Dank an Papa Christian

Felix Neureuther hadert mit seiner Ski-Jugend: „Wäre versauert“

  • schließen

Schon in seiner Jugend gehörte Felix Neureuther immer zu den Besten. Die Strukturen des DSV sieht er in der Rückschau allerdings eher hemmend.

München – Viele Eltern unterstützen ihre Kinder bei deren sportlichen Zielen. So war es auch bei Felix Neureuther, der seinen Vater heute noch dankbar ist. Denn Papa Christian Neureuther nahm entscheidenden Einfluss auf die Trainingsgestaltung, damit der Sohnemann sich in der Jugend mit Athleten auf demselben Level messen konnte.

Neureuther wollte nicht auf die DSV-Strukturen vertrauen

Die Jugendzeit von späteren Profisportlern kann ganz unterschiedlich verlaufen. Dass es bei Felix Neureuther vor allem immer steil bergauf ging, darüber sprach der ehemalige Abfahrtsläufer im Podcast „Mensch, Büchel“. Mit Host Marco Büchel unterhielt sich Neureuther über seine Zeit auf dem Weg zum Profi, während dem „von klein auf“ klar gewesen wäre, „dass ich mal der Heilsbringer des deutschen Skisports werde“.

Felix Neureuther blickt auch kritisch auf seine Zeit als junger Skifahrer zurück.

Eine Erwartungshaltung, die vor allem von Außen herangetragen wurde. Die aber auch auf messbaren Ergebnissen beruhte. Neureuther habe schon früh die Rennen „auch mit großem Abstand gewonnen“. Während andere von so einem Werdegang nur träumen können, sieht Neureuther die Sache kritisch: „Ob das jetzt für meine Entwicklung gut war, glaube ich nicht. Weil ich nie das Kämpfen gelernt hab.“ Als großes Plus aus der Ski-Jugend dürfte er hingegen die Freundschaft zu Bastian Schweinsteiger verbuchen, der erst kürzlich alte Kinderfotos der beiden zeigte.

Als negativ schätzt Neureuther aber die damaligen Umstände im Verband ein. „Wenn ich jetzt rein auf die Struktur vom Deutschen Skiverband vertraut hätte, dann hätte ich keine Chance gehabt, Skifahrer zu werden, keine Chance“, sagt dieser im Gespräch mit Büchel. Wenn es nach dem DSV gegangen wäre, „wäre ich immer mit den Gleichaltrigen dabei gewesen“, so Neureuther, der befürchtet: „Da wär ich untergegangen, da wär ich versauert.“

Die 18 erfolgreichsten deutschen Wintersportler des neuen Jahrtausends

Sven Hannawald im Porträt.
Sven Hannawald (Skispringen): Hatte seine ersten Erfolge Ende des letzten Jahrhunderts. Gewann als erster alle vier Wettbewerbe der Vierschanzentournee. Bilanz: 18 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold, 2x Olympia-Silber © IMAGO / Oryk HAIST
Kevin Kuske und Andre Lange mit der Goldmedaille
Kevin Kuske und Andre Lange (Bob): 38 Weltcup-Siege, 4x Olympia-Gold, 2x Olympia-Silber © IMAGO / Sven Simon
Eric Frenzel im Wettkampf
Eric Frenzel (Nordische Kombination): 43 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold, 2x Olympia-Silber, 2x Olympia-Bronze © IMAGO / Nordphoto
Anni Friesinger zweite von links.
Anni Friesinger-Postma (Eisschnellauf): 59 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Gold, 2x Olympia-Bronze © IMAGO / Camera 4/JIM
Felix Loch nach dem Wettkampf.
Felix Loch (Rodeln): 49 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold © IMAGO / Arvid Müller
Tobias Wendl und Tobias Arlt nach dem Wettkampf.
Tobias Wendl und Tobias Arlt (Rodeln): 5 Weltcup-Siege, 6x Olympia-Gold © IMAGO / Beautiful Sports
Natalie Geisenberger im aktuellen Sportstudio
Natalie Geisenberger (Rodeln): 8 Weltcup-Siege, 6x Olympia-Gold, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Martin Hoffmann
Viktoria Rebensburg auf Skiern.
Viktoria Rebensburg (Ski Alpin): 19 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / CEPix
Maria Höfl-Riesch im Porträt.
Maria Höfl-Riesch (Ski Alpin): 27 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold, 1x Olympia-Silber © IMAGO / Sammy Minkoff
Felix Neureuther als TV-Experte.
Felix Neureuther (Ski Alpin): 13 Weltcup-Siege © IMAGO / opokupix
Arnd Peiffer auf Skiern.
Arnd Pfeiffer (Biathlon): 10 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold, 1x Olympia-Silber, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Beautiful Sports
Simon Schempp auf Skiern.
Simon Schempp (Biathlon): 12 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Silber, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Ernst Wukits
Laura Dahlmeier im Porträt.
Laura Dahlmeier (Biathlon): 20 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Gold, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Beautiful Sports
Kati Wilhelm im Porträt.
Kati Wilhelm (Biathlon): 21 Weltcup-Siege, 3x Olympia-Gold, 3x Olympia-Silber, 1x Olympia-Bronze © IMAGO / Eibner
Magdalena Neuner im Profil.
Magdalena Neuner (Biathlon): 34 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Gold, 1x Olympia-Silber © IMAGO / ZUMA Wire
Katharina Althaus bei einer Siegerehrung.
Katharina Althaus (Skispringen): 15 Weltcup-Siege, 2x Olympia-Silber © IMAGO / NTB
Severin Freund bei der Vierschanzentournee
Severin Freund (Skispringen): 22 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Gold © IMAGO / MIS
Karl Geiger bei einer Siegerehrung.
Karl Geiger: 13 Weltcup-Siege, 1x Olympia-Silber, 2x Olympia-Bronze © IMAGO / ZUMA Wire

Christian Neureuther nimmt wohl entscheidenden Einfluss

Einen großen Anteil daran, dass Felix Neureuther eben nicht unter Gleichaltrigen „versauerte“, hatte sein Vater Christian. Der hätte immer „von außen“ immer versucht, „die Dinge so zu steuern, dass es in meinem Interesse ist“. Dazu gehörte, dass Sohn Felix schon in jungen Alter die Möglichkeit eröffnet wurde, mit älteren, leistungstechnisch auf seinen Niveau agierenden Fahrern, zu trainieren.

Nur weil sein Vater darauf hinwirkte, dass er auch mit „drei bis vier Jahre älteren“ trainieren konnte, habe er sich schon in jungen Jahren weiterentwickeln können. Und so musste Felix auch nicht viele Rennen im FIS- und Europacup absolvieren, bis er endlich im Weltcup ran durfte und dort so berühmt wurde, dass er jetzt manchmal sogar seinen Namen verleugnet. (sch)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Kommentare