Ranken über Ranken

Wild wuchernde Brombeeren nehmen zu – auch im Garten können sie zum Problem werden

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Viel Regen ist eine der Ursachen für ein übermäßiges Brombeerwachstum. Wer auch im Garten davon betroffen ist, sollte nicht zu spät zu Schutzkleidung und Schere greifen.

Wer im Wald gern Brombeeren nascht, wird sich über diese Nachricht freuen: Der Bewuchs mit den Sträuchern hat vor allem in Bayerns Wäldern in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Gründe hierfür sind weniger schön: Wie der Bund Naturschutz (BN) der Deutschen Presse-Agentur berichtete, sind nicht nur ausgiebiger Regen, sondern auch zu viel Stickstoff im Boden und abgestorbene Bäume Ursachen für den üppigen Wildwuchs.

Brombeeren verdrängen andere Pflanzen – sie wuchern auch unterirdisch

Aller schönen Beeren zum Trotz: Wer nicht gut acht gibt, hat bald ein dorniges Brombeer-Gestrüpp im Garten.

Der hohe Stickstoffanteil im Boden ist dem dpa-Bericht zufolge auf den Straßenverkehr und die Landwirtschaft, also die starke Düngung der Felder, zurückzuführen. Tote Bäume ermöglichen im Wald aufgrund weniger Nadeln und Blattwerk einen größeren Lichteinfall – darüber freuen sich die Beerensträucher und Kleintiere, die sich darunter verstecken. Die wuchernden Pflanzen machen den Wald aber nicht nur undurchdringlicher, sich verdrängen auch jungen Baumnachwuchs.

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Auch im heimischen Garten kennen manche das Problem mit wild wachsenden Brombeersträuchern. Da die Pflanzen jedes Jahr sehr schnell wachsen, sollte man trotz der Freude über eine größere Beerenernte rechtzeitig eingreifen, um den Wildwuchs einzudämmen. Denn nicht nur die dornigen Ranken breiten sich aus, auch unterirdisch kennen die Wurzeln der Brombeeren kein Halten und nehmen anderen Pflanzen so Licht und Platz, wenn man ihnen zu lange freie Bahn lässt. Die Entfernung der Zweige kann dann mühsam und schmerzhaft werden.

So entfernen Sie Wildwuchs im Garten

Wenn Sie den Ranken ohne Chemie zu Leibe rücken möchten, sollten Sie sich mit der passenden Kleidung zunächst gut vor den Dornen schützen – also unbedingt mit Handschuhen, langärmelig und mit langen Hosenbeinen und dichtem Stoff, am besten auch eine Schutzbrille tragen.

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Geerntete Holunderbeeren in einem Korb
Ab August ist sind Holunderbeeren erntereif. Roh sind giftig, als Saft oder Sirup jedoch toll in der Erkältungszeit.  © blickwinkel/Imago
Kornelkirschen in Salzlake eingelegt
Kornelkirschen enthalten doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen und schmecken als Konfitüre, süßsauer oder in Salzlake eingelegt.  © blickwinkel/Imago
Gemeine Berberitze, Zweig mit reifen Früchten
Die Berberitze, auch Sauerdorn genannt, reift ab August. Die Früchte eigenen sich sehr gut zum Einkochen und zum Trocknen. © blickwinkel/Imago
Reife Preiselbeeren am Strauch
Von August bis Oktober findet man im Wald Preiselbeeren. Sie schmecken klassisch als Kompott. Eingefroren halten sie rund sechs Monate. © imagebroker/Imago
Mann pflückt Brombeeren
Wer hat Angst vor wilden Beeren? Brombeeren verarbeitet man im Herbst zu Konfitüre und Kompott. © Westend61/Imago
Zweigriffeliger Weißdorn, reife Früchte in einer Schale
Im September trägt der Weißdorn Früchte, die ihr Aroma am besten als Gelee, Kompott, Saft oder Sirup entfalten. © Westend61/Imago
Sanddornbeeren, Sanddornblätter und selbstgemachter Saft aus Sanddornbeeren
Viel mehr Vitamin C geht nicht: Sanddorn lässt sich als Saft, Mus oder Sirup haltbar machen. © blickwinkel/Imago
Amsel frisst Voegelbeeren
Die sauren Vogelbeeren der Ebereschen macht der Frost bekömmlicher – eingelegt, kandiert oder als Konfitüre.  © blickwinkel/Imago
Hagebuttenzweige in der Hand eines Kindes
Hagebutten werden bei Minustemperaturen aromatischer. Man kann sie zu Mus verarbeiten oder auch trocknen. © photothek/Imago
Schlehenfrüchte im Schnee
Schlehen müssen Frost bekommen, bevor sie pur genießbar sind. Ideal für Gelee oder Likör.  © Reiner Bernhardt/Imago

Dann erfolgt mit Rosenschere, Astschere oder einem Freischneider ein rigoroser Rückschnitt bis auf etwa 20 Zentimeter über dem Boden. Mit Spaten und Spitzhacke sollten Sie dann die Erde so weit bearbeiten, dass Sie die Wurzeln fassen und herausreißen können. Manchmal reicht es dafür schon, wenn Sie an den oberirdischen Trieben ziehen. Soll die Pflanze gar nicht nachwachsen, kann auch ein Unkrautstecher hilfreich sein, der die ganze Pflanze heraushebt.

Damit sich die Brombeeren künftig nicht wieder stark ausbreiten, sollten Sie sie regelmäßig stutzen und wilde Triebe entfernen. Die Pflanzenreste kommen zum Grünschnitt oder in den Biomüll, aber nicht auf den Kompost. Und keine Sorge um die Früchte: Die Pflanzen wachsen rasch nach.

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Rubriklistenbild: © Countrypixel/Imago

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