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Alexander Wehrle: Der Vorstandschef des VfB Stuttgart beweist Gespür

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Alexander Wehrle ist ein Fußballfunktionär, dem ein besonderes Gespür beim Akquirieren von Sponsorengeldern nachgesagt wird. Seit April 2022 ist er Vorstandschef beim VfB Stuttgart.

Stuttgart - Alexander Wehrle ist im April 2022 vom 1. FC Köln zum VfB Stuttgart gewechselt. Im Rheinland war er als Geschäftsführer tätig, während er bei den Schwaben das Amt des Vorstandsvorsitzenden übernahm. Er folgte auf Thomas Hitzlsperger, der seinen Vertrag beim VfB als CEO auslaufen ließ.

NameAlexander Wehrle
Geboren11. Februar 1975 in Bietigheim-Bissingen
AusbildungStudium der Verwaltungswissenschaften an der Universität Konstanz, Abschluss als Diplom-Verwaltungswissenschaftler, Zusatzqualifikationen im Sportmanagement
Bisherige Vereine 1. FC Köln (2013-2022) als Geschäftsführer, VfB Stuttgart (seit März 2022) als Vorstandsvorsitzender der VfB Stuttgart 1893 AG
VerbandsfunktionenMitglied im DFL-Präsidium, Mitglied im DFB-Vorstand, Aufsichtsrat der DFL GmbH, Vorsitzender des DFL-Ausschusses für Finanzen

Alexander Wehrle: Sein erster Weg zum VfB Stuttgart

Wehrle ist gebürtiger Schwabe und erblickte am 11. Februar 1975 in Bietigheim-Bissingen das Licht der Welt. Mit dieser Herkunft wurde ihm die Liebe zum VfB Stuttgart, dem größten Sportverein in Baden-Württemberg, in die Wiege gelegt. Bis er allerdings zum ersten Mal beim Klub aus Bad Cannstatt anklopfte, dauerte es. Zunächst studierte der Diplomverwaltungswissenschaftler in Konstanz und Limerick (Irland) und schloss mit der Note 1,6 ab. 2003 war es dann so weit: VfB-Fan Wehrle kommt zunächst als Referent des Vorstands um Erwin Staudt zum Stuttgarter Traditionsverein. In dieser Funktion war er bis 2013 tätig.

Vom VfB Stuttgart zum 1. FC Köln: Alexander Wehrle verlässt vorerst seine Heimat

Im Januar 2013 wurde Wehrle beim 1. FC Köln Geschäftsführer. Dort arbeitete er über Jahre hinweg mit Managern wie Jörg Schmadtke, Armin Veh oder Horst Heldt zusammen. Auch namhafte Trainer lernte er kennen, unter anderem Peter Stöger, Markus Gisdol, Friedhelm Funkel sowie Steffen Baumgart. In der Domstadt verdiente sich Wehrle den Ruf, besonders geschickt darin zu sein, finanzstarke Geldgeber an Land zu ziehen und hievte den 1. FC Köln in Sachen Sponsoring auf ein neues Level. Mit Blick aufs Sportliche wurde Wehrle dagegen kritisch beäugt. Immerhin stieg der FC in der Saison 2017/18 als Tabellenletzter in die 2. Bundesliga ab. Im Folgejahr gelang Köln jedoch der direkte Wiederaufstieg.

Bruch zwischen Wehrle und dem 1. FC Köln

Der 1. FC Köln hätte vorerst gerne mit Wehrle weitergearbeitet. Doch der Funktionär fühlte sich nicht genug wertgeschätzt, als ihm nur eine einjährige Vertragsverlängerung angeboten wurde. Hinzu kamen die Entlassungen von Sportchef Heldt und Mediendirektor Tobias Kaufmann, die ohne Wehrles Stimme beschlossen wurden.

Wehrles Rückkehr zum VfB Stuttgart: Ärger mit Sven Mislintat, Kritik wegen Bruno Labbadia

Bei den Schwaben trat Wehrle im April 2022 das schwere Erbe von Vereinslegende Thomas Hitzlsperger an. Es begann bereits turbulent mit dem Last-Minute-Klassenerhalt am letzten Spieltag der Saison 2021/22, den der VfB ausgerechnet gegen den 1. FC Köln mit einem 2:1-Sieg eintütete. Aber auch in der Folgesaison, in der Wehrle zum ersten Mal eine gesamte Spielzeit in Stuttgart verantwortete, lief es nicht besser. Diesmal musste der VfB sogar in die Relegation, in der sich die Schwaben gegen den Hamburger SV durchsetzten.

Vorstandschef Alexander Wehrle führte den VfB Stuttgart zurück zum Erfolg.

Auch abgesehen vom Geschehen auf dem Platz stand Wehrle häufig in der Kritik. Unter anderem kam es zwischen dem einstigen Sportdirektor Sven Mislintat und Wehrle zu Unstimmigkeiten, die dazu führten, dass Mislintat den Klub verließ. Als Nachfolger lotste Wehrle Fabian Wohlgemuth zum VfB.

Ebenfalls geriet Wehrle in die Kritik, da er Bruno Labbadia als Trainer verpflichtete. Nach nur vier Monaten wurde der Coach entlassen, für ihn übernahm Sebastian Hoeneß.

Viel Lob für Alexander Wehrle für den Porsche-Deal

Bei einer Pressekonferenz Ende Juni 2023 kündigte der VfB ein umfangreiches Sponsorenpaket an. Dabei ging es um Porsche und die zum Sportwagenbauer dazugehörige Tochterfirma MHP, die ihren Sitz in Ludwigsburg hat. MHP ergatterte sich die Stadionrechte, sodass die Heimstätte des VfB seit dem 1. Juli 2023 nicht mehr Mercedes-Benz Arena, sondern MHPArena heißt. Der gesamte Deal gilt als Coup von Wehrle.

Der Gewinn des DFB-Pokals in der Saison 2024/25 markiert den größten Erfolg in der Zeit von Alexander Wehrle als Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart.

Sportlich stellte sich Wehrles Verpflichtung von Wohlgemuth und die Entscheidung für Trainer Hoeneß als Glücksgriffe heraus. Der VfB spielte 2023/24 eine Rekordsaison, wurde mit 73 Punkten hinter Bayer 04 Leverkusen Vizemeister und qualifizierte sich für die Champions League. In der darauffolgenden Saison feierte Wehrle dann seinen bislang größten Erfolg mit den Schwaben: Am 24. Mai 2025 stemmten die Schwaben nach einem 4:2-Sieg im Finale gegen Arminia Bielefeld zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte den DFB-Pokal in den Berliner Abendhimmel.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sportfoto Rudel

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