- VonStephanie Kayserschließen
Italien ist nicht nur das Land der Pasta und der Motorroller – es ist auch eines der langlebigsten Länder der Welt. Zusammen mit Japan und Monaco zählt es zu den Nationen mit der ältesten Bevölkerung. Ein Blick auf die Regionen und auf das Leben dazwischen.
Beginnen wir mit den harten Fakten: Die meisten Menschen leben in der Lombardei – der dynamischen Wirtschaftsmetropole des Nordens. Zwischen Mailand, Como und Bergamo summieren sich rund zehn Millionen Einwohner. Jeder sechste Italiener lebt hier, in einer Region, in der sich moderne Industrie und altehrwürdige Kathedralen die Hand geben. Und während in Mailand Haute Couture über den Asphalt stöckelt, scheint das Leben ein paar Kilometer weiter am Comer See schon deutlich entspannter zu verlaufen, wie la-bella-vita.club schreibt.
Die kleinsten Regionen in Italien
Ganz anders das Aostatal, das mit nur 120.000 Menschen die kleinste Region Italiens ist. Hoch oben zwischen Alpengipfeln und Steinbogenbrücken lebt es sich abgeschieden, ruhig – und offenbar nicht ganz so lange wie anderswo. Auch in Molise (knapp 300.000 Einwohner) oder in der oft übersehenen Region Basilikata (eine halbe Million) ist Italien dünner besiedelt – was nicht heißt, dass es weniger authentisch ist. Wer hier in einem Dorf bei Sonnenuntergang auf dem Balkon sitzt, weiß: Das Leben muss nicht laut sein, um gut zu sein.
In Kampanien sind die Italiener am jüngsten
Und wie sieht’s mit dem Alter aus? Im Landesdurchschnitt ist der typische Italiener 46,8 Jahre alt. Doch in Kampanien, wo Neapel, Pizza und Leidenschaft zu Hause sind, liegt das Durchschnittsalter bei gerade mal 43 Jahren – dem niedrigsten Wert des Landes. Auch in Trentino-Südtirol, der zweisprachigen Grenzregion mit Blick auf die Dolomiten, liegt der Altersdurchschnitt noch unter 45. Hier, wo deutsche Pünktlichkeit und italienische Lockerheit miteinander koexistieren, leben viele Familien – und auch viele junge Menschen.
Auf Sardinien leben die meisten Hundertjährigen
Im Kontrast dazu steht Ligurien, das sich mit verschachtelten Dörfern an steile Küsten klammert und mit rund 49 Jahren das höchste Durchschnittsalter aufweist. In Venetien – wo Venedig langsam aber sicher versinkt und Prosecco nie ausgeht – liegt der Altersdurchschnitt ebenfalls bei 48 Jahren. Und dann ist da noch Sardinien: Nicht die Strände machen die Insel so besonders, sondern die Berge. Denn in den abgeschiedenen Dörfern im Osten der Insel leben – bezogen auf die Bevölkerungszahl – die meisten über Hundertjährigen der Welt. Warum? Das weiß bis heute niemand so genau. Aber wer jemals eine sardische Nonna gesehen hat, wie sie mit 96 noch ihr Brot selbst bäckt, hat eine Vermutung.
Aktivurlaub in Sardinien
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Umbrien und Toskana sind die Jungbrunnen
Kommen wir zur Lebenserwartung. Im Durchschnitt sterben Italiener mit 82,3 Jahren – ein beachtlicher Wert. Aber es geht noch besser. In Umbrien etwa, dieser stillen, grünen Schwester der Toskana, liegt die Lebenserwartung der Frauen bei 85,6 Jahren. Auch die Männer bringen es auf stolze 81,1. Und es ist leicht zu verstehen, warum: Wer hier lebt, zwischen Olivenhainen, Etruskerstädten und der vollen Mittagssonne auf Natursteinmauern, lebt vielleicht wirklich ein bisschen länger. Ähnlich sieht es in der benachbarten Toskana aus – dem Land der sanften Hügel, der Kunst und der gelassenen Lebensart. Hier stirbt man später – oder wie die Toskana sagt: Man lebt länger, weil man es kann.
Wo man am frühsten stirbt
In anderen Regionen ist die Lebenserwartung niedriger. Im Aostatal, zum Beispiel, sterben Frauen durchschnittlich mit 83,3 Jahren, Männer mit noch weniger. Und in Teilen Süditaliens wie Kampanien oder Sizilien, wo das Leben lauter, bunter und oft auch härter ist, liegen die Werte ebenfalls unter dem Schnitt. Zwischen Modemetropolen und Olivenhainen, zwischen Pizzaofen und Gesundheitsstatistik ergibt sich ein Gesamtbild, das vor allem eines zeigt: Wer alt werden will, sollte einfach etwas mehr leben wie ein Italiener.


