VonLaura Hindelangschließen
Im Kampf gegen Massentourismus hat Griechenland ein neues Gesetz erlassen, das die Strände vor Überfüllung bewahren soll.
Griechenland ist eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen. In diesem Jahr rechnet das Mittelmeer-Land mit einem Rekordzustrom an Urlaubern. Prognosen der National Bank of Greece zufolge werden rund 35,4 Millionen Besucher erwartet. Darunter auch Touristen, die wegen der Waldbrände im vergangenen Sommer den Urlaub abbrechen mussten. Ihnen will Griechenland sogar einen Gratis-Urlaub spendieren. Besonders beliebt als Reiseziel sind die vielen griechischen Inseln. Besonders die malerischen Strände ziehen viele Touristen an – möglicherweise zu viele Touristen?
Weite Teile der Strände in Griechenland bald ohne Liegen
Mit einem neuen Gesetz, das Ende Februar verabschiedet wurde, will das Land gegen überfüllte Strände vorgehen. Wie das Portal Travelbook berichtet, sollen die Maßnahmen die Küste schützen und den Aufenthalt für die Besucher aufwerten – sowohl für Urlauber als auch für Einheimische. Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Gesetzes ist, dass ein Teil des Strandes frei von Liegen bleiben muss. Laut dem Portal Greekreporter sollen künftig 70 Prozent der Fläche ohne Liegen bleiben, in naturgeschützten Badebereichen sogar 85 Prozent.
Um einen besseren Zugang zum Wasser zu gewährleisten, soll zudem ein Mindestabstand von vier Metern zwischen den Liegen und dem Meer eingehalten werden. Künftig soll es auch verboten sein, dass mehr als die Hälfte des Strandes von Unternehmen in Anspruch genommen wird. So sollen die Küstenabschnitte der Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Einheimische protestieren bereits länger dagegen, schreibt der Reisereporter. Premierminister Kyriakos Mitsotakis kommt ihnen in entgegen und schränkt die gewerbliche Nutzung ein, wie er selbst auf TikTok ankündigt.
Zudem soll die Genehmigung, eine Strandfläche zu bewirtschaften, mit dem neuen Gesetz mehr Verpflichtungen beinhalten. Neben Sauberkeit und Hygiene gilt dann auch die Pflicht, Menschen mit Behinderungen den Zugang zum Strand zu ermöglichen und einen Rettungsschwimmer zu engagieren. Die Pachtzuteilungen für Konzessionen sollen bald über Online-Auktionen vergeben werden, um den Prozess transparenter zu gestalten. Laut Greekreporter soll das Gesetz mit Kontrollen, Geldstrafen und bei Bedarf sogar mit der Schließung durchgesetzt werden.
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Während dieses Gesetz dem Schutz der Küste zugutekommt, hat eine andere Regelung für Kritik gesorgt. Anfang März hatte die griechische Regierung angekündigt, dass es Pläne gebe, die Mindestschutzgrenze von 30 Metern vor der Küste aufzuheben – und damit eine Bebauung direkt am Meer zuzulassen. Ein umstrittenes Vorhaben, besonders da andere Mittelmeerländer wie Frankreich und Spanien Schutzzonen von 100 bis 250 Metern vor der Küste errichten, betont Greekreporter.
Wer in diesem Jahr Lust hat, ein anderes Reiseland zu testen, sollte über einen Urlaub in Albanien nachdenken. Das Balkanland gilt als preiswerte Griechenland-Alternative.
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