Münchner bauen Tabellenführung aus

BVB-Offensive kommt zu spät: FC Bayern feiert verdienten Arbeitssieg im Spitzenspiel

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Der FC Bayern gewinnt das Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund knapp. Die Münchner setzen sich an der Tabellenspitze ab. Der Ticker zum Spiel.

  • FC Bayern – Borussia Dortmund 2:1 (1:0)
  • Kane und Olise treffen: Bayern schlägt BVB verdient
  • Der Ticker zum Spiel

Update vom 18. Oktober, 17.36 Uhr: Bittere Nachricht für den FC Bayern und Trainer Vincent Kompany vor dem Anpfiff. Nationalspieler Serge Gnabry fällt kurzfristig wegen Adduktorenbeschwerden aus. Der Nationalspieler war in den vergangenen Wochen in starker Form. Für ihn beginnt nun Neuzugang Nicolas Jackson in der Startelf.

Aufstellung des FC Bayern: Neuer - Boey, Upamecano, Tah, Laimer - Kimmich, Pavlovic - Olise, Jackson, Diaz - Kane

Erstmeldung vom 18. Oktober, 15.42 Uhr: München – Vor der Renaissance des deutschen Clásicos als Gipfeltreffen konterte Vincent Kompany die Dortmunder „Faust“-Ansage lässig. „Wir sind beide ungeschlagen, deswegen sind das zwei Fäuste gegeneinander“, sagte der Trainer des FC Bayern München vor dem Spitzenspiel über den flotten Spruch von BVB-Coach Niko Kovac.

FC Bayern gegen Borussia Dortmund heute im Live-Ticker: Kompany und Kovac angriffslustig

Erstmals seit zweieinhalb Jahren stehen sich die in allen zehn Pflichtspielen der Saison siegreichen Münchner und die ebenfalls noch ungeschlagenen Dortmunder am Samstag (18.30 Uhr, alle TV-Infos hier) wieder als Tabellenführer und Tabellenzweiter der Fußball-Bundesliga gegenüber. Eine Serie wird dabei also reißen.

„Wenn man in München zu ängstlich agiert, wird es schwierig“, sagte Kovac. Der ehemalige Bayern-Trainer, der 2018 und 2019 drei Titel mit den Münchnern gewann, aber vorzeitig gehen musste, wählte vor dem „Highlevelspiel“ eine kampfesfreudige Rhetorik: „Wir müssen wie eine Faust sein. Eine Faust tut mehr weh als eine Schelle.“

Beim Topspiel des FC Bayern gegen Borussia Dortmund stehen die beiden Torjäger Harry Kane (l.) und Serhou Guirassy im Fokus.

Matthäus warnt BVB vor Gipfeltreffen gegen FC Bayern

Mit einem Sieg gegen die mit vier Punkten Vorsprung an der Spitze thronenden Bayern könnte die Borussia der Liga wieder neue Spannung schenken. Bei einem Münchner Sieg wäre die Herbstmeisterschaft praktisch entschieden. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus setzt sogar noch einen drauf: Ein FCB-Erfolg kommt für ihn der Entscheidung im Titelrennen gleich. „Wenn Bayern gewinnt, dann werden die am Ende mehr als elf Punkte Vorsprung haben“, prognostiziert der Sky-Experte.

Zudem könnte Bayern mit dem elften Pflichtspielsieg den Startrekord von Dortmund egalisieren. „Das ist keine Motivation für mich - wir wollen einfach gewinnen! Diese Topspiele gegen Dortmund sind fast schon wie ein eigener Pokal“, sagte Kompany. „Wir spielen zu Hause, haben voll, voll Bock auf dieses Spiel.“

Head-to-Head-Vergleich zwischen Bayern und Dortmund nur zu Beginn spannend

Vincent Kompany und Niko Kovač nebeneinander in einer Collage. Beide stehen sachlich an der Seitenlinie.
Wer im Duell zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund am Ende als Sieger vom Platz geht, wird auch die Aufstellung der beiden Trainer entscheiden. Wir blicken auf die voraussichtliche Aufstellung der Teams und vergleichen, wer auf welcher Position die Nase vorn hat. © IMAGO/osnapix/Jan Huebner
Manuel Neuer und Gregor Kobel in einer Collage nebeneinander.
Bei Bayern München steht der ewige Manuel Neuer zwischen den Pfosten, beim BVB ist es der Schweizer Nationalkeeper Gregor Kobel. Beide spielten in dieser Bundesliga-Saison viermal zu null, Kobel musste bei vier Gegentreffern aber einmal öfter hinter sich greifen als Neuer. © IMAGO/osnapix /Laci Perenyi
Manuel Neuer jubelt im Bayern-Trikot.
Der Torhüter-Punkt geht ganz klar an den FC Bayern. Dabei muss nicht einmal auf die leicht bessere bisherige Saison-Bilanz verwiesen werden. Neuer steht nach wie vor einfach über den Dingen. Nicht umsonst erlöschen die Diskussionen um eine DFB-Rückkehr nicht. © IMAGO/Moritz Müller
Konrad Laimer und Daniel Svensson nebeneinander in einer Collage.
Der vielseitige Konrad Laimer dürfte wohl wieder als Linksverteidiger bei den Bayern auflaufen, beim BVB ist es Daniel Svensson, der den linken Läufer in der Fünferkette gibt. Die Stärken des jungen Schweden liegen etwas mehr in der Offensive, während Laimer durch absolute Verlässlichkeit und Konstanz punktet. © IMAGO/HJS/Jan Huebner
Konrad Laimer jubelt im Trikot des FC Bayern.
Dass man bei Konrad Laimer (fast immer) auf hohem Niveau das bekommt, was man erwartet, bringt den Bayern die 2:0-Führung im Spielervergleich ein. Svensson hat zwar in seiner noch jungen BVB-Zeit schon einen großen Sprung gemacht, doch im Gesamtpaket braucht er noch etwas Zeit, um zu Laimer aufzuschließen. © IMAGO/Ulmer/Teamfoto
Jonathan Tah und Waldemar Anton in einer Collage nebeneinander.
Die DFB-Kollegen Jonathan Tah und Waldemar Anton liefern sich das erste Innenverteidigerduell. Während Tah seit Tag Eins beim FC Bayern spielt, als wäre er schon ewig da, hatte Anton im vergangenen Jahr etwas mehr Zeit benötigt. Beide sind sie unerlässliche Stützen im Defensiv-Konzept ihrer Trainer und auch spielerisch beschlagen. © IMAGO/DeFodi Images/HMB-Media
Jonathan Tah jubelt im Bayern-Trikot.
Gerade wegen eines ähnlichen Skillsets, wandert hier schließlich der Punkt zu den Bayern. Jonathan Tah steht schlicht eine Stufe über Anton und ist auch in der vereinsinternen Hierarchie noch unersetzlicher als Anton bei Dortmund. Der Qualitätsunterschied zeigt sich auch in der Nationalmannschaft, wo ebenfalls Tah den Kopf vorne hat. © IMAGO/Ulmer/Teamfoto
Dayot Upamecano und Nico Schlotterbeck in einer Collage nebeneinander.
Frühe 3:0-Führung für die Bayern. Kommt der BVB im nächsten Duell nochmal ran? Das zweite Innenverteidiger-Duell spielt sich zwischen Nico Schlotterbeck und Dayot Upamecano ab. Pikant: Schlotterbeck wird schon jetzt als Nachfolger für Upamecano beim FC Bayern gehandelt, sollte dieser seinen Vertrag nicht verlängern.  © IMAGO/Jan Huebner/Fotostand
Nico Schlotterbeck hebt motivierend die Arme.
Und tatsächlich bringt Nico Schlotterbeck sein Team hier wieder ran. Der deutsche Nationalspieler kann die etwas besseren Zweikampfstatistiken (pro 90 Minuten) aufweisen, dafür hat Upamecano etwas bessere Werte in Sachen Passspiel. Den sehr knappen Ausschlag zugunsten des Dortmunder gibt schließlich der Hang von Upamecano, doch einmal die ein oder andere Slapstick-Einlage einzubauen. Somit steht es nur noch 3:1 für die Bayern. © IMAGO/Kirchner-Media
Sacha Boey und Ramy Bensebaini in einer Collage nebeneinander.
Weiter geht es im Abwehrverbund. Wobei hier der Vergleich etwas schief wird. Sacha Boey spielt den Rechtsverteidiger in einer Viererkette, Ramy Bensebaini den rechten Innenverteidiger in der Dreier- beziehungsweise Fünferkette. Da Bensebaini aber durchaus gelernter Außenverteidiger ist, lässt sich hier doch ein recht deutliches Ergebnis fällen. © IMAGO/osnapix/Revierfoto
Ramy Bensebaini jubelt im BVB-Trikot.
Ramy Bensebaini darf jubeln, denn er bringt den BVB auf ein 2:3 ran. Der Algerier ist schlicht erfahrener und etablierter im Geschäft Bundesliga und hat sich darüber hinaus in der BVB-Hierarchie immer weiter nach oben gekämpft. Sacha Boey hingegen konnte seine Leistungen zwar einigermaßen stabilisieren, gilt aber immer noch als Schwachpunkt im Bayern-Abwehrverbund. © IMAGO/Gribaudi/ImagePhoto
Joshua Kimmich und Marcel Sabitzer in einer Collage nebeneinander.
Das Duell auf der Rechtsverteidigerposition wäre anders ausgegangen, würde Joshua Kimmich beim FC Bayern dort spielen. Dafür darf er sich auf der Sechs mit seinem ehemaligen Teamkameraden Marcel Sabitzer messen. © IMAGO/osnapix/Laci Perenyi
Joshua Kimmich ballt beide Fäuste zu einer Jubelpose.
Das Duell ist eine klare Sache, Kimmich bringt den Bayern das 4:2 ein. Am Leader führt kein Weg vorbei und wenn sogar BVB-Trainer Niko Kovac ihn als besten Mittelfeldspieler der Bundesliga bezeichnet, kann man hier natürlich kaum widersprechen. © IMAGO/Passion2Press
Leon Goretzka und Felix Nmecha in einer Collage nebeneinander.
Das zweite Kräftemessen auf der Doppel-Sechs findet zwischen den beiden Nationalspielern Leon Goretzka und Felix Nmecha statt. Ein Duell zweier unermüdlicher Kämpfer, wobei der eine mehr auf Gott und der andere mehr auf seine eigenen Fähigkeiten vertraut. © IMAGO/HJS/Uwe Kraft
Leon Goretzka ballt beide Fäuste nach oben.
Muskelpaket Goretzka weist Nmecha in die Schranken und bringt die Bayern wieder drei Punkte in Führung. Das 5:2 ist den besseren Werten Goretzkas zu verdanken, der sowohl bei den Defensivleistungen als auch im Passspiel die Nase vorn hat. © IMAGO/DeFodi Images
Luis Díaz und Karim Adeyemi in einer Collage nebeneinander.
Von den Defensiv-Spezialisten geht es weiter zu den Sprint- und Dribbelkünstlern. Sowohl Luis Díaz als auch Karim Adeyemi haben dort ihre Stärken. Während Díaz als fertiger Star zu den Bayern kam, ist Adeyemi über das Jahr gesehen fußballerisch erwachsen und konstanter geworden. © IMAGO/Lobeca/Sven Simon
Luis Díaz jubelt im Trikot des FC Bayern.
Trotz der klaren Leistungssteigerung Adeyemis, geht auch dieser Punkt wieder an die Bayern. Der brutale Einstand von Luis Díaz beim FC Bayern und die damit verbundene Leistung, macht das 6:2 zu keiner Entscheidung gegen den Dortmunder, sondern für den Kolumbianer. © IMAGO/Lobeca
Serge Gnabry und Julian Brandt in einer Collage nebeneinander.
Zum Duell zweier, die eigentlich ein bisschen mehr Potenzial haben, kommt es in dieser Runde. Serge Gnabry ist unbestritten ein Weltklasse-Spieler, doch tauchte in der Vergangenheit immer wieder einige Spiele ab. Julian Brandt heftete lange Zeit das Label eines Talents an, das noch auf den großen Durchbruch wartet. Beide haben sich in dieser Saison aber stabilisiert und gehen in ihren Teams voran. © IMAGO/HJS/Team 2
Serge Gnabry jubelt mit einem erhobenen Zeigefinger.
Auf einem höheren Niveau gelingt das Serge Gnabry beim FC Bayern, der damit auf 7:2 erhöht. Welche Rolle der auslaufende Vertrag bei den aktuell herausragenden Leistungen Gnabrys spielt, darüber lässt sich nur spekulieren. Fest steht: Der FC Bayern profitiert derzeit enorm vom nächsten Schritt des DFB-Stars. © IMAGO/Revierfoto
Michael Olise und Yan Couto in einer Collage nebeneinander.
Ein etwas unterschiedliches Profil zeigen die beiden nächsten Konkurrenten. Während Michael Olise sich stärker auf die Offensive konzentrieren kann, sind die Abwehrverpflichtungen für Yan Couto in der Fünferkette größer.  © IMAGO/osnapix/Team 2
Michael Olise jubelt nach einem Tor für den FC Bayern München.
Doch das unterschiedliche Profil ist nicht der ausschlaggebende Punkt für einen erneuten Punkt des FC Bayern. Michael Olise dürfte auf seiner Position der beste Spieler in der Bundesliga sein und wird von mehreren internationalen Klubs gejagt. Yan Couto hat sich noch nicht einmal intern restlos gegen Julian Ryerson durchgesetzt. Das 8:2 für die Bayern ist deshalb eine klare Sache. © IMAGO/Beautiful Sports
Harry Kane und Serhou Guirassy in einer Collage nebeneinander.
Nur noch symbolischen Charakter hat der Vergleich zwischen den beiden Mittelstürmern Harry Kane und Serhou Guirassy. Beide sind sie die Offensiv-Versicherungen ihres Teams, obwohl auf Guirassy wohl mehr Verantwortung lastet als auf Kane bei den Bayern, wo die restliche Offensive mehr Qualität hat als in Dortmund. © IMAGO/osnapix/Laci Perenyi
Harry Kane jubelt, als würde er in anderen Welten wandeln.
Und doch: Traumwandlerisch wie Harry Kane durch die Bundesliga marschiert, entscheidet er auch diesen Vergleich für sich. Als Begründung sei hier auf die sensationellen Statistiken des Engländers verwiesen. Doch der klare 9:2-Sieg der Bayern im direkten Spielervergleich ist nicht das Ende, schließlich gehören noch mehr Spieler zu einem Team als die Startelf. © IMAGO/Revierfoto
Nicolas Jackson und Maximilian Beier nebeneinander in einer Collage. Beide stehen ander Seitenlinie des Spielfeldes und werden entweder eingewechselt oder erhalten Instruktionen.
Der ein oder andere Wechsel sorgte schon in den wichtigsten Spielen für einen Umschwung und so sei ein Blick auf die Edel-Joker erlaubt. Am ehesten dürften dies Maximilian Beier bei Dortmund und Leih-Neuzugang Nicolas Jackson beim FC Bayern sein. © IMAGO/Sven Simon/HMB-Medie
Maximlian Beier und Karim Adeyemi umarmen sich jubelnd.
Und, oh Wunder, dieser Bonuspunkt geht tatsächlich an Dortmund. Maxi Beier ist schnell, zielstrebig und könnte gerade in den Schlussminuten die Bayern-Abwehr nochmal vor Probleme stellen. Dass er diese Qualitäten hat, zeigte er bereits in der Vergangenheit. Anders als Nicolas Jackson, der in München noch nicht ganz angekommen scheint. © IMAGO/Michael Weber
Bayern- und BVB-Fans in der Allianz Arena.
Doch das Zünglein an der Waage könnten auch die Fans werden. Als Heim-Fans haben die Bayern da einen klaren Vorteil und entgegen einiger Unkenrufe liefern die auch bei Topspielen ab. Die in den Oberrang verfrachteten BVB-Fans dürften wohl nur dann die Oberhand gewinnen, sollte das eigene Team die Münchner in Bedrängnis bringen. © IMAGO/Lackovic/Ulrich Wagner

Duell der Top-Torjäger: Harry Kane gegen Serhou Guirassy

Im Fokus wird auch heute wieder Dauer-Torjäger Harry Kane stehen, der am 25:3-Tore-Rekordstart den Hauptanteil hat. Englands Nationalmannschaftskapitän ist der erste Spieler der Bundesliga-Historie, der nach sechs Spieltagen elf Tore erzielt hat. Kane habe „sein nächstes Level selbst freigeschaltet“, sagte Kompany. Der Routinier habe seinen „Hunger“ immer behalten. Kane ist in der Startelf der Münchner gesetzt und gilt nach seinen Knöchelproblemen zuletzt als wieder voll einsatzfähig.

Die Bestmarke nach sieben Spieltagen von 13 Toren hält übrigens Kanes Dortmunder Kontrahent Serhou Guirassy aus der Saison 2023/24. „Die Gemeinsamkeiten? Wir mögen es einfach, Tore zu schießen“, sagte der 29-Jährige, von Kovac wiederholt als „Lebensversicherung“ geadelt. (LuHa/dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Maximilian Koch

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