Arminias Pokal-Held im Interview

Arminia auf Erfolgskurs – Lannert: „Wir wollten nie einen Bus im Tor parken“

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Christopher Lannert hat mit Arminia Bielefeld für Pokalwunder gesorgt. Der Rechtsverteidiger benennt im Interview die Qualitäten der Ostwestfalen.

Bielefeld – Spielvereinigung Unterhaching, 1860 München, FC Bayern und FC Augsburg: Christopher Lannert hat als Kind- und Jugendlicher seine fußballerische Ausbildung bei vier bayerischen Top-Klubs absolviert.

Doch der Sprung zum Profi-Fußball verzögerte sich. Lannert hielt jedoch an seinen ambitionierten Zielen fest: Nun steht der 26 Jahre alte Rechtsverteidiger mit Arminia Bielefeld im DFB-Pokal-Finale und spielt in der kommenden Saison in der 2. Liga.

Dusche, Tankstelle, Küche: Die skurrilsten Verletzungen im Profifußball

Manuel Neuer feiert die Meisterschaft des FC Bayern auf Krücken
Manuel Neuer ist schon mehrfach auf Krücken gelaufen. Der Kapitän des FC Bayern erlitt jüngst eine kuriose Verletzung – und ist damit im Profifußball nicht alleine ... © IMAGO / Revierfoto
Nathan Ngoumou wird vorerst nicht mehr für Borussia Mönchengladbach spielen
Nathan Ngoumou wurde nach dem Schlusspfiff des Auswärtsspiels von Borussia Mönchengladbach gegen den FC St. Pauli zum Auslaufen geschickt. Wenige Minuten später musste der Flügelspieler mit einer gerissenen Achillessehne in die Kabine getragen werden. © IMAGO/kolbert-press/Burghard Schreyer
Manuel Neuer wurde im Champions-League-Duell zwischen dem FC Bayern und Leverkusen ausgewechselt
Für Manuel Neuer hatte das Champions-League-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen im März 2025 bittere Konsequenzen. Der Torhüter des FC Bayern erlitt beim Torjubel einen Muskelfaserriss. © IMAGO/Philippe Ruiz
Xabi Alonso gewann 2010 mit Spanien die Weltmeisterschaft in Südafrika
Auf dem Platz konnte man Xabi Alonso wenig anhaben, dafür war die Dusche sein größter Feind. In der Vorbereitung auf das WM-Halbfinale 2010 erlitt Alonso eine tiefe Wunde im Knie, weil die Glasscheibe der Dusche plötzlich brach. Der Cut wurde in der Mannschaftskabine zugenäht, der Mittelfeldspieler stand gegen Deutschland daher auf dem Rasen. © IMAGO / Fotoarena
Charles Akonnor spielte von 1998 bis 2004 für den VfL Wolfsburg
Im Jahr 2001 rammte sich Charles Akonnor, damals für den VfL Wolfsburg tätig, versehentlich seine Auto-Antenne in die Nase. Weil das blutstillende Mittel auf der Dopingliste stand, wurde er für drei Spiele gesperrt.  © IMAGO / Contrast
Kevin Trapp spielt bis heute für Eintracht Frankfurt, war von 2015 bis 2018 aber für Paris St. Germain aktiv
Kevin Trapp galt noch als Talent, da hatte er 2013 beim Werbedreh der deutschen U21-Nationalmannschaft großes Pech. Trapp war ausgerutscht, weil er laut dem damaligen Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen mit Stollenschuhen auf einem glatten Steinboden unterwegs war. Später einigten sich die SGE und der DFB auf eine Entschädigungszahlung. © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal
Santiago Cañizares vom FC Valencia diskutiert mit einem Verantwortlichen
Santiago Cañizares wollte sich im Mai 2002 für ein Abendessen mit der spanischen Nationalmannschaft frisch machen, als ihm das Parfüm im Badezimmer auf den Boden fiel und eine Sehne durchtrennte. Damit war die WM in Japan und Südkorea für den Torhüter gelaufen – und ein gewisser Iker Casillas rückte zwischen die Pfosten. © IMAGO / Claus Bergmann
Darren Barnard in einem Spiel der walisischen Nationalmannschaft
Der ehemalige walisische Nationalspieler Darren Barnard musste aufgrund einer Knieverletzung für fünf Monate pausieren, weil er in der Küche in einer Urinpfütze eines Hundewelpens ausrutschte. © IMAGO / Colorsport
Martin Palermo spielte in seiner Karriere auch für die Boca Juniors
Martín Palermo verletzte sich ausgerechnet nach dem größten Erfolg eines Stürmers. Als der Argentinier in Diensten des FC Villarreal ein Tor bejubelte, stürzte die Werbebande ein. Palermo erlitt einen Schien- und Wadenbeinbruch. © IMAGO / Gribaudi / ImagePhoto
Logan Bailly spielte zweieinhalb Jahre für Borussia Mönchengladbach
Logan Bailly erlitt während seiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach einen Mittelfußbruch. Schuld war eine mobile Klimaanlage, die beim Transport aus seinen Händen glitt und auf seinen Fuß fiel. © IMAGO / Ulmer
Adam Nemec spielte 2011 auch für die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern
Als Adam Nemec dem 1. FC Kaiserslautern im Jahr 2011 für drei Monate fehlte, war ausgerechnet sein Kirschbaum schuld. Der Stürmer kletterte auf diesen hoch, fiel runter – und brach sich sowohl zwei Brustwirbel als auch das Schlüsselbein. © IMAGO / Revierfoto
Robbie Keane spielte in seiner Karriere unter anderem für Aston Villa
In der Sturmspitze war Robbie Keane treffsicher, doch auf dem heimischen Sofa stellte er sich mit seinem Fuß ungeschickter an. Als er mit diesem die TV-Fernbedienung bedienen wollte, zog sich der Ire einen Bänderriss im Knie zu. © IMAGO / Colorsport
Markus Pröll hütete bis 2010 das Tor von Eintracht Frankfurt
Bei einem Testspiel mit Eintracht Frankfurt im Jahr 2009 stolperte der damalige Torhüter Markus Pröll nicht über seine eigenen Füße, sondern über ein kleines Mädchen. Das Resultat: eine Schultereckgelenksprengung. © IMAGO / Jan Huebner
Bjarne Thoelke spielte 2011 sechsmal für die Profis des VfL Wolfsburg
Als seine Karriere beim VfL Wolfsburg Fahrt aufnehmen sollte, spielte ein Pferd dem damaligen Abwehrtalent Bjarne Thoelke einen Streich. Der heutige Innenverteidiger des 1. FC Saarbrücken erlitt einen Kahnbeinbruch, weil ein Pferd auf dem Bauernhof seiner Eltern während der Stallarbeit austrat. © IMAGO / Joachim Sielski
Elkin Soto spielte viele Jahre lang für Mainz 05
Im März 2013 musste Mainz-Trainer Thomas Tuchel für ein Spiel auf Elkin Soto verzichten, weil sich der Mittelfeldspieler bei „einer alltäglichen Bewegung“ einen Hexenschuss zuzog. Die Auflösung: Der Kolumbianer erlitt die starken Schmerzen, als er sich bückte, um seine Schuhe zu binden. © IMAGO / Martin Hoffmann
Leon Andreasen hat 2016 seine Karriere bei Hannover 96 beendet
Dass Messer gefährlich sind, lernte Leon Andreasen auf bittere Weise. Der Ex-Profi von Hannover 96 verletzte sich im November 2015 beim Öffnen eines Pakets an der Hand. Die Schnittwunde hatte eine Operation zur Folge. © IMAGO / Eibner
Daniel Bierofka wird von den Spielern von 1860 München gefeiert
Als Daniel Bierofka noch Spieler von 1860 München war, prallte er in einem Testspiel gegen den VfR Aalen mit Schiedsrichter Robert Hartmann zusammen. Die Diagnose: Nasenbeinbruch. © IMAGO / Sven Simon
Nicolai Müller erlitt am 1. Spieltag der Saison 2017/18 einen Kreuzbandriss
Nicolai Müller wollte in der Saison 2017/18 mit dem Hamburger SV angreifen. Am ersten Bundesliga-Spieltag erzielte er schon in der achten Minute den Siegtreffer gegen den FC Augsburg – und erlitt beim Jubel einen Kreuzbandriss. © IMAGO / Oliver Ruhnke
Éver Banega spielt bis heute Fußball und ist für die Newell‘s Old Boys aktiv
Beim FC Valencia fehlte Éver Banega in der Schlussphase der Saison 2011/12 wegen eines Knöchelbruchs. Schuld war das Auto des Argentiniers, das an der Tankstelle über seinen Fuß rollte – weil er die Handbremse nicht gezogen hatte. © IMAGO / ULMER
Stefan Kuntz ist 1991 mit Kaiserslautern deutscher Meister geworden
Als der 1. FC Kaiserslautern am 7. September 1991 gegen den FC Bayern spielte, fehlte Stefan Kuntz (l.) plötzlich. Der damalige Stürmer knickte beim Verlassen des Mannschaftsbusses um und erlitt einen dreifachen Bänderriss.  © IMAGO/ HORSTMUELLER GmbH
Marko Arnautovic geht heute für Inter Mailand auf Torejagd
Marko Arnautović hat bei Werder Bremen mehrfach für Aufruhr gesorgt. So auch im März 2012, als er wegen eines Innenbandrisses im Knie wochenlang fehlte – weil er mit seinem Hund spielte und im Rasen hängengeblieben war. © IMAGO / Marco Canoniero

Lannert verlängert Vertrag bei Arminia Bielefeld

Im Interview mit Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, spricht Lannert, der seinen Vertrag bei den Ostwestfalen in dieser Woche verlängert hat, über seinen lehrreichen, steinigen Karriereweg, über DFB-Pokal-Finalgegner VfB Stuttgart und über seinen Junggesellenabschied, der nun anders als geplant verläuft.

Absolut Fussball: Herr Lannert, als Arminia Bielefeld als Aufsteiger in die 2. Liga feststand, ist das Team in einen Getränkemarkt gelaufen und hat gefeiert. Das Video dazu ging viral. Wie kam es zu dieser Szene?
Christopher Lannert: Es war der vorletzte Spieltag. Unsere Konkurrenten mussten schon am Samstag ran, während wir auf unseren Teambus warteten, um für das am Sonntag angesetzte Spiel nach Unterhaching zu fahren. Wir verfolgten die Ergebnisse – und nach fünf Minuten Busfahrt stand unser Aufstieg fest. Wir haben sofort den nächsten Parkplatz gewählt und uns im Supermarkt für die Fahrt gut eingedeckt. (lacht) Es war jedenfalls eine sehr spontane Aktion, die uns allen viel Freude bereitet hat.
Christopher Lannert ist Vize-Kapitän von Arminia Bielefeld.
Sie sind nun als Profifußballer im Alter von 26 Jahren erstmals zum Zweitligaspieler aufgestiegen. Auf dieses Ziel haben Sie lange hingearbeitet. Können Sie sich noch an Ihre ersten Schritte im Vereinsfußball erinnern?
Ich habe mit vier Jahren das Fußballspielen im Verein begonnen. Bei der Spielvereinigung Unterhaching gab es damals eine G-Jugend. Dann ging es für mich in die U8-Auswahl von 1860 München. Zwei Jahre später wechselte ich zum FC Bayern, wo ich fünf Jahre blieb. Dann folgten sieben Jahre im Jugend- und Amateurbereich des FC Augsburg.
Wenn Sie heute auf Ihre fußballerischen Fähigkeiten blicken: Bei welchem Klub haben Sie am meisten gelernt, um für die Profi-Karriere gerüstet zu sein?
Ich würde schon sagen, dass mich die fünf Jahre beim FC Bayern am meisten geprägt haben. Ich war da im perfekten Lernalter, was die Grundlagen des Fußballs betrifft – von der Passschärfe über Zweikampfführung bis hin zum Thema Mentalität. Von diesen guten und harten Lehrjahren zehrt man eine ganze Karriere, auch wenn man sich danach immer weiter entwickelt.
Zwischen 2012 und 2020 spielten Sie beim FC Augsburg. Der Sprung zu den Profis glückte Ihnen aber nicht. Woran hat es gelegen?
Ich war 2019/20 in meinem dritten Jahr bei der zweiten Mannschaft des FC Augsburg. Ich durfte manchmal auch beim Bundesligateam mittrainieren, aber der Sprung nach ganz oben war noch zu früh für mich. Hinzu kam aber auch Pech: Denn es begann die Corona-Zeit. Das bedeutete in Bayern, dass der Spielbetrieb in den Amateurklassen für mehrere Monate komplett eingestellt wurde.

Fünf Jahre beim FC Bayern haben mich am meisten geprägt

Cristopher Lannert
In der Folge waren Sie dann eine Zeit lang ohne Verein. Hatten Sie die Befürchtung, Ihren Traum vom Profi-Fußball aufgeben zu müssen?
Die Corona-Zeit war für alle sehr hart. Ich habe aber immer an meinem Traum vom Profi-Fußball festgehalten. Nur konntest du kaum vorhersehen, wie und wann es weitergeht. Es gab schon Tage, wo ich etwas mehr an den Zielen gezweifelt habe, aber generell war ich überzeugt, es schaffen zu können. Als es mit dem Liga-Betrieb wieder weiter ging, wollte ich nicht gleich beim erstbesten Angebot zusagen. Ich suchte nach dem besten Gesamtpaket für mich und meine fußballerische Zukunft.
Im Herbst/Winter 2020 nahmen Sie ein Angebot von Drittligist SC Verl an. Sie wurden auf Anhieb Stammspieler in der Abwehr. Nach dem erfolgreichen Klassenerhalt 2021/22 wechselten Sie zu 1860 zurück. Was war Ihre Motivation bei diesem Transfer?
Ich habe mich sehr gefreut, in meine Heimatstadt zu einem meiner Ex-Klubs zurückzukehren. 1860 war in der Vorsaison Vierter geworden und wollte in die 2. Liga aufsteigen. Ich war überzeugt, dass wir Großes erreichen können. Die Strahlkraft von 1860 hat mich beeindruckt, das war etwas ganz anderes als im Vergleich zu Verl. Es ging in der Hinrunde auch sehr gut los, aber leider gab es zwischenzeitlich ein längeres Formtief, was vieles zu Bruch gehen lassen hat. Es war aber trotzdem ein wichtiges Lehrjahr für mich.
Zur Saison 2023/24 wechselten Sie zu Arminia Bielefeld, das gerade von der ersten in die dritte Liga durchgereicht worden war. Aber Sie trafen bei der Arminia auf einen alten Bekannten: Mitch Kniat.
Die Ambition, mit Arminia Bielefeld in die 2. Liga aufzusteigen, hat mich gereizt. Tatsächlich war für den Wechsel aber auch Mitch Kniat ein wesentlicher Grund. Ich kannte ihn aus meinen letzten Wochen beim SC Verl. Ich wusste, wie er tickt, was er verlangt, wie er aber auch Spielern wie mir Vertrauen schenkt. Das war mir ganz wichtig bei dem Transfer. Es erleichterte mir die Entscheidung pro Arminia.
Christopher Lannert durchlief die Jugend von Haching, 1860, FC Bayern und FC Augsburg.
Bei der Aufstiegsfeier in Unterhaching zeigte Mitch Kniat zuletzt seine Qualitäten als Capo am Stadionzaun, was sehr sympathisch wirkte. Tickt er in der Kabine ähnlich emotional?
Er lebt Fußball. Er betreibt ihn mit viel Emotion, er bringt viel Energie ein. Aber man sollte nicht übersehen: Er ist auch taktisch extrem gut unterwegs. Er trifft rational richtige und wichtige Entscheidungen für die Mannschaft. Sehr oft hat er uns in den letzten zwei Jahren den richtigen Matchplan an die Hand gegeben. Der Erfolg gibt ihm Recht.
Womit wir zur unglaublichen Erfolgsserie der Arminia im DFB-Pokal übergehen können. Sie haben in jeder Runde einen großen Favoriten eliminiert: Hannover, Union, Freiburg, Werder und dann Double-Sieger Leverkusen. Wie produziert das Team Pokalwunder am Fließband?
Wir werden als Team oft nach einem Erfolgsgeheimnis gefragt, aber es ist schwer zu erklären. Ich kann nur betonen: Wir haben in jedem Pokalspiel einhundert Prozent Leistung abgerufen. Wir hatten nie Angst vor dem Gegner und wollten nie einen Bus im Tor parken, sondern mit Leidenschaft Fußball spielen. Und wenn man sieht, dass die Arbeit fruchtet, steigt auch das Selbstvertrauen. Irgendwann bist du der Überzeugung, wirklich jede Mannschaft besiegen zu können. Dieser Flow hat sich dann auch auf den Endspurt in der 3. Liga übertragen.
Am Samstag steigt nun das DFB-Pokal-Finale in Berlin gegen den VfB Stuttgart. Wie groß ist Ihre Vorfreude?
Wir alle freuen uns enorm auf das Endspiel. In den vergangenen Wochen mussten wir es mental beiseiteschieben, denn es galt den Aufstieg in die 2. Liga perfekt zu machen. Aber nun verspüren wir große Vorfreude.

Stuttgart als Gegner ist ein echtes Brett

Christopher Lannert
Dieses Mal haben Sie aber kein Heimspiel. Ist das für Ihr Team nicht ein Nachteil gegen das Champions-League-gestählte Stuttgart?
Wir rechnen uns in jeder Begegnung etwas aus und werden auch im Finale selbstbewusst Fußball spielen. Natürlich hat die Partie in Berlin nochmal einen anderen Charakter und Stuttgart als Gegner ist ein echtes Brett. Wir müssen uns aber nicht verstecken. Wir stehen nach Siegen unter anderem gegen den Bundesliga-Fünften Freiburg und gegen Vize-Meister Leverkusen verdient im Endspiel.
Noch zu Ihnen persönlich: Sie sind Vize-Kapitän bei Arminia Bielefeld. Übernehmen Sie gerne Verantwortung für die Mannschaft? Wie sieht Ihre Arbeit für das Team aus?
Ich habe im Fußball viele Erfahrungen gesammelt und übernehme gerne Verantwortung. Ich komme dabei aber weniger über die Lautstärke und Emotion. Ich versuche inhaltliche Dinge, die aus meiner Sicht die Mannschaft weiterbringen, zu forcieren. Und auch im organisatorischen Bereich bringe ich mich ein, wenn es mal Probleme zu lösen gilt.
Sie gelten in den letzten vier Jahren als einer der konstantesten Spieler in der 3. Liga. Unabhängig vom Erfolg des Teams: Haben Sie das Gefühl, sich mit dem Aufstieg und dem Pokal-Finale auch selbst belohnt zu haben?
Ich denke schon, dass ich über Jahre hart gearbeitet habe und an meinen Zielen dran geblieben bin. Ich bin der Überzeugung, dass sich harte Arbeit auszahlt. Aber auch hier würde ich die Perspektive des Vereins miteinbringen. Als ich im Sommer 2023 nach Bielefeld kam, war die Mannschaft zum zweiten Mal in Folge abgestiegen. Es standen nur wenige Spieler noch unter Vertrag, es gab ein neues Trainer-Team und selbst die Vereinsführung stellte sich neu auf. In der ersten Saison drohte uns der Abstieg in die Regionalliga. Doch wir haben zusammengehalten und hart gearbeitet, um nun die Früchte unserer Arbeit zu ernten.
Christopher Lannert peilte mit 1860 vor zwei Jahren den Aufstieg in die 2. Liga an. Die Mission missglückte.
Zum Schluss noch eine private Frage, wenn Sie erlauben: Wir haben erfahren, dass Sie am 31. Mai heiraten – und zuvor, am 24. Mai, dem Tag des Pokalfinales, war Ihr Junggesellenabschied geplant. Was wird denn jetzt aus Ihrem JGA?
(Lacht) Mein Trauzeuge hatte sich für den 24. Mai das Finale des Westfalenpokals notiert – und dass wir nach dem Spiel in einer gut gelaunten Runde mit einigen Freunden einen großartigen Junggesellenabschied feiern. Nur kam uns jetzt das DFB-Pokal-Finale dazwischen…
Aber wir haben umgeplant: Meine ganzen Jungs kommen jetzt mit nach Berlin. Erst zum Finale ins Stadion – und dann wird gefeiert, ganz gleich, wie das Spiel ausgeht. Ich muss sagen, es ist wie ein Jackpot: Einen cooleren Junggesellenabschied als mit dem DFB-Pokal-Finale in Berlin kann ich mir kaum vorstellen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/RHR-FOTO

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