VonMarco Blanco Uclesschließen
Ohne Finanzboss Mueller fand die Trachten-Anprobe bei 1860 München statt. Kozuki gab derweil Einblicke zu seinem Transfer. Demnach waren viele Teams aus der 3. Liga interessiert.
München – Als der letzte Löwen-Neuzugang am Donnerstag den Trachtenladen von Angermaier betreten hatte, wurde es eng – sehr eng. Kein Wunder angesichts der zahlreichen neuen Spieler, die im Sommer zum Profikader stießen. Und so dauerte es seine Zeit, bis Soichiro Kozuki und Co. in ihre neuen Outfits geschlüpft waren und sich – zusammen mit einigen Spielerinnen der Damenmannschaft des TSV 1860 – den Fotografen präsentierten.
„Transfers sind immer etwas schwierig. Ich habe mit einigen Klubs aus der 3. Liga und anderen Ligen gesprochen.“
Der Japaner gab zu, dass er bei seinem ersten Kontakt mit der bayerischen Lederhose noch leicht fremdelte: „Etwas eng“, betonte der 23-Jährige. Kozuki ist kein Mann der großen Worte, das wurde beim ersten Gespräch mit den anwesenden Journalisten deutlich. „Transfers sind immer etwas schwierig. Ich habe mit einigen Klubs aus der 3. Liga und anderen Ligen gesprochen. Natürlich kannte ich diesen Klub bereits und ich wollte hier spielen“, erklärte der offensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler seine Beweggründe für den Wechsel nach München-Giesing. Mit einem schelmischen Grinsen beantwortete Kozuki die Frage nach dem am besten aussehenden Löwen in Lederhosen: „Ich!“
Viel wichtiger als Kozukis Performance in der Lederhose dürften seinem Trainer ohnehin die Leistung auf dem Platz sein: „Soichiro ist ein variabler Spieler in der Offensive, der zudem in einem idealen Alter ist“, beschrieb Giannikis den Last-Minute-Transfer. Wie kam es zum Deal mit Schalke 04 am Deadline Day? Spontan kam der Transfer jedenfalls nicht zustande, betonte der Löwentrainer: „Wir hatten die ganze Zeit Spieler mit diesen Fähigkeiten im Blick. Es hat sich jetzt eine Chance ergeben, mit der sowohl der Verein als auch das Trainerteam glücklich waren.“
Produktion eines Wiesn-Trikots bei 1860 München in dieser Saison noch unklar
In Sachen Oktoberfest hat 1860 in diesem Jahr bisher mit Informationen gespart. Weder ist bekannt, wann der Wiesn-Termin mit Hacker-Pschorr ansteht, noch ob heuer ein Wiesn-Trikot produziert wird. Lohnen würde es sich, schließlich bestreitet Sechzig zwei Heimspiele während der „fünften Jahreszeit“ – gegen Hannover II (25. September) und Wiesbaden (noch nicht terminiert)
Auch wenn die Stimmung unter den Spielern gelöst wirkte beim Trachten-Termin, gab es ihn doch: den Elefanten im Raum. Während Sport-Geschäftsführer Christian Werner gut gelaunt seine Tracht anprobierte – „Meine erste Lederhose“ –, fehlte sein Pendant. Oliver Mueller ist offiziell weiterhin Finanz-Geschäftsführer des TSV 1860. Wie unsere Zeitung aber weiß, wurde der 46-Jährige von seinen Aufgaben entbunden. Zuerst hatte die „BILD“ darüber berichtet, andere Medien zogen nach.
TSV 1860 München hüllt sich in Schweigen in der Causa Oliver Mueller
Und 1860? Hatte bis zum späten Donnerstag noch immer keine Stellungnahme zu den jüngsten Entwicklungen veröffentlicht. Umso überraschender, dass sich Giannikis am Rande der Trachten-Einkleidung zur Personalie Mueller äußerte, wenn auch knapp: „Ich weiß, dass er eine private Situation hat, die erfordert, dass er zu Hause ist. Aber das ist nicht meine Baustelle.“
Also nur ein privater Vorfall, der die Anwesenheit Muellers bei Angermaier genauso verhinderte, wie bereits am Wochenende beim 2:1-Sieg in Ingolstadt? Wohl kaum. Schwer zu sagen, wieso der Tabellen-18. sich bislang nicht öffentlich zu der Causa Mueller geäußert hat. Der Vertrag Muellers war ursprünglich bis 2026 datiert. Ohne einen Oktoberfestauftritt, aber mit vielen Fragezeichen im Löwenumfeld hat der Badener München nach sieben Monaten wieder verlassen. (mbu)


