigt werden. Dazu empfiehlt das Umweltbundesamt Ritzen und Spalten regelmäßig zu saugen oder ganz abzudichten, um den Tieren die Verstecke zu nehmen. Zum selben Zweck sollten Abflüsse nachts abgeschlossen und regelmäßig mit kochendem Wasser begossen werden.
Ferner informiert das Bundesumweltamt, dass die Tiere zumindest in Kellerräumen „durch ihre natürlichen Feinde dezimiert werden“. Dazu gehören der Ohrwurm, aber auch Spinnen. Wer sich also im Keller eine Spinnenzucht angelegt hat, kann seine Achtbeiner-Armee auf die Eindringlinge loslassen.
Einen Haustrick gegen die Insekten empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW. Die Vorliebe der Tiere für Zucker und Stärke kann ausgenutzt werden. Ein Zeitungspapier mit Honig oder einer aufgeschnittenen Kartoffel macht den Köder. Dieser kommt in eine offene Plastiktüte, die an einem dunklen Ort ausgelegt wird. Über Nacht würden sich die Tiere dann in der Tüte sammeln und könnten einfach im Freien entsorgt werden.
Nützliche Mitfresser oder Anzeichen eines ernsthaften Problems?
Von den Insekten selbst gehe laut Umweltbundesamt keine Gefahr aus. Es gäbe also keine Hinweise auf Krankheitsübertragungen. Dazu ernähren sich Silberfischen unter anderem von Hausstaubmilben, deswegen „können sie auch als Nützlinge angesehen werden.“ Auf der anderen Seite kann das Ungeziefer allenfalls kleine Schäden an Tapeten, Textilien oder Büchern verursachen.
Unangenehmer ist, dass die Tiere auch ein Anzeichen für zu hohe Feuchtigkeit im Wohnraum sein können. Bei einem starken Befall könnte es sich lohnen, einen Schimmelexperten zurate zu ziehen. Wie stark ein Befall ist, prüft man am besten nachts. Wenn man im Bad oder in der Küche das Licht einschaltet, versuchen die Tiere in der Regel sofort in ihre Verstecke zu fliehen. Dadurch lassen diese sich lokalisieren. Wer von einem starken Befall betroffen ist, soll sich laut Umweltbundesamt eher an einen Schädlingsbekämpfer werden – als die Bekämpfung selbst anzugehen, mit Honigfallen und einer Spinnen-Armee.
Silberfischchen sind in Deutschland verbreitet und kommen über das ganze Jahr in Haushalten vor. Ein neuer Eindringling dagegen ist die Asiatische Hornisse. Diese breitet sich seit neustem in NRW aus und richtet bereits beträchtliche Schäden an.
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