80 Millionen Euro? Absurder Bayern-Poker um VfB-Star Woltemade
VonNiklas Noack
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VfB-Star Nick Woltemade soll mit Bayern München einen Wechsel vereinbart haben. Doch die Stuttgarter möchten ihn halten. Ein Poker mit grotesken Zügen bahnt sich an.
Stuttgart/München – Der FC Bayern München macht bei Nick Woltemade ernst. Seit Donnerstagabend (26. Juni) wird berichtet, dass sich der Rekordmeister mit dem Stürmer bezüglich der Wechselmodalitäten geeinigt hat. Von einem Vertrag bis 2030 ist dabei die Rede.
Woltemades vorgesehene Rolle? Er soll nicht nur als Back-up von Harry Kane dienen, sondern die Münchner können sich durchaus vorstellen, dass beide gemeinsam auf dem Platz stehen. Woltemade könnte vielmehr über kurz oder lang in die Fußstapfen von Thomas Müller treten.
VfB Stuttgart will gar nicht daran denken, Woltemade in diesem Sommer abzugeben
Das Problem an dieser Stelle: Woltemade, der offenbar unbedingt nach München möchte, hat keine Ausstiegsklausel in seinem beim VfB bis 2028 laufenden Vertrag. Deshalb können die Stuttgarter mit Bayerns Bossen frei über eine Ablösesumme verhandeln, sofern sie überhaupt dazu bereit sind.
Denn auf dem Papier hat der VfB ganz klar die Zügel in der Hand und die Verantwortlichen um Sportvorstand Fabian Wohlgemuth und Vorstandschef Alexander Wehrle betonten zumindest öffentlich mehrfach, nicht daran zu denken, Woltemade abzugeben.
Wohlgemuth sagte, nachdem die angebliche Einigung zwischen München und Woltemade öffentlich wurde, gegenüber der Bild: „Wir planen fest mit Nick und wollen auch im kommenden Jahr von seinen sportlichen Qualitäten profitieren. Dazu gibt es kein alternatives Planungsszenario.“ Wehrle machte vor einigen Tagen bereits bei der Stuttgarter Zeitung klar: „Wir gehen mit Nick in die nächste Saison. Punkt!“
Wie viel Bedeutung solche Aussagen haben, bleibt abzuwarten. Sich erst gar nicht verhandlungsbereit zu zeigen, könnte durchaus Taktik sein, um letztlich eine höhere Ablösesumme zu kassieren. Die Stuttgarter Schmerzgrenze soll bei 60 Millionen Euro liegen. Andere Stimmen im Klub wollen laut Bild sogar erst ab 80 Millionen Euro über einen Woltemade-Abgang nachdenken.
Ob 60 oder 80: Beide Summen sind unter normalen Umständen viel zu hoch für einen Spieler, der erst seit einem halben Jahr einen extremen Entwicklungsschub verzeichnet. Doch was ist in heutigen Zeiten auf dem Fußballtransfermarkt schon normal.
Sieben Spieler im letzten Vertragsjahr – Die Laufzeiten der Stars des FC Bayern
Interessant ist außerdem, dass der VfB von den Woltemade-Verhandlungen mit den Bayern nichts gewusst haben will und die Stuttgarter Verantwortlichen aus den Medien davon erfahren haben sollen. Die Schwaben so medienwirksam zu überrumpeln, könnte wiederum Taktik des Rekordmeisters sein, der trotz schlechter Verhandlungsposition versucht, die Muskeln spielen zu lassen.
Ob sich die Stuttgarter aber davon beeindrucken lassen? Klar ist: Sollte der Wechsel scheitern, dürfte es interessant werden, inwiefern die Fans Woltemade wieder wohlwollend aufnehmen würden. Zuletzt hat VfB-Reporter Niklas Noack kommentiert, weshalb der Bayern-Tanz um VfB-Star Woltemade respektlos und verzweifelt wirkt.