Vandalismus

„Touristen, geht heim“: Vandalismus auf Stein mit Dinosaurierabdrücken

  • schließen

Ein Stein im Naturpark Drei Zinnen, geprägt von Dinosaurierspuren, wurde mit dem Schriftzug „Touristen, geht heim“ beschmiert. Die Entdeckung erregt Aufsehen.

Nicht überall sind Touristen gerne gesehen, das ist in diesem Jahr deutlich geworden: Auf den Kanaren und auf Mallorca kam es zu Protesten durch die Einheimischen, die sich gegen die unkontrollierten Besuchermassen wehren wollten. Von den Einnahmen des Tourismus komme bei der Bevölkerung nur wenig an, lautete ein Kritikpunkt, außerdem gäbe es zunehmend Wohnungsnot, weil Eigentümer ihre Unterkünfte lieber gewinnbringend an Urlauber vermieten wollen. Im Ferienort Palm-Mar auf Teneriffa schmierten Einwohner gut sichtbar auf Wänden und Bänken verschiedene Graffiti mit Slogans wie „Meine Misere, ist euer Paradies“ oder „Touristen, geht nach Hause“. Auch andernorts hat man sich offenbar diese Methoden zu eigen gemacht. Auf einer Wanderung in Italien entdeckte ein Bergsteiger nämlich eine ähnliche Schmiererei – nur, dass die Unbekannten sich leider einen Stein dafür ausgesucht haben, auf dem sich Dinosaurier-Abdrücke befinden.

„Bitter“: Vandalen beschmieren Stein mit Dinosaurierspuren

Am Südhang der Drei Zinnen wurde ein Stein mit Dinosaurierspuren beschmiert.

Der Stein befindet sich der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge am Südhang der Drei Zinnen in der Provinz Belluno. Das betroffene Gebiet liegt auf halbem Weg zwischen der Auronzo-Hütte und der Lavaredo-Hütte. Öffentlich gemacht wurde der Vandalismus am 1. Oktober durch den Bergsteiger und paralympischen Athlet Moreno Pesce. In einem Video auf Facebook betonte er, dass es „für die Drei Zinnen kein schönes Erwachen“ sei. Es sei „bitter“, dass Naturdenkmäler auf diese Art verschandelt würden. Die auf dem Stein befindlichen Fußabdrücke stammen von einem Eubrontes, einem fleischfressenden Dinosaurier aus der Triaszeit.

Die Dolomiten, die 2009 zum Unesco-Weltnaturerbe erklärt wurden, spielen eine entscheidende Rolle in der Erforschung der Erdgeschichte. Eine Studie, die 2018 in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde, zeigte, dass die präzisen datierbaren Spurenfossilien in der Gebirgsgruppe helfen, die Ausbreitung der Dinosaurier besser zu verstehen. An mehreren Orten, wie der Bletterbachschlucht und den Lavini di Marco, können Besucher noch heute Dinosaurierspuren besichtigen und in die prähistorische Vergangenheit eintauchen.

Sie möchten keine News und Tipps rund um Urlaub & Reisen verpassen?

Dann melden Sie sich für den Reise-Newsletter unseres Partners Merkur.de an.

Zu viele Touristen in den Dolomiten: Hoteliers und Gastwirte fordern Beschränkungen

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen des Massentourismus in den Dolomiten. Die Region zieht jährlich Millionen von Besuchern an – in Südtirol, zu dem ein Teil der Dolomiten gehört, kommen auf 500.000 Einwohner rund 34 Millionen Übernachtungen (Daten aus der Saison 2021/2022). Seither sollen die Zahlen noch weiter gestiegen sein, wie das Nachrichtenportal Welt berichtet.

Unbekannte Städte, Dörfer und Landschaften: Zehn Geheimtipps für den Italien-Urlaub

Stadt Urbino in der italienischen Region Marken
Im Italien-Urlaub verschlägt es viele Reisende zu den Touristenmagneten Rom, Venedig oder Florenz. Aber wie wäre es mit der Stadt Urbino in der italienischen Region Marken? Sie gilt als die “Wiege der Renaissance” und ist der Ort, an dem der berühmte Künstler Raffael das Licht der Welt erblickte. Sein Geburtshaus kann heute noch besichtigt werden. Aufgrund der imposanten Architektur zählt Urbino zudem zum Unesco-Weltkulturerbe. Das wohl beeindruckendste Bauwerk ist der Palazzo Ducale aus dem 15. Jahrhundert.  © Pond5 Images/Imago
Kanal Vena in der italienischen Stadt Chioggia
Wer keine Lust auf lange Schlangen und Gedränge in der Lagunenstadt Venedig hat, findet nur etwa eine Autostunde entfernt die “kleine Schwester” Chioggia – auch bekannt als “kleines Venedig”. Das malerische Fischerdorf mit seinen engen Gassen und bunten Häuschen zeigt das authentische Italien und lädt zu einem Spaziergang durch die Altstadt ein. Besonders an den insgesamt neun Brücken, die über den Canal Vena führen, fühlt man sich an die große Schwester nur 50 Kilometer entfernt erinnert.  © Pond5 Images/Imago
Civita di Bagnoregio in der italienischen Region Latium
Besonders ursprünglich ist das Dorf Civita di Bagnoregio in der Region Latium geblieben. Es wurde vor rund 2.500 Jahren von den Etruskern gegründet und drohte seither aufgrund von Erdrutschen schon mehrere Male auszusterben. Seine einzigartige Lage an der Spitze eines Gesteins macht den Ort jedoch zu einem perfekten Ausflugsziel: Er ist nur über eine 250 Meter lange Fußgängerbrücke zu erreichen, sodass Touristen und Einheimische schon immer vor Autolärm verschont geblieben sind. Eine wunderbare Gelegenheit für Besucher, entspannt durch die Gassen zu spazieren und sich in vergangene Zeiten entführen zu lassen. © Liubomir Paut/Imago
Panorama der zentralen Apenninen im Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga in den Abruzzen
Die Abruzzen zählen ebenfalls zu den eher weniger besuchten Regionen Italiens. Jedoch finden Aktivurlauber genug zu tun, denn mit dem Gebirgsmassiv Gran Sasso befindet sich hier einer der eindrucksvollsten Höhenzüge Italiens. Der Nationalpark verfügt über eine Vielzahl von gut ausgewiesenen Wanderwegen, die tolle Ausblicke auf die imposante Berglandschaft bieten. Da sich das Gebirge nur unweit der Adria-Küste befindet, lässt sich ein Wanderurlaub auch wunderbar mit einer Auszeit am Strand verbinden. © Pond5 Images/Imago
Hafen in Portovenere
Die Cinque Terre mit ihren fünf malerischen Küstendörfern gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen von Italien-Reisenden – daher wird es hier immer Sommer auch mal ganz schön voll. Wer es etwas ruhiger mag, findet nur unweit davon das vergleichsweise unbekannte Portovenere. Auch hier reihen sich bunte Fischerhäuschen aneinander, vor denen sich im Hafen kleine Boote tummeln. Einen Besuch ist außerdem die alte Ortskirche San Pietro wert, die sich vorgelagert auf einem steilen Felsen befindet, sowie die Burg Doria, welche auf einem hohen Felsmassiv thront.  © Pond5 Images/Imago
Sommerabend auf Panarea
Zu den eher unbekannteren Inseln Italiens zählt Panarea im Thyrrenischen Meer vor Sizilien. Beliebt ist sie vor allem bei Prominenten und Wohlhabenden, was sich auch an den Luxusyachten bemerkbar macht, die sich im Hafen befinden. Wer nicht auf dem Eiland übernachten möchte, kann einen Tagesausflug mit der Fähre von Milazzo aus unternehmen. Die Ostküste der Insel ist dicht besiedelt und kann somit wunderbar zu Fuß erkundet werden. Ein Highlight sind die Häuser im Ort San Pietro, die mit ihren weißen Fassaden und blauen Türen an griechische Dörfer erinnern. Wer etwas entspannen möchte, findet sich am Sandstrand Caletta di Zimmari ein.  © Alexander Rochau/Imago
Piazza del Comune Duomo di Santa Maria Assunta mit Torrazzo Baptisterium in Cremona
80 Kilometer südöstlich von Mailand liegt die Stadt Cremona, die für ihre Jahrhunderte alte Tradition des Geigenbaus bekannt ist – bekannte Meister wie Stradivari, Guaneri und Amati waren hier tätig. Einige der schönsten Instrumente werden im Rathaus, dem Palazzo del Comune, ausgestellt. Sehenswert sind zudem der eindrucksvolle Dom von Cremona sowie der benachbarte Glockenturm und das Baptisterium (siehe Bild). © Martin Jung/Imago
Hochebene von Castelluccio im Nationalpark Monti Sibillini
Die Region Marken gehört zu den am wenigsten besuchten Gebieten Italiens – dabei befindet sich hier mit dem Nationalpark Monti Sibillini ein wahres Paradies für Wanderer. Der höchste Gipfel des Gebirgsmassivs ist der Monte Vettore mit 2.476 Metern, an dessen Fuß sich der malerische Lago di Pilato befindet. Zu den beliebtesten Fotomotiven zählt jedoch die Hochebene von Castelluccio, die sich im Mai und Juni in ein buntes Blumenmeer mit Farben von ockergelb bis lila verwandelt.  © Maurizio Sartoretto/Imago
Matera in der italienischen Region Basilikata
Der Ort Matera in der italienischen Region Basilikata wurde 2019 mit dem Titel Kulturhauptstadt ausgezeichnet und im James-Bond-Film “Keine Zeit zu sterben” zur Kulisse einer rasanten Verfolgungsjagd. Dennoch halten sich die Touristenmassen in den verschlungenen Gassen, die sich an den kargen Hügeln entlang schlängeln, noch in Grenzen. Besonders beeindruckend an Matera sind die in den Fels geschlagenen Höhlenwohnungen, auch genannt Sassi, in denen bis in die 60 Jahre hinein noch Menschen lebten.  © Pond5 Images/Imago
Rocce Rosse in Arbatax auf Sardinien
Auf Sardinien konzentrieren sich viele Touristen auf die Regionen rund um Cagliari und Olbia. Dabei hat auch der Osten der Insel einiges zu bieten. Zu den atemberaubendsten Ausblicken zählt die Bucht Rocce Rosse bei Arbatax, einem Ortsteil der Stadt Tortoli. Die hohen roten Granitfelsen vor dem türkisfarbenen Meer sorgen für ein einzigartiges Schauspiel. Am Strand von Cea, wenige Kilometer entfernt, befinden sich mit “Is Scoglius Arrubius” zwei weitere beeindruckende rote Felsen.  © Vadym Lavra/Imago

Gastwirte und Hoteliers fordern inzwischen Maßnahmen zur Eindämmung des Touristenansturms, darunter ein strenges Kontingent und Mautgebühren für die Dolomiten-Pässe. Diese Forderungen sind Teil eines größeren Trends, der auch in anderen touristischen Regionen zu beobachten ist, wo ähnliche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden. Die Diskussion über den richtigen Umgang mit dem Touristenansturm wird sicherlich weitergehen, während die Dolomiten versuchen, ihr wertvolles Erbe zu bewahren.

Rubriklistenbild: © Frank Bienewald/Imago

Kommentare