Kontrakt läuft 2026 aus

Abgang im Sommer? Eintracht-Poker mit Europa-League-Held

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Tuta spielt seit Januar 2019 für Eintracht Frankfurt. Überlegt der Europa-League-Gewinner von 2022 im Sommer eine neue Richtung einzuschlagen?

Frankfurt – Tuta hat noch einen bis 2026 laufenden Vertrag bei Eintracht Frankfurt. Die Gleichung ist daher aus Sicht des Vereins unmissverständlich: Verlängerung des Kontrakts – oder die letztmalige Chance auf einen millionenschweren Verkauf im Sommer. Einen ablösefreien Abgang will man in Frankfurt unbedingt verhindern.

Eintracht-Abwehrmann Tuta erlebte einen wilden Winter

Bei einer Presserunde zu Beginn des Jahres sagte Sportvorstand Markus Krösche noch: „Wir befinden uns im Austausch. Ende November haben wir mit ihm gesprochen und ganz klar signalisiert, dass wir mit ihm gerne längerfristig zusammenarbeiten wollen. Im Frühjahr setzen wir uns in Ruhe zusammen. Er fühlt sich wohl bei uns und kann sich das auch sehr gut vorstellen.“ Die Unterschrift unter einen neuen Vertrag schien nur noch Formsache zu sein.

Kevin Trapp und Tuta wurden 2022 zu Europa-League-Helden der Eintracht

Seitdem hat sich einiges getan. Tuta erlebte einen wilden Winter, türkische Klubs baggerten plötzlich sehr intensiv um den 25-Jährigen. Der sprach Anfang Februar allerdings Klartext: „Ich bin vor sechs Jahren zur Eintracht gekommen. Ich führe mit meiner Frau viele Gespräche. Wir haben noch ein Baby bekommen und deshalb sprechen wir besonders viel. Wir haben die klare Haltung, dass wir in Frankfurt bleiben und nach vorne schauen wollen.“

Tuta zog persönliche Konsequenzen und wechselte seine Berateragentur von StarFactory zu SB Sport. Nach exklusiven Informationen von Absolut Fußball, dem Fußballportal von Home of Sports, gab es ein erstes Treffen zwischen Krösche und dem neuen Agenten des Innenverteidigers, die Gespräche verliefen gut. Die Frankfurter wollen unverändert mit ihm verlängern und ihn langfristig an sich binden.

Verlängerung bei der Eintracht? Tuta will sich Zeit nehmen

Eine schnelle Unterschrift ist jedoch nicht zu erwarten. Tuta möchte sich die nötige Zeit nehmen und zunächst die Champions-League-Qualifikation mit der Mannschaft erreichen. Er hat nach dem Europa-League-Sieg 2022 bereits die Luft der Königsklasse geschnuppert. Der Sprung in diesen Wettbewerb hätte auch für ihn einen gewaltigen Reiz.

Die größten Sensationen im DFB-Pokal

VfB Eppingen 2:1 Hamburger SV (1974/75): Ein Dorf schreibt Fußballgeschichte
VfB Eppingen 2:1 Hamburger SV (1974/75): Ein Dorf schreibt Fußballgeschichte: Der Amateurklub VfB Eppingen schockte den Bundesliga-Tabellenführer HSV. Gerd Störzer traf spektakulär, der zweite Treffer von Ernst Gaus sorgte für den endgültigen Wahnsinn. In Runde zwei war gegen Werder Bremen Schluss – aber die Sensation war längst perfekt. © IMAGO / WEREK
Der Oberligist SC Geislingen sorgte für Aufsehen, indem er den Hamburger SV mit 2:0 bezwang. Die Zuschauer nutzen jede Möglichkeit, um dabei zu sein.
SC Geislingen 2:0 Hamburger SV (1984/85): Der Oberligist SC Geislingen sorgte für Aufsehen, indem er den Hamburger SV mit 2:0 bezwang. Torwart Wolfgang Haug zeigte dabei eine herausragende Leistung. Geislingen erreichte nach diesem Erfolg das Achtelfinale. Die Zuschauer nutzen jede Möglichkeit, um dabei zu sein. © imago sportfotodienst
Einen Teekräuter-Sponsor, einen Dorfverein und einen Treffer von Roland Stein – mehr brauchte es nicht, um Bayern München aus dem Pokal zu werfen.
TSV Vestenbergsgreuth 1:0 FC Bayern München (1994/95): Einen Teekräuter-Sponsor, einen Dorfverein und einen Treffer von Roland Stein – mehr brauchte es nicht, um Bayern München aus dem Pokal zu werfen. Vestenbergsgreuth zog bis in die 3. Runde ein, wo man im Elfmeterschießen gegen Wolfsburg verlor. © imago sportfotodienst via www.imago-images.de
Was für eine Abreibung: Der Regionalligist spielte Hoffenheim schwindelig – Kruschke, Cakmak, Drazan und Fuß trafen. Das 4:0 war eine Demütigung. In Runde zwei ging’s gegen 1860 München raus – aber das erste Spiel war Pokal-Gold.
Berliner AK 07 4:0 TSG 1899 Hoffenheim (2012/13): Was für eine Abreibung: Der Regionalligist spielte Hoffenheim schwindelig – Kruschke, Cakmak, Drazan und Fuß trafen. Das 4:0 war eine Demütigung. In Runde zwei ging’s gegen 1860 München raus – aber das erste Spiel war Pokal-Gold. © imago sportfotodienst
Dynamo empfängt in Runde eins den Bundesligisten Schalke 04 – ein Drittligist gegen einen Champions-League-Teilnehmer.
Dynamo Dresden 2:1 Schalke 04 (2014/15): Dynamo empfängt in Runde eins den Bundesligisten Schalke 04 – ein Drittligist gegen einen Champions-League-Teilnehmer. Nach einem Elfmeter von Justin Eilers geht Dresden in Führung, Matip gleicht für Schalke spät aus. Doch nur eine Minute später trifft Nils Teixeira zum 2:1-Endstand. Ein leidenschaftlicher Auftritt und ein verdienter Sieg. Die Reise endete erst im Achtelfinale – gegen Borussia Dortmund (0:2). © imago sportfotodienst
Ein starker Drittligist, ein schwächelnder Bundesligist – das Rezept für Pokalgeschichte. Magdeburg schlägt Augsburg.
1. FC Magdeburg 1:0 FC Augsburg (2014/15): Ein starker Drittligist, ein schwächelnder Bundesligist – das Rezept für Pokalgeschichte. Christian Beck erzielte in der zweiten Hälfte das Tor des Tages, Magdeburg verteidigte leidenschaftlich und brachte den Favoriten zu Fall. In Runde zwei war gegen Leverkusen Schluss – trotzdem: ein Statement-Sieg. © IMAGO/Zoonar.com/Axel Kammerer
Drei Elfmeter, drei Treffer – Reutlingen nutzte jede Chance gegen den KSC.
SSV Reutlingen 3:1 Karlsruher SC (2015/16): Drei Elfmeter, drei Treffer – Reutlingen nutzte jede Chance. Giuseppe Ricciardi glänzte als Spielmacher. Gegen Eintracht Braunschweig in Runde zwei war dann Feierabend, aber dieser Auftritt wird auf der Reutlinger Kreuzeiche nie vergessen werden. © imago sportfotodienst
Viertligist Ulm trifft auf Titelverteidiger Frankfurt – und bleibt cool.
SSV Ulm 1846 2:1 Eintracht Frankfurt (2018/19): Viertligist Ulm trifft auf Titelverteidiger Frankfurt – und bleibt cool. Kienle bringt die Ulmer in Führung, Lux legt nach. Frankfurt verkürzt spät durch Paciência, doch Ulm verteidigt clever und bringt den 2:1-Sieg über die Zeit. In Runde zwei war dann Schluss – 0:1 gegen den 1. FC Heidenheim. © Imago / Jan Huebner
Viertligist gegen Bundesliga – und dann auch noch Elfmeterschießen. Saarbrücken hielt das 1:1 mit Leidenschaft und Keeper Batz rettete mehrfach.
1. FC Saarbrücken 1:1 (7:6 i.E.) Fortuna Düsseldorf (2019/20): Viertligist gegen Bundesliga – und dann auch noch Elfmeterschießen. Saarbrücken hielt das 1:1 mit Leidenschaft und Keeper Batz rettete mehrfach. Im Shootout behielten die Saarländer die Nerven und schrieben Geschichte: erster Viertligist überhaupt im Halbfinale. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Eine der größten Pokalgeschichten der letzten Jahre: Kiel schlägt die Bayern.
Holstein Kiel 2:2 (6:5 i.E.) FC Bayern München (2020/21): Eine der größten Pokalgeschichten der letzten Jahre: Kiel geriet zweimal in Rückstand, doch Wahl und Mees glichen jeweils aus. Im Elfmeterschießen zeigte der Zweitligist dann keine Nerven. 6:5 – Bayern war raus. Kiel zog bis ins Halbfinale ein, dort war gegen Dortmund Schluss. © Holsteinoffice.de/Jörg Lühn via www.imago-images.de
Der große Favorit aus Leverkusen führte in der Verlängerung – doch dann drehte RWE richtig auf.
Rot-Weiss Essen 2:1 Bayer 04 Leverkusen (2020/21): Der große Favorit führte in der Verlängerung – doch dann drehte RWE richtig auf: Oguzhan Kefkir glich aus, Simon Engelmann entschied das Spiel. Die Hafenstraße bebte. Essen zog ins Viertelfinale ein, dort endete das Abenteuer gegen Holstein Kiel. © Maik Hölter/TEAM2sportphoto via www.imago-images.de
Waldhof empfing Frankfurt mit voller Hütte und jeder Menge Wucht.
SV Waldhof Mannheim 2:0 Eintracht Frankfurt (2021/22): Waldhof empfing Frankfurt mit voller Hütte und jeder Menge Wucht. Marcel Costly brach kurz nach der Pause den Bann, Joseph Boyamba legte nach – binnen vier Minuten stand es 2:0. Die Eintracht taumelte, fand keine Antwort mehr. Für Mannheim war es ein magischer Abend – das Aus kam in Runde zwei gegen Union Berlin. © Frey-Pressebild/Deines via www.imago-images.de
Ein Pokalabend mit Oberliga-Charme und Bundesliga-Schock.
Stuttgarter Kickers 2:0 SpVgg Greuther Fürth (2022/23): Ein Pokalabend mit Oberliga-Charme und Bundesliga-Schock: Die Kickers gingen früh durch Denis Zagaria in Führung und verteidigten mit Herz und Verstand. In der Schlussphase nutzte David Braig einen Konter zum 2:0 – und das Stadion explodierte. Runde zwei war dann gegen Eintracht Frankfurt Endstation, aber dieser Abend lebt weiter. © IMAGO/Sportfoto Zink / Wolfgang Zink
Halbfinale, Underdog, Drama: Leverkusen führte früh, doch Bielefeld schlug eiskalt zurück.
Arminia Bielefeld 2:1 Bayer 04 Leverkusen (2024/25): Halbfinale, Underdog, Drama: Leverkusen führte früh, doch Bielefeld schlug eiskalt zurück. Marius Wörl glich aus, Maximilian Großer traf kurz vor der Pause zum 2:1 – und das reichte. Im zweiten Durchgang stemmte sich die Arminia gegen den Druck und schaffte Historisches: Erstmals in der Vereinsgeschichte erreichte Bielefeld das DFB-Pokalfinale. © IMAGO/Noah Wedel

Der im Umfeld sehr beliebte Brasilianer stand bereits in 184 Pflichtspielen für die Eintracht auf dem Feld. Sein Marktwert wird auf 15 Millionen Euro geschätzt. Ein Profi solchen Formats rückt automatisch in den Fokus mehrerer Klubs. Konkrete Offerten gibt es zwar keine. Allerdings holen sich diverse Klubs Informationen über die aktuelle Lage bei Tuta ein.

Tuta ist bei Eintracht-Trainer Toppmöller gesetzt

Es bleibt völlig offen, wie sich der flexibel einsetzbare Defensivmann entscheidet. Für Trainer Dino Toppmöller gehört er, trotz gelegentlicher Patzer, zu den Unersetzlichen. Jede gute Partie, von denen es in der aktuell laufenden Saison viele gab, steigert einerseits die Chancen auf die Champions League und andererseits den eigenen Marktwert. Die nächste Möglichkeit gibt es am Samstagabend (18.30 Uhr) gegen RB Leipzig.

Sein durchaus möglicher Abgang würde zweifelsohne eine Lücke reißen. Tuta hat sich seit seiner Ankunft vor mehr als sechs Jahren prima entwickelt und ist eine Konstante. Er kann mehrere Positionen bekleiden, agierte auch schon als Sechser. Sollten sich die Wege trennen, bräuchte die Eintracht Ersatz. Noch aber steht eine Entscheidung aus.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

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