VonMaximilian Gangschließen
Die asiatische Hornisse breitet sich aus. Anwohner sollten ein paar Dinge beachten. Eine Stadt in NRW gibt jetzt Tipps.
Herne – Die Imkerei in Deutschland sieht sich einer neuen Gefahr ausgesetzt. Die asiatische Hornisse frisst Bienen – und jetzt breitet sich das Insekt hierzulande aus. Von April bis September 2023 gab es in allein in NRW knapp 100 Sichtungen der asiatischen Hornisse. Experten gehen davon aus, dass die Einwanderung mittlerweile unumkehrbar ist. Auch, wenn ein Stich für die meisten Menschen zwar schmerzhaft, aber ungefährlich ist, gilt es im Umgang mit dem Eindringling ein paar Dinge zu beachten. Eine Stadt in NRW gibt wichtige Tipps.
Wie sollte man sich verhalten, wenn man eine asiatische Hornisse sieht?
„Menschen sollten sich den Tieren gegenüber, ebenso wie bei anderen Wespen und Hornissen, ruhig verhalten“, schreibt die Stadt Herne in einer Mitteilung zur asiatischen Hornisse. Demnach sind die Insekten zwar aggressiv gegenüber Bienen, doch eher scheu im Kontakt mit Menschen: „Die Tiere flüchten eher, als zu stechen“. Vorsicht ist jedoch im Umkreis der Nester geboten: Diese sind nicht nur teilweise sehr groß, sondern auch empfindlich gegenüber Erschütterung. Um nicht den Verteidigungsinstinkt der Tiere zu wecken, sollte deshalb – wenn möglich – Abstand gehalten werden.
Mehrere tausend Exemplare des „Gelbfüßlers“, wie die asiatische Hornisse aufgrund ihrer auffällig gefärbten Füße auch bezeichnet wird, teilen sich teilweise ein Nest. „Diese können beispielsweise in Hecken, unter Dachvorsprüngen, in Kellern, auf Dachböden oder auch frei hängend in Bäumen gefunden werden“, so die Stadt Herne. Vor allem im Frühjahr ernähren sich die Insekten von Bienen. Im Herbst ernähren sie sich auch von reifem Obst und Fallobst. Gute Nachrichten gibt es für Fans von Kuchen, Bratwurst oder Getränke: Anders als ihr europäisches Pendant interessiert sich die asiatische Hornisse dafür nicht.
Wo kann man Sichtungen einer asiatischen Hornisse melden?
Laut Untersuchungen liegt die durchschnittliche Ausbreitungsgeschwindigkeit der asiatischen Hornisse bei knapp 80 Kilometern pro Jahr. Um die Verbreitung des invasiven Insekts einzudämmen, ruft das Landesamt für Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) die Bevölkerung zur Mithilfe auf, wie auch 24RHEIN berichtet: Sichtungen sollte nach Möglichkeit mit einem Fotobeleg im Neobiota-Portal gemeldet werden. Die Stadt Herne bittet um Meldung per E-Mail an den Fachbereich Stadtgrün (fb-stadtgruen@herne.de) oder die Untere Naturschutzbehörde (unb@herne.de).
Ursprünglich stammt die asiatische Hornisse aus China. Wichtig ist: Es handelt sich nicht um die berüchtigte Riesenhornisse, die insbesondere in Ost- und Südostasien für Angst und Schrecken sorgt. Auch von der europäischen Hornisse lässt sich der Neuankömmling gut unterscheiden: Neben ihren gelben Füßen sind sie auch ein wenig kleiner als die einheimischen Insekten. Ihr Körper ist sehr dunkel, mit gelben Streifen am Hinterleib. Einheimische Hornissen sind hingegen vorn auffällig rostrot gefärbt, mit einem gelben Hinterleib und dunklen Füßen. Im Vergleich zu Wespen sind asiatische Hornissen ein wenig größer.
Großflächige Vorkommen der asiatischen Hornisse in NRW
Experten vermuten, dass die asiatische Hornisse aus dem bereits größeren Vorkommen in Belgien nach NRW gewandert ist. Einen ersten Fund gab es 2020 im Kreis Heinsberg. Mittlerweile gibt es großflächige Sichtungen im Land – besonders im Südwesten. Aber auch in Bottrop wurden bereits Exemplare des „Gelbfüßlers“ gesichtet. Und die asiatische Hornisse ist ebenso nachweislich in Wuppertal angekommen. 2024 gab es bislang laut LANUV sechs bestätigte Funde, zuletzt Mitte März in Krefeld. Mit den wärmer werdenden Temperaturen wird aber auch ein Anstieg der Sichtungen erwartet. (mg)
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