- VonAndre Oechsnerschließen
Der Tod von Ulrike „Ulli“ Maier veränderte den Ski-Rennsport. Eine damalige Weggefährtin erinnert sich 30 Jahre nach der Tragödie an die schlimmen Momente.
Garmisch-Partenkirchen – In ihrer Wohnung in Salzburg habe sie den Sturz ihrer Freundin Ulrike „Ulli“ Maier erlebt, sagt Monika Maierhofer im Interview mit der Kronen Zeitung. Die Livebilder, die sie im Fernsehen verfolgt hatte, sprachen für sich, „aber ich habe es mir nicht vorstellen können. Wollte nicht.“ Erst vor Kurzem stürzte Ski-Superstar Mikaela Shiffrin schwer, die US-Amerikanerin musste sogar mit dem Hubschrauber abtransportiert werden.
| Ulrike „Ulli“ Maier | |
|---|---|
| Geboren: | 22. Oktober 1967, starb mit 26 Jahren am 29. Januar 1994 |
| Debüt im Weltcup: | 1984 |
| Größte Erfolge: | WM-Gold im Super-G (1989, 1991) |
| Verein: | USK Rauris |
Ulli Maier wurde 1989 schwanger Weltmeisterin
An jenem verhängnisvollen 29. Januar 1994 ging Ulrike „Ulli“ Maier bei der Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen mit der Startnummer 32 ins Rennen. Die besten ihrer Kolleginnen waren da schon längst im Ziel. Zur Abfahrtselite gehörte die damals 26 Jahre alte Mutter nicht. Maiers Disziplinen waren der Riesenslalom und der Super-G, in dem sie 1989 in Vail Weltmeisterin geworden war. Damals war Maier im dritten Monat schwanger gewesen. Als sie 1991 wieder WM-Gold gewann, wartete Tochter Melanie im Ziel auf dem Arm des Vaters.
Maier und Maierhofer sind als Schülerinnen gegeneinander gefahren und waren zu Beginn ihrer Karrieren beim ÖSV, dem österreichischen Skiverband, Zimmerkolleginnen. „Wir waren sehr eng verbunden“, so Maierhofer. Vor 30 Jahren starb ihre gute Freundin. Es war das bisher einzige tödliche Unglück im alpinen Sport. Der Unfallort war auf der Abfahrtspiste Garmisch-Partenkirchen, in der Traverse vor dem Zielhang.
Halswirbelsäule und Rückenmark durchtrennt: Ulli Maier starb bei schweren Ski-Unfall in Garmisch
Bei Tempo 105 verriss es Maier plötzlich den rechten Ski. Sie stürzte, prallte auf einen mit einem Strohballen abgedeckten Schneekeil, der ursprünglich dazu diente, einen angesägten Pfosten für die Zeitmessanlage zu sichern. Maier wurde er aber zum Verhängnis. Die Wucht des Aufpralls und die anschließende Körperrotation durchtrennten Halswirbelsäule und Rückenmark. Ulli Maier, teilte die Unfallklinik in Murnau gegen Viertel nach sechs am Abend des 29. Januar 1994 mit, ist tot.
Maiers Freundin Monika Maierhofer konnte es nicht fassen. Sie sei eine Woche im Kreis gelaufen, hatte für nichts einen Kopf. „Mein Mann sagt: Ich habe in den Funktionsmodus geschaltet. Erinnerungen an Ulli habe ich versucht aufzuschreiben. Und die dann beim Begräbnis als Rede vorgetragen“, erinnert sich Maierhofer, die den tragischen Unfall nur einmal, damals live, gesehen hat. „Die Bilder sind jedoch immer noch sehr präsent in meinem Kopf.“
Todes-Sturz von Ulli Maier führt zu Verbesserungen
Maiers Sturz verursachten die damals stärker taillierten und mit immer höheren Bindungsplatten versehenen Skier. Die tragische Todesfahrt hatte zur Folge, dass die Beschaffenheit der Skier stärker reglementiert wurde. Zudem wurden die Sicherheitsvorkehrungen an den Strecken überdacht und massiv verstärkt. Seit der Saison 1994/95 müssen die Skirennläufer zudem eine Athletenerklärung unterschreiben, mit der sie bestätigen, Rennen auf eigenes Risiko zu fahren.
Vor allem in dieser Ski-Saison gab es bereits zahlreiche schwere Stürze, einer davon ereignete sich erst vor Kurzem. Das Rennwochenende in Cortina d‘Ampezzo endete mit Chaos und schweren Unfällen. Valerie Grenier erwischte es zum Beispiel. Grenier erwischte eine Bodenwelle, geriet mit den Skiern in ein Tor und hob dann regelrecht vom Boden ab, überschlug sich in der Luft und rutsche weit über die Piste am Fangzaun entlang. (aoe)
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