VonMarco Blanco Uclesschließen
Dank einer großen kämpferischen Leistung hat der TSV 1860 München am Samstagnachmittag durch den 2:1-Erfolg beim FC Ingolstadt seine Niederlagenserie in der 3. Liga beendet.
Ingolstadt/München – Knapp 73 Kilometer Luftlinie liegen zwischen dem Trainingsgelände des TSV 1860 München und dem Audi-Sportpark. Den kollektiven Jubelschrei aus tausenden Löwenkehlen um kurz vor 16 Uhr in Ingolstadt konnten die Daheimgebliebenen in München-Giesing wohl dennoch hören. Grund: Erstmals in dieser Drittligasaison konnten die Sechzger etwas Zählbares mitnehmen, entführten beim 2:1-Sieg alle drei Punkte vom FCI.
Ingolstadt vergibt Riesenchance zum Ausgleich, auf der anderen Seite trifft 1860
Sechs Minuten waren es an diesem Samstagnachmittag, in denen die Löwen dieses oberbayerische Duell auf ihre Seite ziehen konnten. In der 58. Minute hatten alle FCI-Fans den Torschrei bereits auf den Lippen, die Löwenanhänger blickten entsetzt in den Strafraum der Sechzger. Dort kam nämlich David Kopacz völlig freistehend zum Schuss. Glücklicherweise aus 1860-Sicht brachte der Mittelfeldspieler das Kunststück fertig, den Ball aus wenigen Metern über den verwaisten Kasten zu jagen.
Von uns allen fällt eine riesengroße Last ab.
Sechs Zeigerumdrehungen später sorgte 1860 für die Vorentscheidung. Der nach seiner Einwechslung bärenstarke Julian Guttau bediente Maximilian Wolfram auf der linken Seite, der im Zentrum wieder Guttau fand – das 0:2. Ekstatischer Jubel in Weiß und Blau, aus dem die Erleichterung nach den verkorksten Vorwochen mitklang. Vorbereiter Wolfram war es auch, der bereits nach fünf Minuten vom linken Strafraumeck per Traumtor für die frühe Löwenführung sorgte. „Von uns allen fällt eine riesengroße Last ab. Wir haben gezeigt, dass wir eine Einheit sind“, erklärte Wolfram hinterher.
Nicht nur offensiv zeigte sich der Löwe verbessert. Die Viererkette um Kapitän Jesper Verlaat legte Leidenschaft an den Tag, verteidigte die vielen Flanken beinahe ausnahmslos weg. Kam der FCI doch zum Abschluss, war der starke René Vollath zur Stelle. Mit der weißen Weste wurde es für den Keeper aber nichts. Pascal Testroet verkürzte per Elfmeter kurz vor dem Ende auf 1:2. Ein Tor, das nicht hätte zählen dürfen. In der Entstehung des Strafstoßes stand der Gefoulte im Abseits.
Der Sieg dürfte auch 1860-Coach Argirios Giannikis gutgetan haben. Bei einer weiteren Niederlage wäre es wohl eng für den 44-Jährigen geworden. Druckabfall also beim Deutsch-Griechen? „Überhaupt nicht. Es geht nicht um mich. Ich freue mich für die Mannschaft.“
1860: Totopokal-Achtelfinale in Memmingen vor der Brust
Nach der Länderspielpause muss der Löwe gegen Dresden (14. September) nachlegen, um die Abstiegsränge zu verlassen. Schon morgen jedoch steht im bayerischen Landespokal das Achtelfinale bei Bayernligist FC Memmingen (19 Uhr) auf dem Programm. Bei einer überraschenden Niederlage könnte das zarte Pflänzchen vom Samstag direkt wieder zertreten werden, weiß auch Verlaat: „Jetzt müssen wir am Dienstag direkt den nächsten Schritt machen, um gut in die Länderspielpause zu kommen.“

