18,5 Millionen Euro Gehaltskosten

18,5-Millionen-Euro-Loch droht dem BVB bei zwei Stürmern

  • schließen

Zwei Stürmer werden im Sommer beim BVB wieder auftauchen. Sie sind teuer im Unterhalt, aber haben keine Zukunft in Dortmund.

Dortmund – Borussia Dortmund sah sich im Sommer plötzlich mit einem Überangebot von Mittelstürmern konfrontiert. Nach der Verpflichtung von Serhou Guirassy standen auf einmal vier Neuner im Kader von Neu-Trainer Nuri Şahin.

Die Situation bot Konfliktpotenzial, das auch die Dortmunder Verantwortlichen erkannten. Nationalspieler Niclas Füllkrug wurde so an West Ham United verkauft und durch den vielseitigeren Neuzugang Maximilian Beier von der TSG Hoffenheim ersetzt.

Zudem entschied sich der BVB bei zwei Stürmern für Leihgeschäfte: Youssoufa Moukoko wurde zunächst auf Zeit an den französischen Erstligisten OGC Nizza abgetreten, Sébastien Haller an CD Leganés in Spanien.

Dortmunds Stürmer werden auch auf Leihstation nicht glücklich

Damit ging Dortmund nicht nur etwaiger Unruhe in der Kabine aus dem Weg, sondern sparte auch viel Gehalt. Achteinhalb Millionen Euro soll Moukoko in seinem noch bis 2026 gültigen BVB-Vertrag kassieren, bei Haller sollen bis Sommer nächsten Jahres sogar zehn Millionen pro Saison fällig werden.

Aus verschiedenen Gründen konnten beide Angreifer diese Summen beim BVB nicht mehr rechtfertigen. Das Problem für Schwarzgelb: Auf den Leihstationen ergeht es Moukoko und Haller nicht wesentlich besser.

Sébastien Haller und Youssoufa Moukoko stehen im Sommer wohl wieder beim BVB auf der Matte.

Vieles deutet darauf hin, dass der BVB auf ein Millionengrab zusteuert!

Einstiges BVB-Wunderkind Moukoko hat in Nizza keine Zukunft

Das einstige Wunderkind Moukoko, für das Dortmund in Federführung sogar bei der DFL für eine Regeländerung sorgte, damit es früher sein Profidebüt feiern konnte, führte sich in Nizza dabei gut ein. Bei der Premiere in der Startelf, einem Kantersieg gegen AS St.-Étienne, steuerte der inzwischen 20-Jährige einen Doppelpack bei.

Allerdings war es das auch an Highlights für Moukoko an der Côte d’Azur. Stammkraft war er nur in der Europa League, die für Nizza dieses Jahr offenbar keinen großen Stellenwert hatte. Nach dem Aus in der zweiten Klasse Europas kommt der WM-Fahrer von 2022 kaum noch zum Einsatz. Im Kalenderjahr 2025 reichte es für Moukoko in der Ligue 1 insgesamt für 20 Minuten.

Längst ist völlig offensichtlich, dass Nizza eine Kaufoption in kolportierter Höhe von 18 Millionen Euro ungenutzt verstreichen lassen wird. „Er trainiert gut, aber es ist nicht einfach. Wir haben, sechs, sieben, acht Spieler vorne“, erklärte zuletzt Trainer Franck Haise gegenüber Get French Football News. „Er ist ein Leihspieler, dessen Kaufoption der Verein mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht ziehen kann“, sagte er über Moukoko.

Damit ist klar: Moukoko wird im Sommer beim BVB auf der Matte stehen und in sein letztes Vertragsjahr gehen. Weil sein Marktwert unter der Reservistenrolle in Frankreich leidet, ist schwer vorstellbar, dass Dortmund einen Verkauf realisieren kann. Es ist eher realistisch, dass Moukoko sein letztes Vertragsjahr absitzt, weil ihm andernorts kein so hoch dotierter Kontrakt erwartet.

BVB brach Leihe von Haller nach Spanien ab

Schwer zu glauben ist indes: Haller ging es bei CD Leganés noch schlechter als Moukoko in Nizza.

Beim Klub im spanischen Abstiegskampf war der Ivorer in neun Partien an keinem einzigen Treffer beteiligt. Im Januar brachen die Parteien das völlig fehlgeschlagene Geschäft vorzeitig ab, seither ist Haller beim FC Utrecht aktiv.

Das hatte durchaus den Anhauch von Fußballromantik, immerhin war der Stürmer einst beim niederländischen Klub zum Topspieler gereift, der anschließend über Eintracht Frankfurt, West Ham und Ajax beim BVB landete.

Mit einem Doppelpack im Pokal gegen die RKC Waalwijk legte Haller dann auch einen fast schon kitschigen Traumstart hin. Seit Mitte Januar ist für den 30-Jährigen aber auch nur noch ein Treffer beim Sieg über Willem II hinzugekommen.

Anders als Moukoko kommt Haller in Utrecht immerhin regelmäßig zum Einsatz, das Überraschungsteam der Eredivisie erlaubt ihm den dringend nötigen Rhythmus. Eine Kaufoption hat Utrecht allerdings nicht. Schon das stattliche Gehalt von Haller in Dortmund spricht lautstark dagegen, dass es für den Angreifer in den Niederlanden weitergeht.

Moukoko und Haller sollen 18,5 Millionen Euro Gehalt beim BVB beziehen

Auch bei Haller läuft es somit darauf hinaus, dass er im Sommer wieder beim BVB den Trainingsbetrieb aufnimmt. Eine Zukunft in Dortmund wird aber auch der Afrika-Cup-Sieger von 2024 nicht haben.

Bei Haller dürfte der BVB auf eine harmonische Entscheidung aus sein – durch die dramatische Hodenkrebs-Diagnose, sein starkes Comeback und den Fehlschuss vom Elfmeterpunkt beim Meister-Gipfel gegen Mainz im Mai 2023 hat Haller eine ganz besondere BVB-Geschichte geschrieben. Die Frage lautet aber, welche Alternativen sich dem dann 31 Jahre alten Stürmer bieten werden.

Wenn es für den BVB schlecht läuft, muss er im kommenden Jahr alleine für die Leihrückkehrer Moukoko und Haller, die sportlich keine Rolle mehr spielen dürften, 18,5 Millionen Euro Gehalt veranschlagen. Wobei: Die Gehälter in Dortmund sollen automatisch sinken, wenn der Klub die kommende Saison ohne Einnahmen aus dem Europapokal bestreiten muss.

Rubriklistenbild: © IMAGO/kolbert-press/Marc Niemeyer

Kommentare