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Laura Dahlmeier zieht einen schwer bepackten Wagen den Berg hoch. Ihre Begleiter hatten bei der Aktion Angst um die Biathlon-Legende.
Garmisch-Partenkirchen – Am Berg kennt sie sich aus und ist daheim. Besonders zu Hause in Garmisch-Partenkirchen. In ihrer Heimat stürzte sich die ehemalige Biathletin Laura Dahlmeier nun in ein vermeintlich gefährliches Abenteuer – dahinter steckt jedoch ein guter Zweck.
| Laura Dahlmeier | |
|---|---|
| Geboren: | 22. August 1993 (Alter: 30 Jahre), Garmisch-Partenkirchen |
| Disziplin: | Biathlon |
| Größte Erfolge: | 2x Olympia-Gold, 7x WM-Gold, 20 Weltcup-Siege |
| Karriereende: | 2019 |
Laura Dahlmeier unternimmt speziellen Berganstieg in der Heimat
Die zweimalige Biathlon-Olympiasiegerin unternahm in den vergangenen Monaten anspruchsvolle Bergtouren auf die höchsten Gipfel der Erde. In Tadschikistan bezwang Laura Dahlmeier einen Siebentausender – gemeinsam mit ihrem Bruder. Auf dieser Expedition berichtete Dahlmeier über eine Grenzerfahrung in eisiger Höhe – kurz vor dem Gipfel musste sie umkehren.
In der Heimat sind solche Extremsituationen nicht gang und gäbe – schließlich sind die Berge in Garmisch-Partenkirchen nicht annähernd so hoch wie im Pamir-Gebirge. Trotzdem kam es zu einer leicht brenzligen Situation auf einem steilen Hang, wie Dahlmeier im Interview mit IPPEN.MEDIA erzählte.
„Ziemlich steil und rutschig“: Dahlmeiers gefährliche Mission
Die 30-Jährige setzt sich gemeinsam mit „Hello Fresh“, das sogenannte „Kochboxen“ mit vorbereiteten Zutaten und einem Rezept für Verbraucher anbietet, gegen Lebensmittelverschwendung ein. Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wirft jede Person in Deutschland pro Jahr durchschnittlich 78 Kilo Lebensmittel weg. Um ein Zeichen zu setzen, versuchte Dahlmeier einen Wagen mit 78 Kilo Lebensmitteln auf einen Berg in ihrer Heimat Garmisch-Partenkirchen hinaufzuziehen.
„Als ich den Wagen gesehen habe, hat er gar nicht so groß gewirkt und ich habe mir gedacht, das geht schon. Der Hang war aber ziemlich steil, es war ein bisschen rutschig, es war Wiese. Ich habe mich echt ganz schön anstrengen müssen“, erzählte Dahlmeier, die das Gewicht aufgrund regelmäßiger Besuche im Kraftraum gut einschätzen konnte. Bei der Aktion hat es dennoch sorgenvolle Mienen gegeben.
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Laura Dahlmeier und ihr waghalsiges Abenteuer nach dem Biathlon: „Leute drumherum hatten Angst“
„Es waren natürlich ein paar Leute drumherum, die auch Angst hatten, dass der Wagen nach hinten wegrollt und mich mit runterzieht“, so Dahlmeier über den „Kraftakt“. Am Ende ist aber alles gut gegangen. Dahlmeier war es wichtig, nicht nur zu reden, sondern Taten sprechen zu lassen.
„Ich bin aber jemand, der nicht nur einfach über die Dinge spricht, ich möchte sie auch erleben und selber spüren. Das ist ganz wichtig, wenn man im Sport unterwegs ist. Über Sport sprechen ist das Eine, aber es selber mal machen, erfahren, spüren, das ist nochmal ein intensiveres Erlebnis. Deshalb wollte ich es auch am eigenen Leib spüren“, erklärte die ehemalige Top-Athletin im Interview gegenüber unserer Redaktion.
Dahlmeier kämpft mit mutiger Aktion gegen Lebensmittelverschwendung
„Auf diese Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen, ist ein sehr wichtiges Thema. Wenn ich dazu einen kleinen Beitrag leisten kann, dann mache ich das sehr gerne“, sagte Dahlmeier, die zuletzt mit einer Ex-Teamkollegin wieder in der Loipe war. (ck)
Rubriklistenbild: © Laura Dahlmeier/Instagram

