Die Top 10

Von Parmesan bis Prosciutto: Die Spezialitäten aus der Emilia-Romagna

  • schließen

Die Emilia-Romagna gilt als das kulinarische Herz Italiens. Viele der vermeintlich typischen italienischen Spezialitäten haben ihre Wurzeln unterhalb des Stiefelschafts: von der berühmten Bolognese-Soße über Parmesan bis zu zartem Prosciutto di Parma und Aceto Balsamico, der heute in fast jedem deutschen Haushalt steht.

Bologna – Ein Grund für die kulinarische Vielfalt: Die Emilia-Romagna war historisch immer schon eine wohlhabende Region. Hier hatte man genug Geld und Zeit, Dinge auszuprobieren – und auch mal reifen zu lassen. Die Via Emilia, die die Region von Piacenza bis Rimini durchzieht, war eine bedeutende Handelsroute. Städte wie Bologna, Modena und Parma waren schon im Mittelalter wichtige Produktionszentren. Wohlhabende Adelsfamilien und Klöster engagierten sich in der landwirtschaftlichen Produktion und Herstellung von Delikatessen, wie la-bella-vita.club berichtet. Wer Tipps für die nächste Reise sucht, kann sich von diesen 10 schönen Regionen in Italien inspirieren lassen.

Hier steht der Lambrusco noch in Reih und Glied.

Das Klima hat die Entwicklung der Region zum Schlaraffenland außerdem begünstigt. Die hohe Luftfeuchtigkeit in Parma sorgt für perfekte Reifebedingungen beim Schinken. Die warmen Sommer und kalten Winter in Modena lassen den Essig richtig altern. Fruchtbare Böden sorgen auch für gute Weideflächen und damit eine gute Milchproduktion. Über die Jahrhunderte ist so eine bemerkenswert vielfältige Speisekarte entstanden. Durch die Emilia-Romagna verläuft die Butter-Olivenöl-Grenze Italiens. In der Emilia kocht man traditionell noch mit Schweineschmalz und Butter, in der Romagna stehen schon Olivenbäume. Hier zehn „typisch italienische“ Delikatessen, die aus der Emilia-Romagna kommen:

1. Die Bolognese-Soße für die Spaghetti

Tagliatelle statt Spaghetti und „al Ragù“ statt Bolognese: echt italienisch!

In Deutschland Spaghetti Bolognese genannt, gibt es den Pasta-Klassiker in Bologna als Tagliatelle al Ragù. Statt aus Gehackten wird die Soße hier mit langsam geschmortem Ragout aus Rind und Schwein gemacht, statt der dünnen Spaghetti gibt es dazu die breiteren Bandnudeln – damit die Soße besser an der Pasta kleben bleibt.

Kenn Sie den Unterschied zwischen Trattoria, Osteria und Pizzeria in Italien? Im Überblick gibt es die Erklärung.

2. Der Parmesan, der König unter den Käsen

Parmesan wird nicht geschnitten, sondern mit einem kurzen Messer abgebrochen.

Italienische Pasta – oder Ofengerichte ohne Parmesan – kaum vorstellbar. Der Parmigiano Reggiano ist ein Symbol für italienische Handwerkskunst. Der ungekrönte König unter den italienischen Käsen und das seit mehr als 800 Jahren. Er darf nur aus drei einfachen Zutaten bestehen: Milch, Lab und Salz. Er muss mindestens 12 Monaten reifen, wird oft auch mit 24 oder 36 Monaten Reifezeit mit einem intensiveren Geschmack angeboten.

3. Der Prosciutto di Parma

Hauchdünn geschnitten entfaltet der Prosciutto i Parma sein volles Aroma.

Einer der besten und berühmtesten Schinken der Welt kommt aus dem 200.000-Einwohner-Stadt Parma in der Landesmitte. Der Prosciutto di Parma wird ausschließlich aus italienischem Schweinefleisch und Salz hergestellt und muss mindestens 12 Monate reifen. Er ist frei von künstlichen Zusätzen und Konservierungsstoffen.

Italien entdecken

Apulien – spektakuläre Felsenküsten und eine abwechslungsreiche Landschaft

►Die Abruzzen: 10 Tipps für den nächsten Urlaub

►Schöne Orte am Lago Maggiore: 5 Tipps auf einen Blick

4. Der Aceto Balsamico Tradizionale di Modena

In diesen Fässern lagert ein Vermögen in italienischem Essig in einem Keller in Modena.

Der echte Aceto Balsamico Tradizionale di Modena hat nichts mit dem günstigen Balsamico aus dem deutschen Supermarkt zu tun. Er wird aus eingekochtem Traubenmost gewonnen und mindestens 12 Jahre in Holzfässern gereift – oft sogar 25 Jahre oder länger. Der Aceto ist sehr intensiv, aromatisch und fast sirupartig und schmeckt auch zu Erdbeeren und Vanilleeis. Tatsächlich kann selbst eine kleine Flasche mehrere hundert Euro kosten.

5. Tortellini

Tortellini mit Kürbisfüllung in Salbeibutter – köstlich!

Tortellini soll so viel wie „kleine Kuchen“ bedeuten. Die ringförmigen, gefüllten Nudeln haben einen Durchmesser von etwa zwei Zentimetern. Die Städte Modena und Bologna streiten sich seit Jahrhunderten um die Urheberrechte an Tortellini. Was definitiv ist: Tortellini gibt es seit dem Mittelalter. Der Historiker Cervellati schreibt, dass das „Tortellum ad Natale“ bereits im zwölften Jahrhundert auf den Weihnachtstafeln in Bologna zu finden ist. Der Unterschied zwischen Modeneser und Bologneser Tortellini besteht im Fleischanteil, der ist in Modena höher. In Bologna wird das Fleisch außerdem roh hinzugefügt. In Modena werden Tortellini um den Zeigefinger geschlossen, in Bologna um den kleinen Finger. Laut Legende sollen ihre Form von dem Bauchnabel der Göttin Venus inspiriert sein.

6. Mortadella

In Italien wird die Mortadella hauchdünn geschnitten.

Im Jahr 1661 erließ Kardinal Farnese ein Dekret, das die Mortadella-Produktion gesetzlich regelte. Eine gekochte Wurst, die aus einer Schweinefleischmischung hergestellt wird. Die originale Mortadella Bologna PGI hat eine zylindrische oder ovale Form, eine rosa Farbe und ein intensives Aroma. Die Scheiben sollten hauchdünn geschnitten sein, die Oberfläche samtig und die Scheibe sollte weiße Fettgewebequadrate aufweisen. Die Wurst soll es schon seit den Etruskern geben. Der Name könnte von dem lateinischen Begriff „murtatum“ stammen, was Hackfleisch im Mörser bedeutet.

7. Coppa di Parma

Die Emilia-Romagna ist auch für Fleischfans ein Paradies: Hier der Coppa di Parma.

Der bekannte Schinken wird aus dem feinen Nacken des Schweins hergestellt. Der Coppa di Parma hat eine dunkelrote Farbe, die vom weißen Netzen durchzogen ist. Nach alter Tradition wird das Fleisch in Därme gefüllt, in Netze gehüllt, per Hand gepökelt und dann zwei bis drei Monate luftgetrocknet – alles unter geschützter Herkunftsbezeichnung und von italienischen Schweinen. Der Schinken hat Zylinderform und schmeckt zart-würzig bis nussig-süßlich.

8. Pancetta Piacentina

Klassische Kreisform auf der Scheibe: Die Pancetta Piacentina.

Die ersten Spuren der Schweinezucht in der Emilia-Romagna lassen sich bis 1.000 v. Chr. Belegen. Schon im Mittelalter hatten die Wurstwaren aus Piacenza einen Namen, wurden als „roba de Piaseinsa” bezeichnete. Das Besondere an der Pancetta Piacentina ist, dass er gerollt ist, was sich an den kreisförmigen Schichten in der Scheibe zeigt. Der Schinken darf nur in der Provinz Piacenza in der Region Emilia-Romagna, die bis zu 900 m über dem Meeresspiegel liegen. Die zur Verarbeitung verwendeten Schweine müssen in den Regionen Lombardei und Emilia-Romagna geboren, aufgezogen und geschlachtet worden sein. Die Reifezeit beträgt mindestens vier Monate.

9. Piadina

Das typische Fladenbrot aus der Romagna: Die Piadina.

Die Piadina Romagnola ist ein einfaches, aber unglaublich leckeres Fladenbrot aus der Romagna, das ohne Fett auf einer heißen Platte oder in einer heißen Pfanne aufgewärmt wird. Der Teig besteht aus Weizenmehl, Wasser, Salz und einem Spritzer Olivenöl. Die Fladenbrote werden mit Käse, Schinken, Salat, Salami gefüllt und häufig auch auf der Hand gegessen. Beliebt sind auch Piadine mit Squacquerone, einem cremigen Käse aus der Region.

10. Lambrusco

Der Lambrusco ist ein Exportschlager aus der Emilia-Romagna.

Der Lambrusco ist eine sehr alte Weinsorte. Schon bei den alten Römern wird sie als „Lambrusca“ erwähnt. Der Lambrusco ist ein perlender fruchtiger Rotwein, der überwiegend in der Gegend um Modena, Parma und Reggio nell’Emilia angebaut wird. Es gibt ihn in der trockenen und lieblichen Variante. Der Lambrusco ist ein italienischer Exportschlager.

Rubriklistenbild: © IMAGO/OlgaBombologna via imago-images.

Kommentare