schließen Florian Schimak
Philipp Kessler
Hanna Raif
Eine Saison arbeiten der FC Bayern und Sadio Mané erst zusammen – zu einer weiteren wird es sehr wahrscheinlich nicht kommen. Manés Abschiedstournee läuft.
München – Ein kurzer Griff in die Hosentasche, einmal schnell am T-Shirt gezupft, dann war Sadio Mané bereit für seinen ersten Auftritt der neuen Saison. Kurz vor 10.30 Uhr, also überpünktlich, erschien der Senegalese gestern Vormittag zum medizinischen Check am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder .
Sadio Mané Geburtsdatum: 10. April 1992 (31 Jahre) Verein: FC Bayern München (Vertrag bis 2025) Position: Linksaußen Marktwert: 25 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de)
FC Bayern plant ohne Sadio Mané Seine Laufschuhe trug Mané lässig in der Hand, auf seinem Gesicht konnte man auf dem Weg vom Auto zum Eingang ein kurzes Lächeln erahnen. Als hätte es die Nachrichten, die da am Abend vorher die Runde gemacht hatten, nie gegeben.
Der 31-Jährige kennt die Sachlage freilich schon etwas länger. Denn wie der Kicker berichtet, wurde Mané in einem Gespräch mit den Bossen mitgeteilt, dass der FC Bayern trotz seines bis 2025 laufenden Vertrages ab sofort ohne ihn plant .
Sadio Mané befindet sich beim FC Bayern auf Abschiedstournee.
© IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
FC Bayern kalkuliert anderweitig mit Gehalt von Sadio Mané Auch unsere Zeitung erfuhr, dass der Glaube an eine erfolgreiche Zukunft des eigentlichen Superstars beim FC Bayern in Reihen der Transfer-Taskforce sukzessive gesunken ist. Rechnet man Aufwand – also rund 20 Millionen Euro Jahresgehalt – und Ertrag – also einen Rückrunden-Treffer – gegeneinander auf, hat die Vernunft gesiegt.
Mané, vom inzwischen geschassten Sportvorstand Hasan Salihamidzic für rund 32 Millionen Euro aus Liverpool verpflichtet, darf den Verein sofort verlassen. Der Plan ist, das vakante Gehalt anderweitig in den Kader zu investieren.
Sadio Mané: Vom FC Bayern nach Saudi-Arabien? Interessenten gibt es, vor allem aus Saudi-Arabien . Die Bayern wären wohl mit rund 20 Millionen Euro Ablöse zufrieden, Mané dann in einer Liga mit unter anderem Cristiano Ronaldo und Karim Benzema. Dass ein Wechsel in die Wüste aber gar nicht sein Plan ist, hat der Nationalheld erst vor wenigen Wochen betont.
Nach den Länderspielen mit dem Senegal, bevor Mané sich in den Urlaub verabschiedete, wurde er von 2sTV mit den Worten „so Gott will, werde ich zu Bayern zurückkehren“ zitiert. Die „Herausforderung“, die sich in seinem zweiten Jahr in München stellt, wollte er „meistern“. Und er war überzeugt davon, dass das klappen würde.
Sadio Mané beim FC Bayern unter Dauerbeobachtung Es kommt nun wohl anders – und die Situation ist für Mané nicht gerade schön. Jeder Schritt, jeder Pass, jede Geste werden ab sofort beobachtet werden, wenn er mit seinen Kollegen zunächst an der Säbener Straße schwitzt und ab Samstag am Tegernsee auf dem Platz steht. Das Ende in München allerdings passt zur gesamten Zeit im roten Trikot, die für Mané alles andere als erfolgreich verlief. Auch intern wurde sie bereits genau analysiert.
Auf den fulminanten Start mit drei Toren in drei Spielen folgte die Ernüchterung. Eine zu hohe Erwartungshaltung und einige Abseitstore ließen das Selbstbewusstsein schrumpfen, die schwere Verletzung sowie die verpasste WM knabberten danach enorm an Mané.
Wer hat Abi? Die Schulbildung der Bayern-Stars Paul Wanner ist Jahrgang 2005 und wurde mit 16 Jahren der jüngste Bundesliga-Spieler in der Geschichte des FC Bayern. Der Offensivspieler besucht ein Gymnasium und gilt als fleißiger Schüler. © IMAGO / Smith Innenverteidiger Chris Richards war zuletzt an die TSG Hoffenheim verliehen. Er durchlief die Akademie des FC Dallas, später erhielt er ein Stipendium an der University of North Carolina. Mit 18 Jahren erlangte der Sohn eines Profibasketballers seinen High-School-Abschluss. © IMAGO/Sascha Meiser Sven Ulreich schloss die Schule mit der mittleren Reife ab. Während seiner Karriere als Profifußballer absolvierte der gebürtige Schorndorfer ein Fernstudium zum Sportmanager. Im September 2017 beendete er es erfolgreich. © IMAGO/Hans-Jürgen Schmidt Tanguy Nianzou kam als 14-Jähriger in die Akademie von Paris Saint-Germain. Der Schulabschluss des Franco-Ivorers ist unbekannt. © IMAGO/Ulrich Wagner Auch Eric Maxim Choupo-Moting kam aus Paris zum FC Bayern. Choupo-Moting wurde in Hamburg Altona geboren und machte am dortigen Gymnasium sein Abitur. In dieser Zeit lernte der Deutsch-Kameruner auch seine Freundin Nevin kennen, die er im Sommer 2013 heiratete. Auch Eric Maxim Choupo-Moting kam aus Paris zum FC Bayern. Choupo-Moting wurde in Hamburg Altona geboren und machte am dortigen Gymnasium sein Abitur. In dieser Zeit lernte der Deutsch-Kameruner auch seine Freundin Nevin kennen, die er im Sommer 2013 heiratete. © IMAGO/kolbert-press/Ulrich Gamel Jamal Musiala zog als 8-Jähriger nach England um, um für den FC Chelsea zu spielen. Musiala verbrachte acht Jahre in London. An der Whitgift School, einer Privatschule in einer Parklandschaft, machte der deutsche Nationalspieler seinen „Business A-Level“-Abschluss. Jamal Musiala zog als 8-Jähriger nach England, spielte dort für den FC Chelsea. Musiala verbrachte acht Jahre in London. An der Whitgift School, einer Privatschule in einer Parklandschaft, machte der deutsche Nationalspieler seinen „Business A-Level“-Abschluss. © IMAGO/Revierfoto München, Deutschland 09. Mai 2022: Fussball, Herren, Saison 2021/2022, FC Bayern München, Säbener Strasse, Trainingsgel Rechtsverteidiger Benjamin Pavard wurde als Kind vom fünfmaligen französischen Meister OSC Lille entdeckt. Seine Eltern brachten ihn vier Mal in der Woche ins über 100 Kilometer entfernte Training. Nach einiger Zeit brach Pavard seine schulische Ausbildung ab und konzentrierte sich voll auf seine Fußball-Karriere. © IMAGO/Ulrich Wagner Keine leichte Schulzeit hatte Dayot Upamecano. Im Vereinsmagazin des FC Bayern verriet der Innenverteidiger, dass er gehänselt und ausgelacht wurde, weil er stotterte. „Ich bin seit dieser Zeit mental sehr stark“, verrät Upamecano, der in den Käfigen der nordfranzösischen Kleinstadt Evreux das Fußballspielen lernte. Keine leichte Schulzeit hatte Dayot Upamecano. Im Vereinsmagazin des FC Bayern verriet der Innenverteidiger, dass er gehänselt und ausgelacht wurde, weil er stotterte. „Ich bin seit dieser Zeit mental sehr stark“, verrät Upamecano, der in den Käfigen der nordfranzösischen Kleinstadt Evreux das Fußballspielen lernte. © IMAGO/Revierfoto Marcel Sabitzer konnte in seiner ersten Saison beim FC Bayern nicht überzeugen. Der ehemalige Kapitän von RB Leipzig besuchte die Sporthauptschule Weiz, schon mit 16 Jahren unterschrieb Sabitzer bei Admira Wacker seinen ersten Profivertrag. Marcel Sabitzer konnte in seiner ersten Saison beim FC Bayern nicht überzeugen. Der ehemalige Kapitän von RB Leipzig besuchte die Sporthauptschule Weiz, schon mit 16 Jahren unterschrieb Sabitzer bei Admira Wacker seinen ersten Profivertrag. © IMAGO Die Eltern von Bayerns Linksverteidiger Alphonso Davies flohen aus dem bürgerkriegsgeplagten Liberia. Der Flügelflitzer wurde in einem Flüchtlingscamp in Ghana geboren, 2005 gelangte die Familie nach Edmonton im kanadischen Bundesstaat Alberta. Dort besuchte Davies die St. Nicholas Highschool. Heute hängt ein riesiges Konterfei des Bayern-Stars in der Schulturnhalle. Die Eltern von Bayerns Linksverteidiger Alphonso Davies flohen aus dem bürgerkriegsgeplagten Liberia. Der Flügelflitzer wurde in einem Flüchtlingscamp in Ghana geboren, 2005 gelangte die Familie nach Edmonton im kanadischen Bundesstaat Alberta. Dort besuchte Davies die katholische St. Nicholas Highschool. Heute hängt das riesige Konterfei des Bayern-Stars in der Schulturnhalle. © IMAGO/Eibner/Memmler Bochum ist Leon Goretzkas Heimat. Der Bayern-Star machte dort 2014 am Alice-Salomon-Berufskolleg sein Abitur. Trotz Doppelbelastung, denn Goretzka war damals bereits im Profikader des FC Schalke 04! Bochum ist Leon Goretzkas Heimat. Der Bayern-Star machte dort 2014 am Alice-Salomon-Berufskolleg sein Abitur. Trotz Doppelbelastung, denn Goretzka war damals bereits im Profikader des FC Schalke 04! © IMAGO/Mladen Lackovic Die Jugendakademie von Paris Saint-Germain zu besuchen scheint keine schlechte Idee zu sein, wenn man später beim FC Bayern spielen will. Kingsley Coman spielte 9 Jahre in der Jugend des Scheich-Klubs, bei den Profis kam er im zehnten Jahr zu nur drei Einsätzen. Der französische Nationalspieler übersprang das letzte Jahr in der Grundschule. Im Gymnasium verlor er die Motivation und konzentrierte sich fortan auf Fußball. Die Jugendakademie von Paris Saint-Germain zu besuchen scheint keine schlechte Idee zu sein, wenn man beim FC Bayern spielen will. Kingsley Coman spielte 9 Jahre in der Jugend des Scheich-Klubs, bei den Profis kam er im zehnten Jahr zu nur drei Einsätzen. Der französische Nationalspieler übersprang das letzte Jahr in der Grundschule. Im Gymnasium verlor er die Motivation und konzentrierte sich fortan auf Fußball. © IMAGO/Mladen Lackovic Manuel Neuer besuchte die Realschule, bevor er im Jahr 2000 auf das Teilinternat Berger Feld wechselte. Der Nationaltorhüter beendete 2006 seine schulische Ausbildung mit der Fachhochschulreife. Nach seiner Fußballkarriere möchte Neuer viel reisen, zudem gibt es Berichte über eine mögliche Investition in ein Forsthaus mit Gasthof. Manuel Neuer besuchte die Realschule, bevor er im Jahr 2000 auf das Teilinternat Berger Feld wechselte. Der Nationaltorhüter beendete 2006 seine schulische Ausbildung mit der Fachhochschulreife. Nach seiner Fußballkarriere möchte Neuer viel reisen, zudem gibt es Berichte über eine mögliche Investition in ein Forsthaus mit Gasthof. © IMAGO/Joachim Sielski Lucas Hernandez wurde in Marseille geboren, kam aber im Alter von fünf Jahren nach Spanien. Er wuchs, genauso wie sein Bruder Theo, ohne Vater auf. Seine Eltern trennten sich früh. Sein Vater, der ehemalige Fußballer Jean-François Hernandez, habe seine Kinder nie geliebt, so der Bayern-Innenverteidiger. Seine Schulausbildung ist nicht bekannt. Lucas Hernandez wurde in Marseille geboren, kam aber im alter von fünf Jahren nach Spanien. Er wuchs, genauso wie sein Bruder Theo, ohne Vater auf. Seine Eltern trennten sich früh. Sein Vater, der ehemalige Fußballer Jean-François Hernandez, habe seine Kinder nie geliebt, so der Bayern-Innenverteidiger. © IMAGO/Revierfoto Ähnlich wie Leon Goretzka verknüpfte auch Joshua Kimmich seine Fußballkarriere mit der Schule. Kimmich machte sein Abitur am Wirtemberg-Gymnasium in Stuttgart. Sein Notenschnitt: 1,7! Ähnlich wie Leon Goretzka verknüpfte auch Joshua Kimmich seine Fußballkarriere mit der Schule. Kimmich machte sein Abitur am Wirtemberg-Gymnasium in Stuttgart. Sein Notenschnitt: 1,7! © IMAGO/Ulrich Wagner Leroy Sané wuchs in Bochum auf, besuchte aber in Gelsenkrichen die Schule. An der Gesamtschule Berger Feld machte der Ex-Schalker seinen Realschulabschluss. Leroy Sané wuchs in Bochum auf, besuchte aber in Gelsenkrichen die Schule. An der Gesamtschule Berger Feld machte der Ex-Schalker seinen Realschulabschluss. © IMAGO/Revierfoto Thomas Müller verriet in einem Interview bei SPOX, dass er unbedingt das Abitur machen wollte „um etwas in der Hand zu halten“. In seinem Heimatort Weilheim schaffte er dieses Vorhaben mit einem Schnitt von 2,8. Müller kann sich vorstellen, irgendwann im naturwissenschaftlichen Bereich zu studieren. Thomas Müller verriet in einem Interview bei SPOX, dass er unbedingt das Abitur machen wollte „um etwas in der Hand zu halten“. In seinem Heimatort Weilheim schaffte er dieses Vorhaben mit einem Schnitt von 2,8. Müller kann sich vorstellen, irgendwann im naturwissenschaftlichen Bereich zu studieren. © IMAGO/kolbert-press/Ulrich Gamel Robert Lewandowski beendete 2017 nach zehn Jahren sein Studium an der Sporthochschule in Warschau. Für die Lizenz in Training und Management des Sports schrieb Lewandowski die Abschlussarbeit „RL9. Der Weg zum Ruhm“. Er hat außerdem Abitur. Robert Lewandowski beendete 2017 nach zehn Jahren sein Studium an der Sporthochschule in Warschau. Für die Lizenz in Training und Management des Sports schrieb Lewandowski die Abschlussarbeit „RL9. Der Weg zum Ruhm“. Er hat außerdem Abitur. © IMAGO/Revierfoto Für Sadio Mané wurde es beim FC Bayern nach Kabinen-Prügelei schwierig Die Rückkehr auf den Platz gelang nur langsam und schleppend, nach der Kabinen-Prügelei war trotz Reue auch der Unmut im Team groß. Der Tenor: Manchmal muss man sich einfach in die Augen schauen und sagen, was Sache ist. Also: Mané und Bayern – das passt einfach nicht. (Hanna Raif, Philipp Kessler, Florian Schimak)
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