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Die Schule ist schon längst geschafft, die Zeugnisse werden immer noch im Ordner aufbewahrt. Wann können diese wichtigen Dokumente in den Müll?
Aufräumen, putzen und ausmisten: Es gibt viele Bereiche im Leben, in denen man Ordnung schaffen kann. Wer sich seinem Papierkram widmet, darf allerdings nicht zu voreilig sein. Manche Dokumente sollten lieber nicht im Papiermüll, zwischen zerkleinerten Kartons landen.
Das Berliner Entsorgungsunternehmen „Sero“ erklärt auf seiner Homepage, welche Regeln bei der Entsorgung von Zeugnissen gelten. Demnach gibt es keine gesetzliche Aufbewahrungspflicht für Schulzeugnisse. Wer jetzt aber schon die Ordner in der Hand hat, um all diese Dokumente wegzuwerfen, sollte vorsichtig sein.
Aufbewahrungsfrist für Zeugnisse: Ab wann die Dokumente in den Müll können
Denn „Sero“ rät auch dazu, gerade Abschlusszeugnisse und die Dokumente aus den höheren Klassenstufen zu behalten. Wer weiß schließlich, ob er sich nicht doch einmal auf eine andere Stelle bewirbt oder sogar noch einen neuen Beruf ergreift? Dafür ist allerdings nicht immer eine neue Ausbildung notwendig. Einige lukrative Jobs gibt es auch ohne vorherige Ausbildung.
Spätestens für die Rente können die Dokumente dann wirklich relevant sein. Auch Zeiten in Ausbildung, Studium oder Schule sind für die Berechnung der monatlichen Rente relevant. Dafür sind die Zeugnisse als Nachweise relevant.
Zeugnisse im Müll entsorgen: Das sollte man beachten
Doch was, wenn ein Zeugnis doch verloren geht – oder versehentlich im Müll landet. Anders als Privatpersonen müssen sich öffentliche Einrichtungen wie Schulen an Aufbewahrungsfristen halten, schreibt „Sero“. Das Zeugnis für die fünfte Klasse wird man allerdings nirgendwo herbekommen. Denn normale Zeugnisse müssen nur bis ein Jahr nach der Entlassung des Schülers aufbewahrt werden. Für Abschlusszeugnisse gilt eine wesentlich längere Frist: 40 Jahre lang müssen solche Dokumente laut „Sero“ in der Schule verweilen.
In Baden-Württemberg sollen Abschluss- und Abgangszeugnisse sogar 60 Jahre, nachdem die betroffenen Personen die Schule verlassen haben, aufbewahrt und erst danach gelöscht werden. So steht es in einer Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums.
Wer andere Dokumente als Zeugnisse loswerden will, sollte vorsichtig mit seinen Daten umgehen. Deshalb rät die Verbraucherzentrale, die Papiere vor der Entsorgung zu schreddern. Anschließend können sie in den Papiermüll mit dem anderen Altpapier geworfen werden. Bei anderem Müll ist nicht so eindeutig, wohin er wirklich soll. Einige Fehler bei der Mülltrennung macht beinahe jeder.
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