Touristen sollten Trick kennen

Anbieter erhöht Gebühr für Maut-Abos in Italien – um mehr als das Doppelte

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Ab dem 1. Juli steigt die Abo-Gebühr für elektronische Mautzahlung auf Italiens Straßen bei dem Hauptanbieter. Urlauber können jedoch trotzdem günstiger fahren.

München – Wer mit dem Auto nach Italien in den Urlaub fährt, kennt das Prozedere: Auf der Autobahn muss für die Strecke eine Maut bezahlt werden. Die meisten italienischen Autobahnen sind gebührenpflichtig, nur Schnellstraßen kosten nichts. Die Berechnung erfolgt je nach der gefahrenen Strecke und wird an Mautstationen fällig – ohne Vignette. Stattdessen werden die Gebühren immer häufiger elektronisch abgerechnet. Dafür sind bestimmte Spuren vorgesehen und ein Sendegerät ist notwendig. Wer häufig fährt, nutzt dafür ein Abo-Abrechnungsmodell – was nun allerdings auch für Urlauber deutlich kostspieliger wird.

Größter Mautanbieter in Italien gibt saftige Preiserhöhung bekannt – um 113 Prozent

Denn der Hauptanbieter der elektronischen Abrechnung, Telepass, verdoppelt jetzt die Kosten für eine reibungslose Durchfahrt bei seinem Abo-Angebot. Das Mautsystem ermöglicht es Urlaubern und anderen Reisenden, an den Mautstellen nicht anhalten zu müssen. Und bietet so für viele einen entscheidenden Vorteil. Kunden haben dafür eine sogenannte „Mautbox“ des Unternehmens in ihrem Auto. Statt händisch zu zahlen und sich einzureihen, wird die Gebühr bei Fahrern mit dem Telepass-Abomodell regelmäßig vom Bankkonto eingezogen. Telepass verlangt dafür eine monatliche Abogebühr. Bislang betrug diese 1,83 Euro, jetzt wird der Preis um ganze 113 Prozent erhöht.

Zum 1. Juli zahlen Telepass-Kunden eine Gebühr von 3,90 Euro, um das Drive-Through-System auf der Straße weiter wie gewohnt nutzen zu können. Wer das nicht möchte, kann von dem Vertrag bis zum 30. Juni ohne zusätzliche Kosten zurücktreten.

Wer im Sommer nach Italien fährt, zahlt bald mehr an der Mautstation.

Telepass erklärte die Teuerung mit den gestiegenen Kosten und Investitionen und der kontinuierlichen Verbesserung der angebotenen Dienstleistungen. Auch eine Neupositionierung des Angebots auf dem Markt sei notwendig, hieß es. Die Erhöhung sei gerechtfertigt, da ein umfassender, digitaler Service für mobilitätsbezogene Zahlungen angeboten werden soll.

Statt Telepass: Diese Alternativen können Sie günstiger nutzen

Die Telepass-„Mautbox“ kann zwar im Ausland in Frankreich, Portugal, Spanien, Italien und Kroatien (ohne Istrien) verwendet werden. Für Fahrzeuge über drei Meter, wie zum Beispiel Wohnmobile, gibt es Mautboxen, die auch in Österreich anstelle von Kroatien genutzt werden können. Ein Anbieter dieser Mautbox ist das deutsche Start-up maut1.de.

Wer weiter schnell durch die Mautschranke fahren möchte, muss also entweder mehr zahlen – oder einen anderen Anbieter wählen. Denn Telepass ist nicht das einzig mögliche Zahlsystem für Autobahngebühren. Aufgrund einer Richtlinie der Europäischen Union aus dem Jahr 2019 sollen europäische Zahlsysteme mehr zusammenarbeiten. Daher gibt es neben Telepass auch die Option, die Gebühren via UnipolMove oder MooneyGo zu begleichen. Sie verlangen derzeit nur eine Abo-Gebühr von 1,50 Euro (Stand: 3. Mai 2024). Auch mit den beiden Alternativen sind alle Mautgebühren auf italienischen Autobahnen zahlbar.

Ein etwas anderes Abrechnungsmodell bietet der Anbieter Tollbird. Hier wird eine Jahresgebühr von 7,90 Euro fällig plus 3,90 Euro für jeden Monat, in dem die Mautbox auch wirklich zum Einsatz kommt. Für einmalige Ausflüge und Urlaube bietet der ADAC auch einen Rechner an, mit dem fällige Mautgebühren schon vor der Fahrt bestimmt werden können. Denn wer von Deutschland nach Italien reist, muss zusätzlich zu den italienischen Gebühren unter Umständen auch noch eine Maut in Österreich bezahlen. An einer beliebten Urlaubsstrecke planen derzeit auch die Tiroler, eine Maut einzuführen. (jh)

Rubriklistenbild: © Michael Bihlmayer/IMAGO

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