Alarm bei Ski-Boss nach Streif-Unfällen: „Es kracht in allen Ecken“
VonKorbinian Kothny
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Folgend auf ernste Stürze beim Ski-Weltcup in Kitzbühel fordert FIS-Renndirektor Markus Waldner zwingende Sicherheitsmaßnahmen.
München / Kitzbühel – Der Mythos Streif hat wieder einmal für Schlagzeilen gesorgt – und das schon vor der Abfahrt am Samstag (hier sehen Sie das Rennen). Zahlreiche Stürze im Super-G am Freitag und bei den Trainingseinheiten an den Tagen zuvor haben die Sicherheitsdebatte im Ski-Weltcup wieder entfacht. FIS-Renndirektor Markus Waldner zeigte sich alarmiert und fordert dringende Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Skisport.
Ski-Boss kündigt Krisengipfel bei der WM an
„Es kracht in allen Ecken“, sagte Waldner im ORF und unterstrich die Dringlichkeit der Lage. Drei Hubschraubereinsätze innerhalb eines Rennens sind für ihn inakzeptabel. Besonders betroffen waren die Athleten Alexis Pinturault und Florian Loriot. Pinturault erlitt eine Knieverletzung, Loriot eine Gehirnerschütterung. Auch die Österreicher Lukas Feurstein, Otmar Striedinger und der Italiener Dominik Paris gehörten zu den Sturzopfern.
Um die Sicherheit im Skisport zu verbessern, hat Waldner zwei Krisengipfel während der Ski-Weltmeisterschaft in Saalbach angekündigt. Die Treffen am 6. und 12. Februar sollen in Zusammenarbeit mit der Ski-Industrie, Ärzten und Cheftrainern der Nationalverbände stattfinden. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, um die Risiken zu minimieren.
Diskussionen über Material und Kurssetzung im Ski-Weltcup
Waldner äußerte Bedenken hinsichtlich der aktuellen Materialentwicklung und der Kurssetzung. Er betonte die Notwendigkeit, einen Puffer zu schaffen, um die Materialabstimmungen weniger aggressiv zu gestalten. „Mit dem Material gibt es keinen Millimeter Spielraum mehr“, machte Waldner deutlich.
Die aktuellen Bedingungen lassen keinen Raum für Fehler, was Waldner dazu veranlasst, auch die Rolle der Ski-Industrie zu hinterfragen. „Es ist immer eine Kombination von mehreren Faktoren“, erklärte er. Allerdings betonte der Ski-Boss auch, es gehe nicht darum, der Ski-Industrie den schwarzen Peter zuzuschieben: „Die ideale Lösung wäre ja eigentlich, dass weniger aggressive Abstimmung schneller ist.“
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Die geplanten Diskussionen sollen klären, welche kurzfristigen Veränderungen möglich sind. „Wir haben mit der Athlete Health Unit (AHU) bereits einen Maßnahmenkatalog erstellt“, so Waldner. Die Sicherheit der Athleten hat oberste Priorität, und es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um weitere Unfälle zu vermeiden. (kk)