VonAnna Katharina Küstersschließen
Ist der Winter mild, sind Zecken das ganze Jahr über aktiv. Wer im Frühjahr und Sommer viel draußen ist, sollte sich daher regelmäßig auf Zeckenstiche untersuchen.
In Deutschland hat sich vor allem der Gemeine Holzbock verbreitet. Diese Zeckenart ist in ihrem Ursprungsstadium gerade mal 3,5 Millimeter groß, kann vollgesogen mit Blut aber zwölf bis 14 Millimeter groß werden. Schafft es die Zecke, sich an ihrem Wirt komplett satt zu saugen, kann sie danach jahrelang ohne eine weitere Blutmahlzeit auskommen. Wer an einer Hautstelle eine Zecke entdeckt, sollte schnell handeln. Die Tiere können Krankheiten übertragen und gehören sofort aus der Haut entfernt.
FSME und Borreliose
Die zwei bekanntesten Krankheiten, die Zecken verursachen können, sind FSME und Borreliose. FSME ist die Abkürzung für Frühsommer-Meningoenzephalitis, die durch die FSME-Viren ausgelöst werden. Sticht eine Zecke zu, kann sie die Viren über ihr Mundwerkzeug in den menschlichen Körper übertragen. Bei einer FSME-Erkrankung handelt es sich laut dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit um eine entzündliche Erkrankung des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks. Ärztinnen und Ärzte können lediglich die Symptome behandeln. Gegen FSME gibt es eine Impfung, die jedem Menschen, der sich in FSME-Risikogebieten aufhält, empfohlen wird.
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Keine Impfung gibt es allerdings gegen Borreliose. Die bakterielle Infektion lässt sich mit Antibiotika gut behandeln. Je eher sie Fachpersonal diagnostiziert, desto besser. Je länger die Zecke die Möglichkeit hat, Blut zu saugen, desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung der Bakterien. Erster Hinweis einer möglichen Borreliose-Infektion ist in der Regel ein roter Kreis, der sich um die Einstechstelle auf der Haut bildet. Entdecken Sie solch einen Kreis, gehen Sie unverzüglich zum Arzt.
Karte und Pinzette
Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt, eine Zecke so schnell wie möglich aus der Haut zu ziehen. Dafür nutzen Sie am besten eine spitze Pinzette oder eine spezielle Zeckenkarte. Greifen Sie die Zecke so nah wie möglich an der Hautoberfläche, damit Sie alle Körperteile der Zecke herausziehen können. Bleibt der Kopf in der Haut stecken, suchen Sie sofort einen Arzt auf. Keinesfalls sollten Sie die Zecke an ihrem vollgesogenen Hinterteil herausziehen. Es kann sein, dass Sie beim langsamen, geraden Herausziehen etwas Widerstand in der Haut spüren, das ist normal. Im Uhrzeigersinn drehen müssen Sie die Zecke beim Herausziehen übrigens nicht.
Das RKI warnt davor, die Zecke vor dem Herausziehen mit Klebstoff oder Öl einzureiben. Das würde, laut RKI, die Tiere nur noch mehr reizen, wodurch sie mehr Speichel abgeben und die Übertragung von Krankheiten wahrscheinlicher wird. Desinfizieren Sie die Einstichstelle nach Entfernung der Zecke gründlich und untersuchen Sie den herausgezogenen Zeckenkörper auf Vollständigkeit. Eine Bilderanleitung zum korrekten Entfernen von Zecken finden Sie zum Beispiel beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren nicht beantwortet werden.
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